Barbara Steiner ist neue Leiterin des Kunsthauses Graz

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Aus den 32 Bewerbungen (21 aus dem Ausland, 11 aus Österreich) wurden von der Hearing-Kommission – bestehend aus Enrico Lunghi (Direktor MUDAM, Luxemburg), Heike Munder (Direktorin Migros Museum, Zürich), Stella Rollig (Direktorin Lentos, Linz), dem UMJ-Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Franz Marhold, dem Präsidenten des UMJ-Kuratoriums Prof. Kurt Jungwirth und UMJ-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Muchitsch – sieben Bewerberinnen und Bewerber zu den Hearings eingeladen. Auf Basis des Vorschlags der Hearing-Kommission haben die Gesellschafter des Universalmuseums Joanneum, das Land Steiermark und die Stadt Graz, Barbara Steiner als neue Leiterin für das Kunsthaus Graz ausgewählt. Barbara Steiner wird vorerst für fünf Jahre die Leitung des Kunsthauses Graz übernehmen und beginnt ihre Aufgabe mit 1. Juli 2016.

Zur Person

Dr. Barbara Steiner (* 1964 in Dörfles, AT) ist Kunsthistorikerin, freie Kuratorin, Autorin und Herausgeberin. Sie studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien und absolvierte ein Post-Graduate-Studium für Museums- und Ausstellungskuratoren an der Landesakademie für Niederösterreich in Krems.

In den 1990er-Jahren leitete Steiner die Kunstvereine in Ludwigsburg und Wolfsburg, wo sie unter anderem Ausstellungen mit Liam Gillick, Angela Bulloch, Philippe Parreno, Rirkrit Tiravanija und Karen Kilimnik kuratierte. Von 2001 bis 2011 war Steiner Direktorin der Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig (GfZK), wo sie Einzelausstellungen u. a. mit Jun Yang, Christine Hill, Deimantas Narcevicius und dem Atelier Le Balto sowie Gruppenausstellungen wie etwa Performative Architektur, The future is not what it used to be und Schrumpfende Städte co-kuratierte. 2012 und 2013 übernahm Steiner die künstlerische Leitung des transnationalen Projekts Europe (to the power of) n, eine Ausstellungsserie des Goethe-Instituts, die in London, Minsk, Łódź, Istanbul, Oslo, Novi Sad, Brussels, San Sebastián, Beijing und Taipei stattfand.

2014 begann Steiner mit dem mehrjährigen Projekt Freunde und Komplizen im Wiener Künstlerhaus, das in der VMKÖ (2015/16) und der Secession (2016/17) fortgesetzt wurde. Dieses fragt danach, wie man aus der Perspektive der Kunst auf Ökonomisierungsprozesse antworten bzw. wie ein Akteur aus dem künstlerischen Feld in der Wirtschaft agieren kann, ohne Gemeinschaft und Gemeinwohl aus den Augen zu verlieren.

Auch in der akademischen Lehre hat Barbara Steiner vielseitige Erfahrung gesammelt: Seit 2015 ist sie Vertretungsprofessorin für Kulturen des Kuratorischen an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, zuvor leitete sie Lehrveranstaltungen an der Universität Linz, der Kunsthochschule Braunschweig, der Königlichen Kunstakademie in Kopenhagen und der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Barbara Steiner publizierte – neben Künstler/innen-Monografien, u. a. von Jorge Pardo, Christine Hill, Superflex, Liam Gillick oder Josef Dabernig – eine Reihe von themenbezogenen Büchern zum Museum, zu Raumkonzepten, zum Verhältnis von Architektur, Design, Kunst, zur Vermittlung von Kunst durch Architektur, zum Verhältnis von öffentlich und privat und zu Kunst und Ökonomie, wie etwa: Mögliche Museen (mit Charles Esche), Köln 2007; Spaces of Negotiation (mit as-if wienberlin), 2010; Das eroberte Museum, 2011; Scenarios about Europe, 2012, und The Europen-Book, 2013. Im selben Jahr ist auch, in Kooperation mit BIG – Bjarke Ingels Group, TOPOTEK 1 und Superflex, ein umfangreiches Buch zu Superkilen erschienen, das am Beispiel des großangelegten Parks in Kopenhagens Nørrebro verschiedene kulturelle Perspektiven abbildet.

Barbara Steiner ist international sehr gut vernetzt, wobei sie vor allem in osteuropäischen Ländern gute Kontakte pflegt. Sie realisierte in der Koroška galerija likovnih umetnosti (Slovenj Gradec) die Ausstellung Collection Reversed: Transfer, Transformation and Ruptures, die Teil des EU-geförderten Forschungsprojekts Performing the Museum (Muzej v gibanju) ist und an dem auch das MSU Zagreb, das Muzej savremene umetnosti Vojvodine in Novi Sad und die Fundació Antoni Tàpies in Barcelona beteiligt sind.