9. Berlin Biennale

4. 6. – 18. 9. 2016

blog.berlinbiennale.de

Die 9. Berlin Biennale könnte zeitgenössische Kunst involvieren. Die Prancing Elites könnten die offiziellen MarkenbotschafterInnen der 9. Berlin Biennale werden. Ein Pop-Album von bildenden KünstlerInnen könnte die Pressemitteilung ersetzen. Performancekunst könnte die Zukunft fortschrittlicher Innenarchitektur sein und Krankheitstage der PerformerInnen könnten vergütet werden. Die KW Institute for Contemporary Art könnten Quadratmeter mit der Mall of Berlin tauschen. Die 9. Berlin Biennale könnte die Gegenwart in Drag wiedergeben. Oder auch nicht. (DIS)

Kuratorisches Team ist das New Yorker Kollektiv DIS mit den Mitgliedern Lauren Boyle, Solomon Chase, Marco Roso und David Toro.

Die kulturellen Interventionen von DIS bespielen eine große Spannbreite unterschiedlicher Medien und Plattformen, von ortsspezifischen Museums- und Galerieausstellungen wie CO-WORKERS – Network as Artist (2015, Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris), Ocean of Images: New Photography 2015 (The Museum of Modern Art, New York, US), DIS Image Studio (2013, The Suzanne Geiss Company, New York, US), ProBio im Rahmen von EXPO 1: New York (2013, MoMA PS1, New York, US) oder Dressing the Screen (2012, für den British Council, UCCA, Peking) bis hin zu fortlaufenden Online-Projekten. Unter diesen ist besonders DIS Magazine hervorzuheben, eine virtuelle Plattform, die sich mit Kunst, Mode, Musik und Kultur beschäftigt sowie neue kreative Praktiken gestaltet und unterstützt. Jüngste Projekte beinhalten DISimages, 2013, eine professionell arbeitende Bildagentur, die Künstlerinnen und Künstler anwirbt, Bilder für den privaten und kommerziellen Nutzen zu produzieren, sowie DISown, ein Einzelhandelsunternehmen mit dem Ziel, kreative Wirtschaftsbereiche zu erweitern. Durchgängig erforschen DIS in allen ihren Arbeiten die Spannungsfelder zwischen Populärkultur und institutioneller Kritik, indem sie ihre Projekte im Internet zur Verfügung stellen – dem öffentlichsten und demokratischsten aller Foren.

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Fotofestiwal Łódź

9. 6. – 19. 6. 2016, Łódź / Poland

www.fotofestiwal.com

This year’s anniversary edition of Fotofestiwal will begin on 9 June 2016 and last until 19 June 2016. The main theme of the fifteenth festival will be the experience intrinsically linked to photography from its very beginning – travel and the various forms of its recording and presentation.

The main theme, HIT THE ROAD: Photographers’ travel will comprise not only generic postcard photography, but also the forms that transcend it – conceptual, journalist and documentary photography.

We will take a look at the works of ROBERT RAUSCHENBERG, co-creator of pop-art, and at the photographs of DAVID “CHIM” SEYMOUR, one of the originators of the world famous Magnum Photos photo agency. The exhibitions under the Hit the Road scheme are curated by Alison Nordström, the artistic director of the Fotofestiwal and for many years, the curator of George Eastman House at Rochester, NY. The International Photography Festival in Łódź will also feature slideshows, over thirty exhibitions in the OFFROAD section (including photographs by Zdzisław Beksiński), portfolio review, Grand Prix exhibitions, photographic workshops and photowalks, as well as a large section devoted to photobooks (such as Photographic Publication of the Year and a presentation of books competing for the Aperture Foundation Photobook Awards). The festival also returns – in cooperation with Transatlantyk – to a film programme. We will present the freshest and the most interesting films on photographers and photography.

Fotofestiwal was born in 2001 as one of the first photography events in Poland. Since then, both photography and the ways of organising cultural events have changed. Fotofestiwal has always been up to date with these changes. It is intended as a space for various forms of photography and a forum for discussion on art and society, but also as a search for alternative methods of talking about photography and presenting it.

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with/against the flow. Zeitgenössische fotografische Interventionen

ifa-Ausstellungsreihe zu zeitgenössischer Fotografie aus Deutschland beginnt mit Positionen von Viktoria Binschtok und Michael Schäfer im Heidelberger Kunstverein

18. 6. – 28. 8. 2016, Heidelberger Kunstverein

Hauptstraße 97, 69117 Heidelberg

Wir leben im Zeitalter der Bilder: Fotografien dominieren Nachrichten- und Informationskanäle, kommen immer öfter aus der Handykamera und verbreiten sich schneeballartig im Netz. Als Auftakt zu der neuen Ausstellungsreihe with/against the flow stellt das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) in einer Doppelausstellung im Heidelberger Kunstverein Arbeiten von Viktoria Binschtok und Michael Schäfer vor, die solche Medienbilder aufgreifen.

Viktoria Binschtok (*1972 in Moskau) und Michael Schäfer (*1964 in Sigmaringen) verarbeiten Bilder aus den Medien weiter und reflektieren deren Funktionsweisen und angelegte Rezeptionsstrukturen. Durch diese Eingriffe wird die vorgefertigte Wirklichkeit der Medien sichtbar. Gleichzeitig untersuchen beide Künstler die sich anbahnende Autonomie von Bildern durch digitale Algorithmen. Mit dieser Arbeitsweise stehen Viktoria Binschtok und Michael Schäfer in der Tradition des künstlerischen Interesses an den Massenmedien der 1970er Jahre und repräsentieren eine jüngere Generation von Künstlern, die das Fotografische und Dokumentarische neu befragen.

Die Auftaktausstellung wird am 17. Juni 2016 um 19 Uhr eröffnet und ist vom 18. Juni bis 28. August 2016 im Heidelberger Kunstverein zu sehen. Im Anschluss geht sie auf eine mehrjährige Welttournee, die im Dezember 2016 im Georgian National Museum beginnt.

Die Ausstellungs- und Publikationsreihe with/against the flow stellt zeitgenössische fotografische Interventionen in den Mittelpunkt. Initiiert wurde die Reihe vom ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), das mit Ausstellungen Einblicke in bildende Kunst, Fotografie und Film, Design und Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts gibt. Kuratiert wird with/against the flow von Florian Ebner, Leiter der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang, Essen, und Christin Müller, freie Kuratorin und Autorin, Leipzig.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der ifa-Website.
Pressebilder zur Ausstellung sind online abrufbar.

Pressegespräch mit Kuratoren, Künstler und Künstlerin
17. Juni 2016, 11 Uhr

Eröffnung
17. Juni 2016, 19 Uhr

Über das ifa
Das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) engagiert sich weltweit für ein friedliches und bereicherndes Zusammenleben von Menschen und Kulturen. Es fördert den Kunst- und Kulturaustausch in Ausstellungs-, Dialog- und Konferenzprogrammen. Als Kompetenzzentrum der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik vernetzt es Zivilgesellschaft, kulturelle Praxis, Kunst, Medien und Wissenschaft. Es initiiert, moderiert und dokumentiert Diskussionen zu internationalen Kulturbeziehungen.
Das ifa ist weltweit vernetzt und setzt auf langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit. Es wird gefördert vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart.

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VI X VI Postionen zur Zukunft der Fotografie

Peggy Buth, Charlotte Dualé, Harun Farocki, Abrie Fourie, Anne Hardy, Inga Kerber, Philipp König, Susanne Kriemann, Michael Part, Josephine Pryde, Clunie Reid, Max Schaffer, Dirk Stewen, Una Szeemann & Bohdan Stehlik, Toilet Paper Magazine, Tris Vonna-Michell, Lidwien van de Ven

Landesgalerie Linz, 25. 5. – 21. 8. 2016

Museumstr. 14, 4010 Linz

Der Kunstverein in Hamburg und die Landesgalerie Linz zeigen VI x VI Positionen zur Zukunft der Fotografie, welche die Relevanz des Fotografischen innerhalb zeitgenössischer Bilddiskurse thematisieren. Verschiedene Generationen von KünstlerInnen setzen sich mit dem Fotografischen und seinen Manifestationen auseinander. In sechs Ausstellungskapiteln werden diese Prozesse gezeigt: Sechs Kapitel als Möglichkeitsräume, um das eigene Denken über das Fotografische zu überprüfen und neu zu formulieren.

Kuratorinnen: Bettina Steinbrügge, Amelie Zadeh
Ausstellungsarchitektur: Studio Miessen, Berlin

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Preisträger und Bilanz der 62. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen

Am 10. Mai gingen die 62. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen mit einem Besucherrekord von über 20.000 Eintritten zu Ende. Bei der Preisverleihung im Oberhausener Lichtburg Filmpalast wurden insgesamt 17 Preise verliehen. Der Hauptpreis des Festivals, der Große Preis der Stadt Oberhausen im Internationalen Wettbewerb, ging in die Schweiz an die Regisseurin Louise Carrin für Venusia, eine Studie der Beziehung zwischen der Inhaberin eines Luxusbordells und ihrer einzigen Freundin, einer ebenso unberechenbaren wie untalentierten Prostituierten. „Ein Film, der durch einfache Mittel in einem einzigen Raum ein ganzes Universum schafft“, schrieb die Internationale Jury in ihrer Begründung. Berlinale-Preisträger Lav Diaz gewann für seinen Kurzfilm Ang araw bago an wakas (The Day before the End) den Hauptpreis der Internationalen Jury.

Der Hauptpreis im Deutschen Wettbewerbs ging ebenfalls an eine Regisseurin, Vika Kirchenbauer für SHE WHOSE BLOOD IS CLOTTING IN MY UNDERWEAR, ein technisch verfremdeter und abstrahierter Blick auf Intimität und Körperlichkeit. Ein Film, „der die Gewalt der Lust nicht einfach vorführt, sondern gerade in der experimentellen Verfremdung förmlich auf das Publikum überträgt“, so die Begründung der Jury.

Die Preisträger des 18. MuVi-Preises für das beste deutsche Musikvideo wurden bereits am Samstag, 7. Mai 2016, ausgezeichnet.

Zu den beliebtesten Sektionen gehörte das Themenprogramm „El pueblo“ mit sechs von acht ausverkauften Vorstellungen. Zum ersten Mal zeigten die Kurzfilmtage begleitend zu den Filmprogrammen eine Kunstausstellung, „Josef Dabernig & Sun Xun“, die mit über 750 Besuchern an fünf Tagen ebenfalls erfolgreich abschloss und zu der sehr positiven Besucherbilanz beitrug.

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Preise des Internationalen Wettbewerbs und der Internationalen Jury

Mitglieder der Internationalen Jury:
Andrés Denegri (Argentinien), Stella Händler (Schweiz), Marta Kuzma (Schweden), Joanna Raczyńska (USA), Mika Taanila (Finnland)

Großer Preis der Stadt Oberhausen
dotiert mit 8.000 Euro

Venusia
Louise Carrin
Schweiz 2015, 34 Min. 11 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Ein Film, der durch einfache Mittel in einem einzigen Raum ein ganzes Universum schafft. Ein statisches Doppelporträt entfaltet sich zu einer dynamischen Landschaft der menschlichen Verfassung.

Hauptpreis
dotiert mit 4.000 Euro

Ang araw bago ang wakas
(The day before the end)
Lav Diaz
Philippinen 2015, 16 Min. 18 Sek., DCP, s/w

Begründung:
Der Hauptpreis geht an eine Arbeit von politischer Dringlichkeit. In anderen Kontexten kanonische Texte erreichen uns in drängender Umgangssprache, als Ort der letzten Zuflucht.

e-flux-Preis
dotiert mit 3.000 Euro
Für eine herausragende Film- oder Videoarbeit, die eine neue Form für das poetische und elektrische Potenzial des bewegten Bildes im Zeitalter globaler Informationsflüsse findet.

Mains Propres
(Washed Hands)
Louise Botkay
Brasilien 2015, 8 Min. 33 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Ein formal einfacher, aber komplexer Film über das Filmen und Gefilmtwerden, der einen sehr verstörenden Effekt hat. Diese Arbeit bezieht ihre Kraft aus einem der grundlegenden Instrumente des Kinos: dem Bildrahmen.

Lobende Erwähnungen

Centre of the Cyclone
Heather Trawick
Kanada/USA 2015, 18 Min. 20 Sek., 16 mm, Farbe

20 July.2015
Deimantas Narkevičius
Litauen 2016, 15 Min. 8 Sek., 3D DCP, Farbe

Jury des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

1. Preis
dotiert mit 5.000 Euro

Mitglieder der Jury:
Peter Braatz (Ljubljana), Christiane Heuwinkel (Wolfsburg/Bielefeld), Maike Mia Höhne (Berlin/Hamburg), Markus Lenz (Köln), Ulrike Sprenger (Konstanz)

489 Years
Hayoun Kwon
Frankreich 2016, 11 Min. 17 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Der Film 489 Years betritt die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea und führt den Zuschauer in einen Wald des Lebens und des Todes zugleich. Begleitet von authentischer Erinnerung eines Grenzsoldaten öffnet der Film mittels fantastisch realisierter Bilder den Blick auf eine wahre, jedoch verborgene Realität unserer Welt. Sowohl von der Grausamkeit als auch von der Schönheit dieses tödlichen Märchenwaldes hören und ahnen wir mehr als wir sehen. Dennoch macht der Film das Gefühl existentieller Ohnmacht und Angst in einem ständig verminten Raum körperlich greifbar. Die Perfektion in der Wiedergabe dieses Raumes wird durch die Vision der Zerstörung des Grenzgebietes noch überhöht. Falls Waffen Waffen zerstören und nicht Menschen, löst sich die Angst in Hoffnung. Ein Film von großer Tiefe, brillanter Schönheit und gesellschaftlicher Bedeutung. Für heute und erst recht für morgen.

2. Preis
dotiert mit 3.000 Euro

If It Was
Laure Prouvost
Großbritannien 2015, 8 Min. 52 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Den heiligen Hallen der Kunst assoziiert die Filmemacherin eine durchweg vom Ort selbst und seiner Geschichte inspirierte Utopie. In ihrem Film If It Was setzt sie der Realität des geschichtlich hochbrisanten Hauses der Kunst in München mit seiner nationalsozialistischen Überwältigungsarchitektur ein ebenso verrücktes wie witziges, sinnliches und durchaus weibliches Musée imaginaire entgegen. Ein von visuellen und thematischen Ideen überbordender Film, der uns hoffen lässt, dieses Museum der Träume einmal betreten zu dürfen.

Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis)

Mitglieder der Jury:
Peter Kremski (Deutschland), Tina Poglajen (Slowenien), Shy K. Segev (Israel)

If It Was
Laure Prouvost
Großbritannien 2015, 8 Min. 52 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Die FIPRESCI-Jury verleiht den Internationalen Kritikerpreis an den britischen Film If It Was von Laure Prouvost für die beeindruckende kinematographische Adaption einer gegenwärtig populären Gestaltungsweise im Internet für die große Leinwand, wobei er diese vergleichsweise profane Gestaltungsweise ins Poetische überhöht und mit einer in die Tiefe gehenden essayistischen Reflexion über die Freiheit der Kunst verbindet. In einem gewagten Spiel mit Bildern und Sprache und mit einem verführerischen subversiven Charme zeigt Laure Prouvosts multi-medial inspirierter Film in ästhetisch komplexer Weise auf, dass Kunst keine Grenzen kennt. Mit unverkennbar eigenem Stil und einer erstaunlichen Leichthändigkeit gelingt es Laure Prouvost dabei, das Publikum intellektuell und emotional für sich zu gewinnen.

Preis der Ökumenischen Jury
dotiert mit 1.500 Euro

Mitglieder der Jury:
Christian Murer (Schweiz), Dagmar Petrick (Deutschland), Thomas Schüpbach (Schweiz), Eberhard Streier (Deutschland)

489 Years
Hayoun Kwon
Frankreich 2016, 11 Min. 17 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
In seinen Erinnerungen nimmt uns ein Soldat mit auf eine Exkursion in das demilitarisierte Grenzgebiet zwischen Süd- und Nordkorea. Aus seiner Perspektive erleben wir in fesselnden computeranimierten Bildfolgen den gefährlichen Weg durch ein vermintes Paradies. Hier liegen Schönheit und Schrecken nahe beieinander, was uns die Ambivalenz äußerer sowie innerer Grenzen neu bewusst werden lässt.

ZONTA-Preis
dotiert mit 1.000 Euro
für eine Filmemacherin aus dem Internationalen oder Deutschen Wettbewerb

Eleganssi
(Elegance)
Virpi Suutari, Finnland 2015, 25 Min. 42 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Die Filmemacherin portraitiert eine geschlossene Gesellschaft von Männern mit alten Traditionen, raffinierten Gebräuchen und strengen Wertvorstellungen. Die Eleganz des Films erlaubt ungesehene Einblicke in die patriarchale Welt der Wirtschaftselite.

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Preise des Deutschen Wettbewerbs

Mitglieder der Jury des Deutschen Wettbewerbs:
Athanasios Karanikolas (Berlin), Doris Kuhn (München), Florian Keller (Winterthur)

Preis für den besten Beitrag des Deutschen Wettbewerbs
dotiert mit 5.000 Euro

SHE WHOSE BLOOD IS CLOTTING IN MY UNDERWEAR
Vika Kirchenbauer
Deutschland 2016, 3 Min. 24 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Dieser Film ist laut und intim. Er ist brutal und zärtlich. Ein theoretisch durchdachtes, ungemein sinnliches Konzeptvideo. Wir zeichnen einen Film aus, der die Gewalt der Lust nicht einfach vorführt, sondern gerade in der experimentellen Verfremdung förmlich auf  das Publikum überträgt – eine Auseinandersetzung über Identität, die uns ganz unmittelbar in ihrer Körperlichkeit getroffen hat.

3sat-Förderpreis
dotiert mit 2.500 Euro, für einen Beitrag, der sich durch eine neue Sichtweise auszeichnet.
Der Preis umfasst darüber hinaus das Angebot, den ausgezeichneten Beitrag zu erwerben und im 3sat-Programm zu präsentieren.

Telefon Santrali
Sarah Drath
Deutschland 2016, 7 Min. 38 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Ein Raum, der wie eine Schaltstelle funktioniert: zwischen früher und jetzt, zwischen Fortschritt und Rückschritt. Wir zeichnen einen Film aus, der mit sparsamen Mitteln glamouröse Bilder schafft. Und eine Regisseurin, die das ihr fremde Land nicht aus einer bequemen Außensicht beleuchtet, sondern aus seiner Geschichte. Frei von Exotismus, doppelbödig im politischen Kommentar. Und sogar das Internet schaut für einen Witz vorbei.

Lobende Erwähnung

Sites
Volker Schreiner
Deutschland 2015, 8 Min. 26 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Ein toller Film, weil er uns zeigt, dass man die Orientierung im Dunkeln finden kann, in Kunst und Natur und zwischen verrutschten Perspektiven. Selbst wenn er vorbei ist, hat er noch eine Überraschung parat: Er besteht aus Found Footage.

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Preise des NRW-Wettbewerbs

Mitglieder der Jury:
Florian Deterding (Düsseldorf), Sylke Gottlebe (Dresden), Andreas Heidenreich (Darmstadt)

Preis für den besten Beitrag des NRW-Wettbewerbs
dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von der NRW.Bank

Ocean Hill Drive
Miriam Gossing, Lina Sieckmann
Deutschland 2016, 20 Min. 49 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Atmosphärisch dicht entwickelt der Film einen Sog, der die Spannung zwischen Surrealistischem und Dokumentarischem hält. Die Filmemacherinnen vertrauen dabei der Aussagekraft ihrer Bilder, die eine feinsinnige Verbindung mit der Tonebene eingehen. Beeindruckt von der Konsequenz, mit der Miriam Gossing und Lina Sieckmann ihre künstlerische Handschrift weiterentwickelt haben, vergibt die Jury den Preis für den besten Beitrag im NRW-Wettbewerb an den Film Ocean Hill Drive.

Förderpreis des NRW-Wettbewerbs
dotiert mit 500 Euro, gestiftet von der NRW.Bank

Das Leben ist hart
Simon Schnellmann
Deutschland 2015, 3 Min., DCP, s/w

Begründung:
Kein Strich zu viel, keine Pointe zu wenig – minimalistisch, konzentriert und voller Ideenreichtum inszeniert der Filmemacher auf den Punkt.

Preis der West ART-Zuschauerjury
dotiert mit 750 Euro, gestiftet von West ART

Ein Aus Weg
Simon Steinhorst, Hannah Lotte Stragholz
Deutschland 2016, 19 Min. 57 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Er langweilt nie. Er ist spannend. Er ist lebensnah. Er ist echt. Und er ist vielfältig in seinen filmischen Mitteln. Damit erfüllt er alle Ansprüche, die wir an einen Film legen, damit er uns fesselt und hineinzieht und abtauchen lässt in eine uns unbekannte, neue Welt.
Der animierte Dokumentarfilm Ein Aus Weg von Simon Steinhorst und Hannah Lotte Stragholz bringt uns in 20 Minuten den jungen Inhaftierten Alex K. ganz nah, der sich in Interviews den Fragen des Autoren und Seelsorgers Max Prosts über den Sinn des Lebens stellt. Wir hören gebannt seinen Erzählungen zu – über ein kleinkriminelles Leben zwischen Strafgefangenschaft und Freiheit, zwischen gesellschaftlicher Normalität und Diebstahl, Liebe und Drogen. Während Alex K. dezent hoffnungsvoll in die Zukunft blickt, berichtet der um Dialog bemühte Kriminalhauptkommissar Werner B. nüchtern über die Justiz in Deutschland und seinen polizeilichen Alltag. Seine Prognose für Alex’ Zukunft: In spätestens neun Monaten wird er wieder straffällig. Darauf wettet er ein Eis.
Von Hand animierte, farbige Bilder, Montage, Sounddesign, Musik, Drehbuch und die authentische Geschichte des Alex K. – wir, die West ART-Zuschauerjury, loben die stimmige, gelungene und fesselnde Komposition der unterschiedlichen Spielebenen und freuen uns, dass Kriminalhauptkommissar Werner B. seine Wette mittlerweile verloren hat.

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Preise des 39. Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs

Preis der Kinderjury
dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet Peugeot BECKERfrance

Mitglieder der Jury:
Aleyna Aydin, Allan Burfeind, Emre Gökoglu, Nailany Weimer, Henrike Wilhelm

Hugo Bumfeldt
Éva Katinka Bognár
Ungarn 2015, 12 Min. 02 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Zu entscheiden, wer den Preis des 39. internationalen Kinderfilmwettbewerbs bekommt, fiel uns zwar schwer – aber doch waren wir von einem Film von Anfang an überzeugt. Er erzählt von Freundschaft, Heimweh und Trauer. Und von Aliens, die Taucher statt Goldfische hüten. Die Figuren sind bunt und ungewöhnlich, die Geschichte spannend, witzig und berührend zugleich, auch Ton und Musik werden super eingesetzt. Außerdem denkt man durch den Film darüber nach, wie man mit anderen Lebewesen umgeht.

evo-Förderpreis der Kinderjury
dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von der Energieversorgung Oberhausen AG (evo)

Novembre
Marjolaine Perreten
Frankreich/Schweiz 2015, 4 Min., DCP, Farbe

Begründung:
Den EVO-Förderpreis vergeben wir an einen Film, der bestimmt jedem Zuschauer ein kleines oder größeres Lächeln ins Gesicht zaubert. Er ist schlicht, aber sehr schön animiert. Die Farben und Formen machen eine ganz besondere Stimmung, die grauen Himmel und Regen so wirken lassen, als ginge er ja doch wieder vorbei. Und das stimmt ja auch – und bis dahin muss man sich gegenseitig helfen und die dicken Tropfen nicht so schwer nehmen.

Lobende Erwähnung der Kinderjury

Boy-Razor
Peter Pontikis
Schweden 2015, 11 Min. 27 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Die lobende Erwähnung sprechen wir einem Film aus, der uns von der ersten Sekunde an gefesselt hat. Die spannende Geschichte und die jungen Schauspieler sind einfach toll. Besonderen Spaß haben uns die Farben und die actionreiche Kameraführung gemacht. Auch wenn es am Ende alles gut geht, zeigt dieser Film, dass wütende Entscheidungen aus dem Bauch heraus selten die sind, die sich gut anfühlen.

Preis der Gastjury des Internationalen Kinderfilmfestivals Filem’on, Brüssel

Bounce
D.C. Barclay/Rory Lowe
Großbritannien 2015, 10 Min. 19 Sek., DCP, Farbe

Preis der Jugendjury
dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet vom Rotary Club Oberhausen

Mitglieder der Jury:
Maria Eduarda Barbosa, Natalie Mengede, Finn Rubin, Anne Schulzki, Nasstassja Twumasi

Viaduc
Patrice Laliberté
Kanada 2015, 18 Min. 48 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Der Preis des internationalen Jugendfilmwettbewerbs geht an einen Film, der gleichermaßen spannend und tiefgründig ist. Der Einsatz der Musik sowie die Kameraarbeit haben uns beeindruckt, da sie packende Szenen zu echten Höhepunkten steigern. Der Film regt dazu an, hinter die Fassade von Handlungen und Haltungen zu blicken und Vorverurteilungen zu hinterfragen. Besonders hervorheben wollen wir die Bandbreite an Themen, die der Film aufgreift: Familie und Verlust, Sprachlosigkeit. Jeder Bruch kann als Möglichkeit verstanden werden eine Brücke zu schlagen scheint eine der Botschaften zu sein. Intime familiäre Beziehungen werden in Kontext gesetzt zu politischen Aspekten wie Krieg und Patriotismus.

Lobende Erwähnung der Jugendjury

Pieniä kömpelöitä hellyydenosoituksia
(Clumsy Little Acts of Tenderness)
Mila Tervo
Finnland 2015, 8 Min. 56 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Die lobende Erwähnung des internationalen Jugendfilmwettbewerbs wollen wir einem Film aussprechen, der uns mit seinem Charme und Witz überzeugt hat. Peinlichkeiten und Missverständnisse, die in einer Tochter-Vater-Beziehung vorkommen, werden mit einer solchen Ironie und Überspitzung dargestellt, dass sie alle Altersklassen in den Bann ziehen, ohne den Ernst dieses Geschlechter- und Generationenverhältnisses zu vernachlässigen.

Prädikat der Ökumenischen Jury für einen Film im Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerb
verbunden mit der Empfehlung an Matthias Film und das Katholische Filmwerk, diesen Film für ihre Filmarbeit anzukaufen

Viaduc
Patrice Laliberté
Kanada 2015, 18 Min. 48 Sek., DCP, Farbe

Begründung:
Der 17jährige Mathieu unternimmt eines nachts eine waghalsige Aktion, um ein Graffiti an eine Autobahnbrücke zu sprayen. Erst am Schluss eines spannungsgeladenen Films, der auf vielfältige Art und Weise Lebenswelten von Jugendlichen aufzeigt, erschließt sich die Motivation seines Handelns. Dadurch regt Viaduc an, eigene Vorurteile und oberflächliche Betrachtungsweisen zu hinterfragen.