Kate Strain wird neue künstlerische Leiterin des Grazer Kunstverein

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Die Suche nach einer neuen künstlerischen Leitung für den Grazer Kunstverein hatte 111 Bewerbungen sowohl aus dem In- wie Ausland zur Folge. Die Jury hatte die schwierige Aufgabe, eine Vorauswahl aus der Vielzahl der qualitativ sehr hochwertigen Bewerbungen zu treffen. Aus den in einem Interview befragten KandidatInnen wurde schließlich die neue künstlerische Direktorin ausgewählt:

Die irische Kuratorin Kate Strain (1983, Dublin) wird ab 1. September 2016 die Funktion der neuen künstlerischen Direktorin übernehmen.

In den letzten Jahren hat Strain eine lebendige Praxis als unabhängige Kuratorin entwickelt. Dabei ist sie von ihrem Engangement inspiriert, die Überschneidung zwischen Performance (der Präsentation eines vorbereiteten Szenarios) und Performativität (die Konstituierung von Bedeutung durch Handlungen oder Praktiken) in der bildenden Kunst heute zu erforschen. Sie war in vielen unterschiedlichen Organisationen tätig, wie in dem interdisziplinären Project Arts Centre in Dublin oder dem ländlichen Kunstraum Cow House Studio in Wexford, beide in Irland. In ihrer gesamten Arbeit mit KünstlerInnen ist es ihr ein besonderes Anliegen, Projekte auf Weisen zu realisieren, die deren breitere Relevanz und inhärente Wirkmächtigkeit reflektieren und beleben.

Zu ihren laufenden Projekten gehören The Centre For Dying On Stage, eine Forschungsplattform und auftragsvergebende Institution für künstlerische Projekte, die Ideen rund um die Begriffe des Verschwindens und der Performance erkundet; On Curating Histories, ein generatives Forschungsprojekt und Vorlesungsserie, welche die Geschichte des Kuratierens untersucht; und RGKSKSRG, eine zu zweit ausgeführte kuratorische Praxis, bei der sie mit Rachael Gilbourne zusammenarbeitet. Zu den neueren Ausstellungen zählen The Re-appropriation of Sensuality, eine Solo-Ausstellung von Emma Haugh in der NCAD Gallery, Dublin, und die damit verbundene Live-Produktion This is Public and Sexy im Studio 468, Dublin; The Man Who Sat On Himself, eine von ihr co-kuratierte Gruppenausstellung in der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Turin; Clerk of Mind, eine Solo-Ausstellung von Chris Evans im Project Arts Centre, Dublin; Father Can’t You See I’m Burning?, eine co-kuratierte Gruppenausstellung im de Appel Arts Centre, Amsterdam; und Tonight you can call me Trish, eine Gruppenausstellung in The LAB, Dublin.

2016 war Strain Mitgründerin des ersten Department of Ultimology in Zusammenarbeit mit Fiona Hallinan im Trinity College Dublin. Zudem hat sie das Young Curators Residency Programme in der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Turin (2015), und das de Appel Curatorial Programme, Amsterdam (2013/14), absolviert.

Unter der Direktion von Krist Gruijthuijsen hat sich der Grazer Kunstverein zu einer herausragenden Institution entwickelt, deren experimentelles, komplexes und weitreichendes Programm ein enormes Ausmaß an nationaler und internationaler Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Die Jury ist davon überzeugt, dass Kate Strains tiefgehendes Wissen und überwältigende Energie positiv zum Erbe der Institution beitragen wird.