GLOBALE AKADEMIE? Tagung der Internationalen Sommerakademie Salzburg

Kursprogramm: 18. 6. – 27. 8. 2016

Tagung: 5./6. 8. 2016

Kursprogramm Festung Hohensalzburg, Mönchsberg 34, 5020 Salzburg
Tagung Künstlerhaus Salzburg, Hellbrunner Straße 3, 5020 Salzburg

Globale Akademie?“ ist das Motto des Kursprogramms und der Tagung der Internationalen Sommerakademie. Bereits seit ihrer Gründung 1953 ist die Sommerakademie der Internationalität ihrer Lehrenden und Studierenden verpflichtet. Die Vorstellung jedoch davon, was die internationale bzw. globale Kunstwelt umfasst, hat sich seither sukzessive erweitert. Mittlerweile kommen die Studierenden aus mehr als 50 Ländern und die Lehrenden tatsächlich aus dem globalen Kunstbetrieb.

Kursprogramm
Wie kann Kunst aus verschiedenen Regionen der Welt sowohl lokal wirksam als auch global verstanden und vermittelt werden? Auf welchem kulturellen Wissen baut die Kunstproduktion, -rezeption und -vermittlung auf und wer kann was von wem lernen? Wie
kann man eine gemeinsame Sprache finden und wie funktionieren dabei die Übersetzungsprozesse? Damit befassen sich auf die eine oder andere Art und Weise die 22 Kurse, die eine große Vielfalt unterschiedlicher künstlerischer Themenstellungen abdecken. Sie reichen von aktueller Malereiforschung mit Varda Caivano, über Das Buch als gedruckter Raum mit Bernhard Cella, bis zu Steinbildhauerei mit Andreas Lolis oder dem Malereikurs Hommage vonTex Rubinowitz. Das Thema Globalisierung stellt sich dabei jeweils spezifisch. So untersucht feld72 im Kurs Public Space, wie in der Stadt Salzburg das Globale auf das Lokale und das Regionale trifft und wie das seinen Ausdruck in der Gestalt und den Ökonomien der Stadt findet. Alya Sebti fragt, wie KuratorInnen die großen Herausforderungen, die durch die Unübersichtlichkeit unzähliger neuer globaler Kunstszenen entsteht, meistern können, wie unter diesen Bedingungen recherchiert und die neuen Impulse in der eigenen Arbeit fruchtbar gemacht werden können.

Tagung

Wie Kunst lernen und lehren in der globalisierten Welt?
Die staatlichen Akademien sind zunehmend global ausgerichtet, unzählige Atelierprogramme für Auslandsaufenthalte auf der ganzen Welt ermöglichen KünstlerInnen und KuratorInnen an spezifischen Orten Kontakte zu knüpfen und zu recherchieren. Der Fokus dieser Tagung liegt jedoch auf Modellen und Initiativen für unterschiedliche formelle und überwiegend informelle Kunstaus- und -weiterbildungsmöglichkeiten, wie z.B. Spring Sessions in Amman, ruangrupa inJakarta, Casas Tres Patios in Medellin, RAW in Dakar, Roaming Academy in Arnhem oder Open school East inLondon. Einige dieser Institutionen programmieren Ausstellungen, Vorträge, Residencies und darüber hinaus auch kürzere und längere Workshops, Kurse und andere Ausbildungsmodule, andere sind vorwiegend „Schulen“. Die hier getroffene Auswahl ist exemplarisch und versucht unterschiedliche Modelle, Methoden und Organisationsformen zu vergleichen. Gemeinsam ist ihnen die globale Perspektive auf der einen Seite und die lokale Verankerung auf der anderen sowie der Anspruch sich permanent zu erneuern und neue Modelle zu entwickeln und auszuprobieren.

Am Freitagabend geben zwei Vorträge einen Einblick in die Thematik der Tagung. Sam Thorne (Nottingham Contemporary) wird über den aktuellen Stand der Diskussion um innovative Modelle berichten. Regina Bittner (Bauhaus Akademie Dessau) wird über die Weltuniversität in Shantiniketan als wichtiges historisches Beispiel einer Kunstschule in Indien sprechen und dessen Beziehungen zum Bauhaus in Dessau thematisieren. Am Samstag folgen Präsentationen unterschiedlicher Institutionen und Initiativen.

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Eine Anmeldung bis zum 20. Juli 2016 erfolgt via Email an:office@summeracademy.at

Detaillierte Informationen finden Sie im Webauftritt der Sommerakademie unter: www.summeracademy.at

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Trevor Paglen Wins The Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2016

Trevor Paglen (b.1974, USA) has been awarded the Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2016 at a special ceremony in The Photographers’ Gallery this evening, Thursday 2 June 2016. The £30,000 award was presented by BBC journalist and HARDtalk presenter Stephen Sackur. 

The Prize is awarded to a photographer of any nationality for their significant contribution to the medium of photography either through an exhibition or publication, in Europe between 1 October 2014 and 30 September 2015. 

Paglen won for his exhibition The Octopus at Frankfurter Kunstverein, Frankfurt, Germany (20 June – 30 August 2015). Paglen’s project aims to represent complex topics like mass surveillance, data collection, classified satellite and drone activities and the systems of power connected to them. Paglen’s installation comprise images of restricted military and government areas, skylines showing the flight tracks of passing drones, sculptural elements and research assembled in collaboration with scientist, amateur astronomers and human rights activists. Through his work Paglen demonstrates that secrets cannot be hidden from view, but that their traces and structures are visible evidence in the landscape.

Trevor Paglen was chosen by jury members: David Drake, Director Ffotogallery, Cardiff; Alfredo Jaar, Artist; Wim van Sinderen, Senior Curator at The Hague Museum of Photography; Anne-Marie Beckmann, Director, Deutsche Börse Photography Foundation and Brett Rogers, Director, The Photographers’ Gallery as the non-voting chair.

The other shortlisted artists for the Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2016, each awarded £3,000, are: Laura El-Tantawy (b. 1980, UK/Egypt) for her self-published photobook In the Shadow of the Pyramids (2015); Erik Kessels (b. 1966, The Netherlands) for his exhibition Unfinished Father at Fotografia Europea, Reggio Emilia, Italy (15 May – 31 July 2015) and Tobias Zielony (b. 1973, Germany) for The Citizen, exhibited as part of the German Pavilion presentation at the 56th Biennale of Arts, Venice, Italy (9 May – 22 November 2015).

The Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2016 is organised by The Photographers’ Gallery and is on display until 3 July 2016. It will be followed by a presentation at the Deutsche Börse headquarters in Frankfurt/Eschborn from 1 September – 31 October 2016.

Brett Rogers, non-voting Chair of the Jury and Director of The Photographers’ Gallery said, on behalf of the jury: The jury recognised Trevor Paglen’s project The Octopus for its significant contribution to current issues that deal with the disquieting impact of the unseen aspects of technology on our daily lives. They acknowledged the depth of research and variety of approaches he has developed to deal with subjects ranging from government and military surveillance to drone warfare.  He successfully transforms these invisible means of control into compelling aesthetic objects and photographs, often referencing modernist paintings. 

Anne-Marie Beckmann, Director, Deutsche Börse Photography Foundation said: We congratulate the winner of the Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2016, Trevor Paglen. It is our great pleasure to continue the long term-commitment to the Prize and our engagement in promoting contemporary photography with the newly established Deutsche Börse Photography Foundation. We are delighted to present one of the most renowned photography prizes under its new title.

Arne Schmitt: Zwei Arbeiten

04. Juni 2016 – 09. Juli 2016
K’ – Zentrum Aktuelle Kunst
Alexanderstraße 9b, 28203 Bremen
Mittwoch – Freitag, 14 – 18 Uhr
Samstag, 12 – 16 Uhr
Arne Schmitts Arbeiten handeln von Geschichte, Gesellschaft und Ideologie – auf der Folie von Architektur und Städtebau. Er zeigt dabei etwa die Übergänge und Brüche zwischen den verschiedenen deutschen Staaten auf – vom frühen 20. Jahrhundert bis heute – zwischen Nationalsozialismus und der neugegründeten BRD und schließlich auch im wiedervereinigten neoliberalen Deutschland. Für seine Argumentationen stellt er stets Fotografien und Texte in engen Zusammenhang. Durch diese Montagen legt er die ideologischen Schichten offen, auf denen Architektur und Stadt gebaut sind. Dabei arbeitet er künstlerisch wie analytisch, entlang an Bauten, Bildern und Texten.
In seiner zweiten Einzelausstellung in der Galerie K’ zeigt Arne Schmitt eine Konstellation von zwei Arbeiten. Mit weniger mehr schaffen ist ein Film zum Lehrbuch des deutschen Architekten Ernst Neufert, zu dessen Ledigenheim in Darmstadt Schmitt bereits 2015 gearbeitet hatte. Neuferts “Bauentwurfslehre” wurde 1936 zuerst veröffentlicht und gilt bis heute als Standardwerk in der architektonischen Praxis. Im Film wird dieses höchst technische und reich illustrierte Fachbuch auf seinen ideologischen Gehalt hin “gelesen”: Während sporadisch eine Auswahl von Buchseiten bildlich abgerufen wird, stellt die Sprecherinnenstimme all jene grundlegenden theoretischen Zusammenhänge her, die durch den ausgewiesenen Praxisbezug des Buches unterschlagen werden. Durch die intermediale Montage des Films wird der ideologische Gehalt sichtbar, der im Nationalsozialismus seinen Ausgangspunkt hat und seitdem durch 40 Auflagen hindurch von den Herausgebern aktualisiert wird.

In seiner fotografischen Arbeit So viel wie nötig, so wenig wie möglich beschäftigt sich Schmitt mit der Umnutzung des Sulzer Areals in Winterthur. In den Sulzer Werken wurden die ersten Dieselmotoren, später auch Webmaschinen und Schiffsmotoren gefertigt. Bis in die 1980er Jahre hinein war es Mittelpunkt der örtlichen Industrie und der Stadt Winterthur. Nachdem Sulzer den Standort aufgegeben hatte, begann ein langwieriger Transformationsprozess: Auf dem Gelände ist heute ein neues Viertel aus historischen, umgenutzten und modernen, neuerrichteten Gebäuden entstanden – ein Quartier zwischen Soziokultur, Kreativwirtschaft und Luxus, wie man es in vielen Städten heute findet. Mit den Mitteln von Fotografie und Text beschreibt Arne Schmitt das Sulzer Areal als exemplarische Formation des Neoliberalen in Architektur und Städtebau.

(Radek Krolczyk)

Was könnte dagegen einzuwenden sein, gerade das Benötigte bereitzustellen? Oder dagegen, das Bestmögliche mit dem geringsten Einsatz zu erreichen? Die Argumente der Ökonomie sind schwer zu entkräften, besonders in Zeiten behaupteten Mangels: sie legen nahe, Widersprüche zu befrieden, anstatt sie aufeinanderprallen zu lassen – sich auf Vertrautes zu verlassen, anstatt Neues zu erproben. Die grundlegenden Fragen (Wozu dient etwas? Wem nützt es, wem schadet es?) verstummen zugunsten der praktikablen (Was ist machbar? Wo liegt der Mittelweg, der Kompromiss?).

Dabei wird bewusst unterschlagen, dass gerade die Krisenzeit das Potential nachhaltiger Veränderung birgt. Vor die Wahl zwischen A und B gestellt, vergisst man schnell, dass einst C möglich war und künftig D vorstellbar ist.

(Arne Schmitt)