photo graz 016. Biennale der steirischen Fotokunst.

2016 feiert die Kulturvermittlung Steiermark das 10 Jahre-Jubiläum von photo graz. Mit dieser Fotobiennale verfolgt der Verein das Ziel, die lokale und regionale Fotoszene zu dokumentieren, zu präsentieren und zu vernetzen. Bezeichnend für photo graz ist die Vielfalt der Bildsprache, der inhaltlichen Ansätze und ihrer technischen Ausfertigung. Arrivierte und international tätige Fotokünstler/innen finden sich generationsübergreifend neben Fotostudenten/innen und auch Amateuren/innen.

Graz und die Steiermark hatten sich ab den 1950er Jahren – mehr als damals die Bundeshauptstadt – zu einem Ort der Produktion und Vermittlung progressiver Fotografie entwickelt. Die Protagonisten dieser Zeit trugen maßgeblich dazu bei, die Fotografie als Kunstform in Österreich zu etablieren. Zusätzlich schufen sie wichtige Institutionen um jüngere Generationen in den Grazer Fotoschulen mit Fotokunst zu konfrontieren. Mit dieser Tradition wurde die Stadt zu einem reichen Nährboden für zeitgenössische Kunst und Fotografie.

photo graz wurde 2005 erstmals durchgeführt und wird seit 2006 als Biennale ausgerichtet. Mit jeder Ausgabe wurden rund 200 Fotokünstler/innen und Fotokollektive, geboren oder tätig in der Steiermark, an immer neuen Orten in Graz präsentiert. Mit der Reihe „photo graz selection“ wurden ausgewählte Beiträge in Galerien, Museen und auf Kunstfestivals im benachbarten Ausland auch einem internationalen Publikum vorgestellt.

Dieses Jahr wurden 217 Fotoarbeiten aus dem Zeitraum 2014-2016 eingereicht, die im begleitenden Handbuch und im Internet präsentiert werden. Eine Jury aus vier internationalen Kunstexperten/innen hat daraus 38 Positionen für die Ausstellung im Minoritenkonvent ausgewählt.

Erwin SCHWAB Mario SCHWEIGHOFER Bernd SIEBER Oliver SPILLER Christina TSILIDIS IngridVIEN Klaus Dieter ZIMMER zweintopf Jörg AUZINGER beba fink Tom BIELA Karl CEBUL Peter DITTRICH Claudia GANSBERGER Nicole GREINER Martin HANUS Leon HÖLLHUMER Nicole HOPFER Sylvia HURYNOWICZ Heidrun KOCHER-KOCHER Tereza KRIZMANICH Christian LAPP Moritz LECHNER Alois LOIDL Ulrike MAYRHUBER Bernd OBERDORFER Wolfram ORTHACKER Franz PACHER Klaus PICHLER Manfred PICHLER Robert PICHLER Erwin POLANC Heinz PÖSCHKO Verena ROTKY + Stephan WEIXLER Robert W. SACKL-KAHR SAGOSTIN Franz SATTLER Bianca SCHARLER Nina SCHUIKI

 
Veranstalter: Kulturvermittlung Steiermark
Kuratorische Leitung: Gerhard Gross
Ausstellungstechnik: Team der Kulturvermittlung Steiermark

Jury:
Carl Aigner Museum Niederösterreich, St. Pölten
Michaela Bosáková Central European House of Photography, Bratislava
Gregor Schuster Darmstädter Tage der Fotografie, Darmstadt
Eleni Tsitsirikou Helsinki International Artist Programme, Helsinki

Gefördert durch: Kulturamt der Stadt Graz, Bürgermeisteramt der Stadt Graz, Land Steiermark- Kultur, Europa, Außenbeziehungen

Ausstellung: Peter Dressler. Wiener Gold

Kunst Haus Wien, 16. November – 5. März 2017

KuratorInnen: Rainer Iglar in Zusammenarbeit mit Christine Frisinghelli und Michael Mauracher

Das KUNST HAUS WIEN würdigt mit der ersten Retrospektive in Wien das Werk von Peter Dressler, ein Werk in dem die Stadt Wien eine zentrale Position einnimmt. Wie wenige andere Persönlichkeiten hat Dressler (1942 – 2013) als Fotograf und Filmemacher, Akademielehrer, Sammler und kritischer Teilnehmer der Kunstszene die österreichische Fotografie seit den 1970er-Jahren mit beeinflusst. Dresslers künstlerisches Interesse am Medium Fotografie hat seit jeher die Faszination für die Geschichte des Mediums eingeschlossen.

Den Stoff seiner frühen dokumentarischen Serien und Bild-Erzählungen findet Dressler in Wien, dort, wie er selbst sagt, „wo noch die Substanz, Qualität, schlechthin die Magie des Alltäglichen in hohem Maß vorhanden ist“. Später wird sein (von ihm so bezeichneter) „Realismus der siebziger Jahre“ von Tableaus und Bildfolgen und einer poetischen und filmischen Vorgangsweise abgelöst. Zwischenspiel, sein bedeutendes Künstlerbuch von 1989, entwickelt seinen besonderen Reiz aus den vielfältigen Bezügen und Anspielungen zwischen den Einzelbildern.

Ende der 1980er-Jahre verändert sich erneut seine fotografische Bildsprache: Der Künstler selbst wird zur Hauptfigur und zum Akteur seiner melancholischen bis grotesken Bilderzählungen, er wird zum Koch „eher seltener Rezepte“ oder zum Solo-Tennisspieler im leer geräumten Semper-Depot. Mit kraftvollem Humor verlebendigt er gefundene und erfundene Szenarien durch seine Person und artikuliert kunstgeschichtliche wie auch gesellschaftliche Zusammenhänge und menschliche Verhaltensweisen. Dabei ist er oft großartig witzig, wobei sich sein Witz immer aus dem ernsten Wissen um die tragikomischen Seiten der menschlichen Existenz und die subtilen Möglichkeiten des Mediums Fotografie speist.

Ausstellung: „Fragments of HiStories“ – Archives & Objects/ Collections & Montages

Tina Bara, Nadja Bournonville, Pauline Izumi Colin, Lena Rosa Händle, Ahmed Kamel, Susanne Keichel, Emanuel Mathias, Paula Muhr, Marcel Noack, Sandra Schubert, Jakub Simcik, Jonas Wilisch

Tina Bara über die Ausstellung:

Die Ausstellung ist auf Einladung des Neuen Sächsischen Kunstvereins e.V. entstanden, im KUNSTRAUM Dresden Kunst-Lehrende mit ihren Meisterschüler*Innen auszustellen und mit uns diese Reihe zu beginnen.

Abgesehen davon, dass mir die Wortkombination Meister + Schüler nicht mehr zeitgemäß erscheint, sondern eher wie ein übrig gebliebenes historisches Wortrelikt – eine Hülle, die einen neuen oder anderen Inhalt meinen könnte – habe ich die Herausforderung sehr gern angenommen, um einen Blick darauf zu werfen, was entsteht, wenn einzelne Positionen der KünstlerInnen, die inzwischen alle ihren eigenen Weg gehen, zusammengeführt werden.

Für die Ausstellung war also kein Thema ausschlaggebend, auch keine These oder eine gemeinsam erarbeitete Fragestellung, sondern lediglich die Tatsache, dass die elf Studierenden nach ihren Diplomabschlüssen (an der HGB, in meiner Klasse oder an anderen Kunstakademien und in anderen Ländern) eine weiter führende Zeit im Austausch mit mir verbracht haben, um ihre Arbeit weiter zu treiben – eher im diskursiven Austausch, als in einer klassischen Lehrsituation. Da wir uns freiwillig für dieses gegenseitige Verhältnis entschieden haben, leitete mich auch beim Zusammenstellen der ausgewählten Arbeiten mein eigenes Interesse für diese Arbeiten und eine Affinität für bestimmte künstlerische Haltungen und Themenstellungen, so dass das, was durch das Kuratieren entsteht, mehr ist als das zufällige Nebeneinander von individuellen künstlerischen Positionen. Selbstverständlich ist das Individuelle zu allererst in den Arbeiten enthalten, darüber hinaus ging es mir jedoch auch um Interessenschwerpunkte meiner künstlerischen Lehre, die sich immer auch im Miteinander mit den jungen Positionen entwickelt. Die hier gezeigten Arbeiten sind Ausschnitte aus den Abschlussarbeiten der MeisterschülerInnen oder bereits unmittelbar danach entstanden.

Was sichtbar wird: dass das Medium Fotografie auf ganz unterschiedliche Art und Weise benutzt wird, dass es installativ und medial erweitert wird. Die KünstlerInnen greifen auf vorhandenes Bildmaterial zurück oder inszenieren eigene Bildwelten oder fotografieren subjektiv oder im dokumentarischen Stil. Bei mehreren Arbeiten gibt es neben der Bild- eine Text-Ebene und/oder das Medium Fotografie wird um das bewegte Videobild erweitert. Methodisch oszillieren die Arbeitsansätze zwischen poetischen, narrativen, aber auch konzeptuellen Strategien. Dabei gehört eine intensive Recherche bei allen als wesentliches und begleitendes Element zum künstlerischen Schaffensprozess.

In dieser Ausstellung zeigt sich die Suche und Prüfung dessen, was uns, was die verschiedenen Arbeitsansätze verbindet, wo Schnittpunkte entstehen und welche Interessenfelder sich herauskristallisieren.

Fragments of HiStories

Darin steckt die Affinität, nicht den Überblick ins Bild zu setzen, keiner wie auch immer gearteten Linearität folgen zu wollen, sondern im Ausschnitthaften, im Angerissenen, Angedeuteten und Bruchstückhaften erzählen zu wollen. Es geht in allen Arbeiten, egal ob sie eher seriell und konzeptionell ausgerichtet sind oder poetisch und subjektiv, immer um einen Rest von Geschichte oder Geschichten, auch wenn sie eher im Handlungsimpuls, der sich in die Arbeit einschreibt, als in einer direkten Erzählung liegen. Das grundliegende Interesse formuliert sich in keiner der Arbeiten vordergründig in formellen oder kunstimmanenten Fragestellungen, sondern in Rückkopplungen an gesellschaftliche, persönliche, biografische und weiterführende Themen, die an andere, auch wissenschaftliche Bereiche andocken, die das menschliche Wesen und Handeln erforschen: wie Soziologie, Psychologie und (Kultur)Geschichte.

Archives & Objects / Collections & Montages

Der Untertitel spielt auf Quellen und Bearbeitungsmethoden an, die in unterschiedlicher Gewichtung in allen Arbeiten zu finden sind.
Bei allen ausgewählten Arbeiten spielen eigene oder fremde Archive und Sammlungen eine ausschlaggebende Rolle. Sie werden angelegt, untersucht, benutzt und künstlerisch bearbeitet.

Auch wenn Portraits und Körper auf den Fotografien abgebildet sind, so werden doch auch die Fotografien an sich befragt und wahrgenommen und somit als Träger vorgeführt, die etwas zeigen, das über Personenabbildungen hinausgeht.

(Fotografierte) Objekte können oft mehr über die Geschichten der Menschen bzw. bestimmte Aspekte und politische Zusammenhänge erzählen. Sie sind in Verbindung mit ihrer Benutzung und Entstehungsgeschichte eng an menschliche Handlungen gebunden.

Im Montieren von assoziativen und narrativen Fragmenten und Momenten, die sich in den Fotografien, Filmstücken und Texten abbilden, entstehen vielschichtige Zusammenhänge, die sich eindeutigen Interpretationsmustern meist entziehen und zu einem komplexen Wahrnehmen und Denken auffordern, in dem Bekanntes auf Unbekanntes, sowie Sichtbares auf Unterbewusstes trifft und eher Fragen gestellt als Antworten gegeben werden.

Interessiert hat mich letztendlich auch die Generation meiner ehemaligen MeisterschülerInnen: fast alle sind um 1980 herum geboren (als ich ungefähr begann zu studieren), die Hälfte noch im Osten, die andere Hälfte ganz woanders. Alle waren zum Zeitpunkt der alten Systemauflösungen und der beginnenden digitalen Revolution Kinder und wuchsen selbstverständlich mit neuen Medien und ohne Mauer und kalten Krieg auf. Dennoch verarbeiten fast alle Geschichte und Gegenwart und verbinden diesen Prozess mit zeitgenössischen Fragestellungen an ihre eigene Generation, die fragil und offen an einer neuen Schwelle zu stehen scheint: zwischen Gender Studies and Culture Clash…

 

Zeitraum
Von: 05.11.2016
Bis: 10.12.2016

Anschrift
Neuer Saechsischer Kunstverein
Schützenplatz 1
01067 Dresden

Telefon
0351 49 43 38 3/ 0152 07 31 19 73

Öffnungszeiten
Dienstag – Freitag 14 – 18 Uhr Samstag 10 – 14 Uhr und nach Vereinbarung

»Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg« heißt jetzt »Biennale für aktuelle Fotografie«

Das „Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg“ heißt ab sofort „Biennale für aktuelle Fotografie“. Der Namenswechsel nach sechs Ausgaben seit 2005 begründet sich durch eine Schärfung des Profils und wird begleitet von einer Neukonzeption des Erscheinungsbildes. Die Kulturstiftung des Bundes fördert diesen Formatwechsel und das Programm 2017. Die erste Ausgabe der Biennale wird von einem Kuratorenkollektiv um Florian Ebner und Christin Müller kuratiert. Das Konzept wird im Februar 2017 vorgestellt.

Laufzeit der Biennale: 09.09 – 05.11.2017, Eröffnung: 08.09.2017

Über sechs Ausgaben seit 2005 hat das Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg einen erheblichen Bedeutungszuwachs innerhalb der internationalen Ausstellungslandschaft erfahren. Mit der Ausgabe 2017 wird es zur „Biennale für aktuelle Fotografie“ umgewidmet und das Profil der Ausstellungen und Veranstaltungen geschärft. Neben der BASF als Premiumsponsor trägt die Kulturstiftung des Bundes als zusätzlicher Hauptförderer der Ausgabe 2017 maßgeblich zur Etablierung der neuen Biennale bei. Dies gab heute der Vorstand des Festivals bekannt.

Dietrich Skibelski, Vorstandsvorsitzender der Biennale für aktuelle Fotografie: „Durch die erfolgreiche Historie des Fotofestivals, des inhaltlichen Diskurses der vergangenen Ausgaben und seiner zeitlichen Struktur liegt der Sprung zur Biennale nahe. Wir vollziehen den Wandel vom Festival zur Biennale mit einem neuen Selbstverständnis und veränderter interner Struktur. Die Vitalität des bisherigen Festivals werden wir mit in die Zukunft nehmen. Möglich wird dieser Formatwechsel durch die großzügige Förderung unserer Partner.“

Neu wird sein, dass die Biennale die internationale Ausrichtung enger mit Projekten vor Ort verbindet, indem verstärkt Auftragsarbeiten von renommierten Künstlerinnen und Künstlern produziert werden, die erstmals bei der Biennale zu sehen sind. Zudem werden Kunstwerke und Interventionen im öffentlichen Raum das regionale Publikum stärker einbinden. Partizipation und Vermittlung werden verstärkt im Fokus der kommenden Ausstellungsmacher stehen. Neben diesen Neuerungen ist auch eine Neukonzeption des öffentlichen Auftritts, insbesondere im Digitalen, verbunden. Das Erscheinungsbild wird neu entwickelt, bestehende regionale Kooperationen, etwa zur Universität Heidelberg und lokalen Initiativen, vertieft sowie eine internationale Vernetzung mit Veranstaltern und Fachpublikum vorangetrieben.

Das Ziel der ersten Biennale für aktuelle Fotografie 2017 kuratiert von Florian Ebner, Christin Müller, Fabian Knierim, Boaz Levin, Kerstin Meincke und Kathrin Schönegg ist es, über die Ausstellungsorte und -themen in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg einen vielstimmigen Dialog über die radikalen Umbrüche unserer Bildkultur anzuregen. Die Biennale 2017 wird junge zeitgenössische Bildproduktion und historische Positionen miteinander verschränken und die Auseinandersetzung mit den Eigenheiten und Veränderungen der Fotografie fördern. Das Kuratorenkollektiv verspricht, den Reichtum und die Bedeutung der Fotografie, die sie für die Konstitution unserer visuellen Kultur einnimmt, voll auszuschöpfen. Das kuratorische Konzept und der Titel der Ausstellung wird voraussichtlich im Februar vorgestellt.
 
Teilnehmende Institutionen 2017 sind: Zephyr – Raum für Fotografie, Port25 – Raum für Gegenwartskunst, Kunsthalle Mannheim (Außenraum) (Mannheim); Wilhelm-Hack-Museum, Kunstverein Ludwigshafen (Ludwigshafen); Sammlung Prinzhorn, Kunstverein Heidelberg (Heidelberg).

Zur Geschichte des Festivals: Seit seiner ersten Ausgabe 2005 hat sich das Fotofestival zu einem der wichtigsten kuratierten Fotoereignisse mit internationaler Strahlkraft in Europa etabliert. Auch die Biennale wird sich künftig durch die Konzepte der zweijährig wechselnden Gastkuratoren auszeichnen, die immer wieder neue Aspekte der zeitgenössischen Fotografie behandeln, im Dialog mit den eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern, der Metropolregion, den drei Veranstaltungsstädten und den lokalen, nationalen und internationalen Besuchern. Beteiligt sind die bedeutendsten Ausstellungshäuser der drei Städte, deren spezifisches Profil jeweils in die Ausstellungskonzeption einbezogen wird. Zuletzt zählte das Festival mehr als 35.000 Besucher.

Bisherige Kuratoren:
2017: Florian Ebner, Fabian Knierim, Boaz Levin, Kerstin Meincke, Christin Müller und Kathrin Schönegg
2015: Urs Stahel
2013: Andréa Holzherr
2011: Solvej Helweg Ovesen und Katerina Gregos
2009: Esther Ruelfs und Tobias Berger
2007: Christoph Tannert
2005: Hansjoachim Nierentz

Screening: Oliver Ressler, Emergency Turned Upside-Down

mumok, Wien, Mittwoch, 30. November 2016, 19:00

Den Ausgangspunkt der beiden jüngsten Arbeiten von Oliver Ressler bilden die Fluchtbewegungen, die die kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien (und anderen Staaten) hervorgerufen haben. Emergency Turned Upside-Down nimmt sich den zynischen und unmenschlichen Diskurs vor, der die Anwesenheit von Flüchtlingen in Europa als „Notstand“ (emergency) bezeichnet, wobei dieser Begriff doch dem Krieg, dem Terror und der wirtschaftlichen Strangulierung vorbehalten sein sollte – jenen Gründen also, die die Menschen zum Aufbruch zwingen. There Are No Syrian Refugees in Turkey ist Oliver Resslers neuester Film, der anlässlich seiner aktuellen Einzelausstellung im SALT Galata in Istanbul realisiert wurde. Darin wird die politische Vorgehensweise der EU und der Türkei einer Analyse von syrischen Flüchtlingen unterzogen, die in Europas größter Metropole als „Gäste“ leben.
Programm

Oliver Ressler
Emergency Turned Upside-Down, 2016, 16 min
There Are No Syrian Refugees In Turkey, 2016, 30 min

Anschließend Gespräch zwischen Oliver Ressler und Charles Esche

Oliver Ressler lebt in Wien. 2016 erhielt er den erstmals vergebenen Schweizer Kunstpreis Prix Thun für Kunst und Ethik. Ausstellungen (Auswahl): Centro Andaluz de Arte Contemporáneo – CAAC, Sevilla (2015); LENTOS Kunstmuseum, Linz (2014); Alexandria Contemporary Arts Forum (2010); Berkeley Art Museum (2006).

Charles Esche ist Kurator und Autor; Direktor des Van Abbemuseum in Eindhoven sowie gemeinsam mit Mark Lewis Herausgeber und Begründer von Afterall Journal und Afterall Books, Central St. Martins, London.

€ 6,– / ermäßigt € 4,50

Symposium: MATRYOSHKA EFFECT. Cultural Policies and its Ideologies

Zur Lage von Kunst und Kultur in zeitgenössischen kapitalistischen Gesellschaften.

Universität Graz, Universitätsplatz 2, 25. 11. 2016, ab 9:30 Uhr

IG Kultur Steiermark / In Kooperation mit dem Institut für Geschichte der Uni Graz und der IG Kultur Steiermark.

Seit dem Aufschwung des Neoliberalismus befinden sich der Kunst- und Kulturbereich in einem ständigen Wandel. Die permanenten Änderungen der Reglementierung in diesen Gebieten beeinflussen nicht nur den Inhalt und die Bedeutung von Kunst und Kultur. Vielmehr bedingen sie auch neue Arten der Kunst- und Kulturproduktion. Im Symposium werden die Prozesse, die die kulturelle Produktion heute verändern wie bei einer Matrjoschka-Puppe aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Vorträge unter anderem von:

Franco Berardi (IT) Philosoph, Anita Hofer (A) Kulturschaffende, IG Kultur Österreich, Monika Mokre (A) Kulturwissenschafterin, Tim Renner (D) Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin, Vesna Vuković (CRO) Kuratorin und Wissenschafterin, Martin Wassermair (A) Politikwissenschafter, Kultur- und Medienaktivist

Der Eintritt ist frei. Symposiums-Sprachen sind Deutsch und Englisch. Mehr Information unter +43 316 8277 3422 oder office.igkultur@mur.at.

Ablauf Symposium:

09:30 Uhr:
Come Together

10:00 Uhr:
“Culture and the Arts – Between Societal Relevance and Economic Utilization” – Monika Mokre (Vortrag englisch)

10:40 Uhr:
“Financial aggression, social impoverishment, humiliation and social nationalism in Europe.” – Franco Berardi (Vortrag englisch)

11:10 Uhr:
Interview und Fragen moderiert von Lidija Krienzer-Radojević (englisch)

12:00 Uhr:
Kurzvorträge (deutsch) von:

Tim Renner, Vesna Vuković (“(Des)Illusion von Unabhängigkeit”), Martin Wassermair (Nach dem Wunderland. Für eine neue Politik der Kulturalität” )

Anita Hofer

13:00 Uhr:
Interview und Fragen moderiert von Stefan Benedik (deutsch)

15:00 Uhr:
Case Studies mit Stadtdenker*Innen Graz, SUb, Willy*Fred, WUK, alter Schl8hof Wels (deutsch),

15:35 Uhr:
Interview und Diskussion moderiert von Simon Hafner (deutsch)

16:45 Uhr:
Podium Reflexion mit Lisa Rücker, Claudia Klimt-Weithaler, Monika Mokre, Milica Tomić moderiert von Martin Wassermair (deutsch)

17:15 Uhr:
Plenardiskussion mit Martin Wassermair (deutsch)

18:00 Uhr:
Get Together mit Open End

Buchpräsentation: Manuel Gorkiewicz und Stefanie Seufert

Buchpräsentation, Performances, Screenings, Food, Special Cocktail by Maren Lübbke-Tidow

24.11.2016, 19.00 Uhr

Wiensowski & Harbord, Lützowstraße 32, 10785 Berlin

Manuel Gorkiewicz, Therapy Make-up works  Voluptuous U-turns on the street of Style, Beauty, and Greed, Verlag für moderne Kunst, Wien 2016. Text: Kerstin Cmelka, Christian Egger, Interview: Martin Guttmann with Manuel Gorkiewicz

Stefanie Seufert, Wood Survives in the Form of Postholes, Edition Camera Austria, Graz 2016. Text: Reinhard Braun, Maren Lübbke-Tidow and Stefan Panhans

Im Rahmen einer Ausstellung mit:
Kerstin Cmelka, Christian Egger, Glegg & Guttmann, Manuel Gorkiewicz, Stefan Panhans, Stefanie Seufert

 

Dirk Braeckman to represent Belgium at the 57th Venice Biennale

www.belgianpavilion.be

Dirk Braeckman: “Participating in the Venice Biennale feels like a victory for Belgian photography, which has never had a broad international platform within the visual arts. Nowadays, everyone is capable of taking good photographs and people are only really interested in the end results. I oppose this trend by emphasizing a process-centred exploration. My photos are like unexploded bombs, charged and full of pent-up energy.”

Dirk Braeckman will represent Belgium at the 57th Venice Biennale. His exhibition in the Belgian pavilion at Giardini will be curated by Eva Wittocx, with M – Museum Leuven as the organizing institution. After past editions featuring artists like Vincent Meessen, Berlinde De Bruyckere, Angel Vergara, Jef Geys, Éric Duyckaerts and Honoré d’O, Flemish Minister for Culture Sven Gatz has decided that Dirk Braeckman will now occupy the international stage in Venice.

In his enigmatic photographs, Dirk Braeckman creates a closed, isolated world in which tactility and texture, distance and intimacy are combined. His monumental photographs tell us nothing, yet they suggest entire stories. Braeckman reflects on the photographic image and challenges the medium’s illusions. He experiments in his creative process with different textures and materials, and explores effects such as over and under-exposure through a variety of printing techniques. Braeckman’s images transcend the moment of capture and reach beyond their frame. He finds the subjects for his photographic work in his immediate vicinity—often undefined places or spaces, preferably interior views.

Dirk Braeckman will create a new set of monumental photographs for the Biennale, tailoring their presentation to the architecture of the Belgian Pavilion. His selection of intriguing pictures will respond to the mass production and consumption of images. Pictures and slogans constantly demand our attention nowadays, whether on television, the internet or in the public space. Dirk Braeckman and curator Eva Wittocx will endeavour to create a sense of tranquillity in the Belgian pavilion, allowing visitors to focus their full attention on the images.

The new body of works that Braeckman is making for Venice will be presented in early 2018 at a double show at BOZAR in Brussels and M – Museum in Leuven.

Dirk Braeckman (1958) has taken part in numerous exhibitions both nationally and internationally. His works feature in major private and public collections worldwide. Several publications have also been devoted to his artistic practice and oeuvre. Braeckman’s work has been represented by Zeno X Gallery in Antwerp since 1999.

Eva Wittocx (1975) was appointed Senior Curator at M – Museum Leuven in 2009. M was inaugurated that year in a new building designed by Belgian architect Stéphane Beel, and presents both historical and contemporary art through a varied exhibition programme. M’s contemporary art program focuses on solo exhibitions by both emerging and established artists from Belgium and abroad. Eva Wittocx has curated exhibitions at the museum by Aglaia Konrad, Guy de Cointet, Peter Buggenhout, Markus Schinwald, Sarah Morris, Patrick Van Caeckenbergh, Mika Rottenberg, Sol LeWitt and others. She was previously a curator at S.M.A.K. in Ghent (1997–2006) and at the STUK Arts Centre in Leuven (2006–09).

Tagung: Vision-Producing Machines. Kritische Theorie als Archiv, Album und Atlas

Freitag, 11. November 2016, 13.30 – 18.00 Uhr
eikones Forum

 

1980 in Rom produzierte eine kleine Kooperative um die Filmkritiker Michele Mancini (1947–2005) und Giuseppe Perrella  (*1947) ein mysteriöses, gleichermaßen elaboriert und mühelos erscheinendes sechshundertseitiges Schwarz-Weiss-Bilderbuch mit dem Titel «Pier Paolo Pasolini: Corpi e Luoghi» (Theorema 1981). In einem seinerzeit vielfältigen Umfeld kultureller und politischer Praxis wurde die Publikation begrüßt als «für die zukünftige Pasolini-Forschung unverzichtbares Mittel.» Vergessen und längst vergriffen ist «Corpi e Luoghi» heute noch immer, wie es damals eine Rezension bezeichnete, «das pasolinischste Buch aller Zeiten.»

1986 publizierten Michele Mancini und Giuseppe Perrella ein kaum weniger aufwendiges Folgeprojekt, wieder einen schweren Bildband mit abermals tausenden von Filmstills: «Michelangelo Antonioni: Architetture della Visione» (Coneditor 1986). In ihrem selbstreflexiven Anspruch problematisieren beide Publikationen sowohl die Beschränkung des Buches als Form, als auch die Frage der «Regression» von Filmbild zum Einzelbild. Mancini/Perrella zufolge handelt es sich hier weder um zweckdienliche Kataloge noch um suggestiv-illustrative Bücher. Das Buch in dieser Form sei kein fertiges Produkt sondern ein Werkzeug zur Herstellung von Bezügen. Hier handle es sich um eine «macchina produttrice di visioni,» um eine «Vision-Producing Machine.»

Wie die beispiellose Anordnung des Materials sind auch die Kommentare aus «Corpi e Luoghi» – kritische Theorie zwischen Gesellschafts- bzw. Ideologiekritik, Psychoanalyse, und Visual Studies – bis heute selbst in Italien weitgehend ohne Rezeption geblieben. Im Frühjahr 2017 erscheint bei Edition Patrick Frey eine von Benedikt Reichenbach herausgegebene quasi-faksimilierte englische Neuauflage von «Corpi e Luoghi,» «Pasolini’s Bodies and Places.» Das Projekt versteht sich als erster Schritt zur Erschliessung dieses Werkes und einer Diskussion von Zusammenhängen nicht nur zu anderen Publikationen von Michele Mancini und Giuseppe Perrella, sondern auch zu einigen weitreichenderen, von den Autoren selbst möglicherweise ungeahnten Zusammenhängen.

Die «Vision-Producing Machine» in Form der beiden Bücher zeichnet eine mehr obsessive denn akademische Variante Kritischer Theorie aus. Unablässig präzise und verspielt zugleich, aus einer tiefen Bewunderung heraus, entspricht jedes der Bücher seinem jeweiligen Objekt: den Filmen von Pier Paolo Pasolini und Michelangelo Antonioni. Im Kontext von  Diskussionen um «Montage,» «(Medien-)Archäologie,» «Archiv,» «Album,» und «Atlas» prüft die Tagung den Begriff der «Vision-Producing Machine» als Anker gegenwärtiger Visual Studies. Was sind die Eigenschaften und Besonderheiten dieser Maschine? Was ist hier der Horizont von «Vision»?

 

Programm

13.30 – 14.00 Benedikt Reichenbach:

Begrüßung und Einführung

14.00 – 15.00 Antonio Somaini:

Archive, Album, Atlas, and the Idea of a «Vision-Producing Machine»

Elena Vogman:«Ein Fächer zyklischer Miniaturen»: Eisensteins «Kapital»-Projekt als Modell für ein Buch

15.00 – 16.00 Benedikt Reichenbach:

Ordnung, Bruch, und Überschwang; «Pier Paolo Pasolini: Corpi e Luoghi» (1981) und «Michelangelo Antonioni: Architecture in Vision» (1986).

Präsentation des Projektes «Pasolini’s Bodies and Places»

Toni Hildebrandt/Simon Vagts: Bild-Text-Konstruktionen in Michele Mancinis «Godard» (1969) und Alessandro Cappabiancas, Michele Mancinis, Umberto Silvas «Costruzione del Labirinto»(1974), mit einem Exkurs zu Pasolinis Eisenstein-Kritik

16.30 – 17.00 Till Gathmann:

Freie Assoziation, Projektion, «Vision-Producing Machines»

17.00 – 18.00 Roundtable:«Vision-Producing Machines,» Perspektiven

Apero

Les Boutographies: Call for Entries 2017

Deadline: 13. 11. 2016

Les Boutographies is a festival of contemporary creative photography open to all photographers living in Europe. The criteria for selection by a jury of professional in the photographic field are a height creative level, originality and a coherent personal vision. There is no theme.

There are two sections to the festival: the Official Selection (hung photos) and the Jury Projection (projected photos). You do not have to choose, if your work is selected by the Jury it will be allocated to one or the other of these sections.

Three prizes are awarded: In the Official Selection
The Jury Prize: 1000€ and the purchase by the Town of Montpellier of work to the value of 2500€
The Exchange Prize: an exchange of exhibitions with the festival Fotoleggendo in Rome
The Public Prize: Macintosh equipment offered by our partner iTribu

Three Awards are also given by our partners:
Réponse Photo: a portfolio published in the magazine – paid (for the Official Selection)
ARTE Actions Culturelles: the purchase of one image for 1000€ (for the Jury Projection)
Les Jours: a portfolio published in the website – paid (for the Official Selection)

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