Ausstellung und Symposium: Feministische Avantgarde

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Ausstellung: Woman. Feminsitische Avantgarde der 1970er Jahre aus der Sammlung Verbund, 6. 5. – 3. 9., mumok, Wien

Mit Werken der SAMMLUNG VERBUND widmet sich das mumok einem der wichtigsten kunstgeschichtlichen Phänomene der 1970er-Jahre: dem Aufbruch weiblicher Künstlerinnen, die in einer von Männern bestimmten Kunstwelt erstmals in der Geschichte der Kunst kollektiv ein selbstbestimmtes neues Bild der Frau schufen. Entsprechend der Losung „Das Private ist politisch“ reflektierten diese Künstlerinnen stereotype gesellschaftliche Erwartungen in ihren Werken. Die Ausstellung gliedert sich daher in vier Bereiche: das Aufbrechen eindimensionaler Rollenzuweisungen als Mutter, Haus- und Ehefrau, Rollenspiele, Normativität der Schönheit und weibliche Sexualität. Viele der Künstlerinnen lösten sich von der männerdominierten Malerei und wendeten sich historisch „unbelasteten“ Medien wie Fotografie, Video, Film und der Performance zu.

Die Ausstellung zeigt 300 Werke aus den 1970er-Jahren von 48 Künstlerinnen aus Europa, Nord- und Südamerika. Neben bekannten Positionen wie Cindy Sherman, Ana Mendieta oder ORLAN können viele noch unbekanntere Werke entdeckt werden. Unter den Künstlerinnen sind acht Österreicherinnen vertreten: Renate Bertlmann, Linda Christanell, VALIE EXPORT, Birgit Jürgenssen, Brigitte Lang, Karin Mack, Friederike Pezold und Margot Pilz. Sammlungsdirektorin Gabriele Schor prägte für die Bewegung den Begriff FEMINISTISCHE AVANTGARDE, um die Pionierleistung der Künstlerinnen hervorzuheben.

Symposium: FEMINISTISCHE AVANTGARDE der 1970er-Jahre mit 16 der in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen aus den USA, Kanada und Europa, 6. 5., 14 – 19 Uhr, mumok, Wien

Anlässlich der Ausstellung WOMAN. FEMINISTISCHE AVANTGARDE der 1970er-Jahre aus der SAMMLUNG VERBUND richten das mumok und die SAMMLUNG VERBUND am Samstag, 6. Mai 2017, ab 14 Uhr ein Symposium mit 16 der in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen aus. Die Künstlerinnen aus den USA, Kanada und Europa zählten in den 1970er-Jahren zu den provokantesten Stimmen der zeitgenössischen Kunst und haben bis heute nachwirkende, gesellschaftskritische Kunstwerke geschaffen.

In das Symposium führt Gabriele Schor, Gründungsdirektorin der SAMMLUNG VERBUND, mit ihrem Vortrag Warum ist es wichtig, die feministische Kunstbewegung der 1970er-Jahre eine ‚Avantgarde’ zu nennen? ein. Schor prägte den Begriff „Feministische Avantgarde“, um die Pionierleistung dieser Künstlerinnen hervorzuheben. Es folgen drei Diskussionsrunden mit zahlreichen Künstlerinnen der Ausstellung, die jeweils von mumok Kuratorin Eva Badura-Triska, von Camille Morineau, Direktorin Monnaie de Paris und Präsidentin AWARE: Archives of Women Artists, Research and Exhibitions sowie Gabriele Schor moderiert werden.

Das Symposium bietet die einmalige Gelegenheit, prägende Künstlerinnen aus neun Nationen über die Situation der Frau in den 1970er-Jahren, die feministische Bewegung, ihren persönlichen Zugang wie ihre Erfahrungen und ihre Kunst sprechen zu hören.