Ausstellung: Wild – Transgender and the Communities of Desire

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6. April – 18. Juni 2017, Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Oldenburg

Pauline Boudry / Renate Lorenz, Zanele Muholi, Doireann O’Malley, Johannes Paul Raether, Chris E. Vargas

Wild – Transgender and the Communities of Desire ist eine internationale Gruppenausstellung und versammelt aktuelle Kunstwerke, die sich mit den Fragen und Herausforderungen des Lebens und der Communities von Transgendern beschäftigen. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um eine Untersuchung der Komplexität des Transgenderismus; vielmehr erscheint der Transgenderismus in dieser spezifischen Konstellation von Kunstwerken als eine Perspektive, aus der gegenwärtige (gesellschaftliche) Verhältnisse und Lebensbedingungen formuliert und erzählt werden.

Die Ausstellung bezieht sich auf das Konzept des „Wilden“, das von dem Wissenschaftler Jack Halberstam entwickelt wurde, und lenkt den Blick darauf, wie die Komplexität des sozialen Geschlechts die binäre Organisationsform der Gesellschaft unaufhörlich infrage stellt. Die Ausstellung verlangt, solche Komplexitäten nicht als „Probleme“ oder „Schwierigkeiten“, sondern als ein wildes Spektrum menschlicher Möglichkeiten zu beschreiben. So erinnert uns Halberstam daran, dass der Begriff des Wilden – zurückgewonnen aus seinem kolonialgeschichtlichen Zusammenhang – im Hinblick auf Gesellschaftsmodelle andere Narrative bietet: „andere Erzählungen, wie ein Leben grundsätzlich sein kann.“ Auf diese Weise kann an den Rändern der Gesellschaft – in diesem Fall durch die Stimmen, Strategien und Perspektiven von Transgendern – eine starke und wirkungsvolle Kritik entstehen. Viele Kunstwerke in Wild inszenieren noch einmal die Möglichkeiten einer anderen Zukunft in der Gegenwart, auf den Ruinen ihres verarmten politischen Vorstellungsvermögens.

Kuratoren: Edit Molnár & Marcel Schwierin