AICA Preis für junge Kunstkritik 2017

AICA AUSTRIA, die Internationale Vereinigung der KunstkritikerInnen in Österreich schreibt erstmals einen Preis für junge Kunstkritik aus.

Eingeladen sind AutorInnen, die in Österreich wohnen und nicht älter als 30 sind. Der Text soll eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst (keine Messe) besprechen, die 2017 in Österreich zu sehen war/ist. Er soll auf Deutsch geschrieben sein und 3000-4000 Anschläge haben. Besonderes Augenmerk wird auf einen klaren Schreibstil, eine gute Argumentation und eine kritische Beurteilung gelegt. Die Jury setzt sich aus dem Vorstand von AICA AUSTRIA zusammen.

Den Text, Fotos aus der Ausstellung sowie eine kurze Biografie (max. 500 Zeichen) schicken Sie bis 2. Juli 2017 an: vorstand@aica.at

Die besten drei Einreichungen werden mit je € 500 honoriert.

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Renate Bertlmann erhält Großen Österreichischen Staatspreis 2017

Der Große Österreichische Staatspreis ist die höchste Auszeichnung, die die Republik Österreich einer Künstlerin oder einem Künstler für besonders hervorragende Leistungen verleiht. In diesem Jahr geht er an Renate Bertlmann. Der aus 21 Mitgliedern bestehende Österreichische Kunstsenat nominiert jährlich eine Künstlerpersönlichkeit ohne festgelegtes Rotationsprinzip aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Literatur oder Musik für den Staatspreis.

Der Große Österreichische Staatspreis ist derzeit mit 30 000 Euro dotiert. Er wird seit dem Jahr 1950 vergeben. Bis 1970 wurden jährlich mehrere Staatspreise vergeben, seit 1971 nur mehr einer pro Jahr.

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Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2017

MMK 3, Frankfurt, 29. Juni –17. September 2017

Bereits zum zweiten Mal zeigt das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main im MMK 3 die Arbeiten der Finalisten des Deutsche Börse Photography Foundation Prize. Die diesjährige Auswahl würdigt nicht nur etablierte fotografische Erzählungen, sondern auch experimentelle und konzeptionelle Ansätze in der Dokumentar-, Landschafts- und Porträtfotografie. Zu den Finalisten in 2017 gehören: Sophie Calle, Dana Lixenberg, Awoiska van der Molen sowie das Künstlerduo Taiyo Onorato und Nico Krebs.

Alle vier Finalisten beschäftigen sich in ihren Arbeiten mit Fragen nach Wahrheit und Fiktion, was gewiss ist oder ungewiss, was das Reale vom Idealen unterscheidet sowie mit Fragen nach dem Verhältnis von Beobachten und Beobachtetwerden.
Der Deutsche Börse Photography Foundation Prize wird jährlich an einen zeitgenössischen Fotokünstler beliebiger Nationalität vergeben, der im Vorjahr in Form einer Ausstellung oder Publikation einen bedeutenden Beitrag zur Fotografie in Europa geleistet hat. Als einer der renommiertesten Preise im Bereich Fotografie macht er auf wegweisende Tendenzen der zeitgenössischen Fotografie aufmerksam und zeigt Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die die aktuelle internationale Fotoszene prägen.

Sophie Calle (geb. 1953, Paris) wurde für ihre Publikation „My All“ (2016) nominiert, in der sie ihr Gesamtwerk resümiert und als Postkartenset neu editiert hat. Diese Zusammenstellung dient als Portfolio ihrer gesamten Arbeit und bietet durch das andere Format gleichzeitig eine neue Perspektive auf diese. Die in der Ausstellung präsentierte Arbeit „My mother, my cat, my father, in that order” ist Sophie Calles jüngstes Werk, das sowohl ihr Leben als auch ihre Karriere reflektiert. Ergänzt werden die Bilder durch persönliche Texte der Künstlerin.

Die Niederländerin Dana Lixenberg (geb. 1964, Amsterdam) wurde für ihre Publikation „Imperial Courts“ (2015) nominiert. Lixenberg besuchte die Gegend South Central Los Angeles erstmals im Jahr 1992 im Auftrag eines Magazins, um Aufnahmen zu den Unruhen rund um den Prozess zu dem afroamerikanischen US-Amerikaner Rodney King zu machen, der Opfer unverhältnismäßiger Polizeigewalt wurde. Diese Reise inspirierte sie zu einem weiteren Besuch und führte sie zu Imperial Courts, einem staatlichen Wohnprojekt in Watts. Bei zahlreichen Besuchen über einen Zeitraum von 22 Jahren schuf sie ein Gesamtporträt über das sich wandelnde Leben der Bewohner. Die Fotografin dokumentierte Bewohner, von denen einige getötet wurden, andere verschwunden oder im Gefängnis gelandet sind und wieder andere, die sie in deren Kindertagen bereits fotografiert hatte und die nun selbst Kinder haben. Damit zeigt „Imperial Courts“ eine komplexe und bewegende Darstellung eines Stadtteils im Zeitverlauf.

Die ebenfalls aus den Niederlanden kommende Fotografin Awoiska van der Molen (geb. 1972, Groningen) wurde für ihre Ausstellung „Blanco“ im Foam Fotografiemuseum, Amsterdam (22. Jan. – 3. Apr. 2016) nominiert. Van der Molen erschafft abstrakte Schwarzweißfotos, die das Genre der Landschaftsfotografie wiederbeleben. Die Künstlerin verbringt lange Zeit in Einsamkeit und Stille – in den Landschaften fremder Länder, von Japan über Norwegen bis Kreta. Dabei untersucht sie die Identität eines Ortes und gibt diesem die Möglichkeit, seine spezifischen emotionalen und physischen Merkmale aufzuzeigen.

Das Künstlerduo Taiyo Onorato und Nico Krebs (beide geb. 1979, Schweiz) wurde für seine Ausstellung „EURASIA“ im Fotomuseum Winterthur (24. Okt. 2015 – 14. März 2016) nominiert. „EURASIA“ nutzt auf spielerische Weise die Ikonographie eines Road Trips, die sich aus dem Erfahrungsschatz von Erinnerung und Imagination speist. Auf ihrer Reise durch die Ukraine und Georgien bis in die Mongolei traf das Duo auf Menschen und Landschaften, die sich im ständigen Wandel von uralten Traditionen und postkommunistischen Strukturen hin zur Moderne und Bildung einer unabhängigen Identität befinden.

Die Werke der Finalisten sind derzeit noch bis zum 11. Juni 2017 in The Photographers’ Gallery in London zu sehen, bevor sie vom 29. Juni bis 17. September im MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt präsentiert werden. Anschließend wird die Ausstellung vom 16. November bis 11. Januar 2018 in der Aperture Foundation in New York gezeigt.

Die Bekanntgabe des Gewinners erfolgt am 18. Mai 2017 im Rahmen einer Preisverleihung während der Ausstellung in The Photographers’ Gallery in London.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Deutsche Börse Photography Foundation und ist eine Kooperation mit The Photographers’ Gallery in London.

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Prix Meret Oppenheim für Daniela Keiser

Das Bundesamt für Kultur (BAK) zeichnet mit dem Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim 2017 zum siebzehnten Mal herausragende Schweizer Kulturschaffende aus: die Künstlerin Daniela Keiser, den Architekten Peter Märkli sowie den Autor und Kurator Philip Ursprung. Sie werden am 12. Juni 2017 zusammen mit den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern der Schweizer Kunstpreise in Basel geehrt.

Der Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim wird seit 2001 auf Empfehlung der Eidgenössischen Kunstkommission an Persönlichkeiten der Kunst, Kunstvermittlung und Architektur verliehen, deren Arbeit von besonderer Aktualität und Relevanz für die Schweizerische Kunst- und Architekturpraxis ist. Die Auszeichnungen sind mit je 40.000 Schweizer Franken dotiert.

In der Ausstellung Swiss Art Awards, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zweiten Runde des Schweizer Kunstwettbewerbs vorstellt, werden filmische Portraits der Preisträger und Preisträgerin des Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim 2017 gezeigt.

Daniela Keiser

Daniela Keiser (geboren 1963 in Neuhausen, lebt in Zürich) arbeitet als Konzept- und Installationskünstlerin mit Fotografie und Sprache, die sie in unterschiedlichen Ausstellungs- und Präsentationsformate übersetzt.

Nach ihrem Studium an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel sowie an der Hochschule der Künste Zürich, lehrt sie seit 2008 an der Hochschule der Künste Bern. Verschiedene Atelier- und Auslandaufenthalte führten sie u.a. nach London, Paris, New York, Berlin, Kairo und in die Türkei. Ihr Werk ist in diversen öffentlichen Sammlungen vertreten, so im Fotomuseum Winterthur, im Museum für Gegenwartskunst Basel und in der Schweizerischen Nationalbibliothek, Bern.

Gerade hat die in Zürich lebende Künstlerin unter dem Titel «In and Out of Translation» eine Zusammenkunft von Übersetzern initiiert, bei der ihre verschiedenen, über Jahre entstandenen Textarbeiten aus der Sicht ihrer Übersetzerinnen und Übersetzer diskutiert und in einer Publikation zusammengefasst werden. Neben dem Wort nimmt das fotografische Bild einen entscheidenden Platz in ihrem künstlerischen Werk ein. In meist umfangreichen Installationen, Gruppen und Serien reizt Daniela Keiser dabei die Wahrnehmungsgrenzen der Betrachter und Betrachterinnen aus.

Publikation Prix Meret Oppenheim 2017
Anlässlich der Preisverleihung am 12. Juni 2017 gibt das Bundesamt für Kultur die Publikation Prix Meret Oppenheim 2017 heraus, in der die Preisträgerin und Preisträger portraitiert und mittels Interviews vorgestellt werden. Die Interviews führten Thomas Seelig mit Daniela Keiser, Georg Krüger mit Peter Märkli und Judit Solt mit Philip Ursprung. Die Publikation umfasst 198 Seiten und erscheint in Deutsch und Englisch. Redaktion: Manuela Schlumpf; Grafische Gestaltung: Kaspar Florio; Fotografie: Katalin Deér.

Nächste Veranstaltungen

Ausstellung Swiss Art Awards 2017
Vernissage: 12. Juni 2017, 19 – 22 Uhr
Ausstellung: 13. – 18. Juni 2017, jeweils von 10 – 19 Uhr
Halle 3, Messe Basel. Der Eintritt ist frei

Pressevorbesichtigung
12. Juni 2017, 10 Uhr, Halle 3, Messe Basel (Akkreditierung erbeten)

Preisverleihung Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim und Schweizer Kunstpreise
12. Juni 2017, 17 – 18:30 Uhr

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Július Koller-Werkschau im mumok gewinnt art-Kuratorenpreis

Wien (OTS) – Gestern Abend, am Mittwoch, den 26. April 2017, wurde während der Art Cologne, Köln im Kunsthaus Van Ham der von der Kunstzeitschrift art ausgelobte art-Kuratorenpreis verliehen. Insgesamt zwölf Ausstellungen aus dem deutschsprachigen Raum waren von der art-Redaktion für den Preis nominiert. „Július Koller. One Man Anti Show“ konnte sich behaupten und wurde gestern zur „Ausstellung des Jahres 2016“ gekürt.

„Die Schau zeigt mustergültig, wie man einem zu wenig beachteten Künstler seinen Platz in der Kunstgeschichte verschafft, ohne ihn vorschnell zu musealisieren. Das ist Ausstellungsmachen auf höchstem Niveau“, kommentiert Tim Sommer, art-Chefredakteur die Entscheidung der Jury.

Karola Kraus, Direktorin des mumok, zeigte sich hocherfreut: „Ich bin unglaublich stolz. Der Preis bestätigt, wie wichtig der slowakische, selbst ernannte U.F.O-Naut Koller für die internationale Kunstwelt ist. Mit der Neubewertung seiner singulären künstlerischen Position und der jahrelangen, wissenschaftlichen Aufarbeitung haben wir den Grundstein für eine breite internationale Rezeption Kollers gelegt, die mit dem Preis an die Kurator_innen Daniel Grún, Kathrin Rhomberg und Georg Schöllhammer nun gewürdigt wird.“

Das Kurator_innenteam ergänzt:„Wir haben über drei Jahre das mehrere zehntausend Dokumente umfassende Künstlerarchiv von Július Koller aufgearbeitet und daraus einen neuen Zugang zu seiner künstlerischen Haltung erarbeitet, die in der umfassenden Retrospektive im mumok erstmals zu sehen war. Es ehrt uns sehr, dass mit dem Preis der zentralen Bedeutung Kollers für die Kunstgeschichte Ausdruck verliehen wird.“

Schon zum zweiten Mal in Folge hat es mit „Július Koller. One Man Anti Show“ eine mumok Ausstellung auf die Shortlist gebracht. 2015 war die gemeinsam mit dem Museum Brandhorst München konzipierte Ausstellung „Painting 2.0. Malerei im Informationszeitalter“ für den Preis nominiert.

Die Ausstellung „Július Koller. One Man Anti Show“ lief bis 17. April 2017 in Wien. Von 20. Mai bis 27. August 2017 ist sie in adaptierter Form im Museion in Bozen zu sehen. Zur Ausstellung erschien eine umfassende Publikation mit Texten von Daniel Grún, Aurel Hrabušický, Cristina Freire, Kathrin Rhomberg, Georg Schöllhammer, Interview mit Kvetoslava Fulierová und einem Vorwort von Karola Kraus und Rainer Fuchs.

Das Ausstellungsprojekt entstand in Kooperation mit dem Warschauer Muzeum Sztuki Nowoczesnei, wo im Herbst 2015 die ersten Ergebnisse der umfangreichen Forschungen gezeigt wurden.

Möglich wurde diese Ausstellung aufgrund der großzügigen Unterstützung durch Květoslava Fulierová und die Leihgeber_innen:
Linea Collection, Bratislava; Stadtgalerie Bratislava; SOGA Collection, Bratislava; First Slovak Investment Group, Bratislava; The Július Koller Society, Bratislava; Kontakt. Die Kunstsammlung der Erste Group und ERSTE Stiftung, Wien; Generali Foundation, Wien; Galerie Martin Janda, Wien; gb agency, Paris; und durch private Leihgeber_innen.

Dieses Projekt wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung von Phileas – A Fund for Contemporary Art. Der Katalog zur Ausstellung wurde von der ERSTE Stiftung großzügig gefördert.

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Grand Prix Images Vevey 2017/2018 geht an Peter Puklus

Jury des Grand Prix Images Vevey: unter der Leitung des Künstlers Christian Marclay mit Simon Baker (Konservator der Abteilung Photography and International Art, Tate Modern London), Lars Boering (Direktor, World Press Photo Amsterdam), Darius Himes (Direktor der Abteilung Fotografie, Christie’s New York) und Luce Lebart (Direktorin, Canadian Photography Institute, Ottawa)

Grand Prix Images Vevey: Peter Puklus (Ungarn) für “The Hero Mother – How to build a house”

Die Begründung der Jury (Übersetzung aus dem Englischen) :

“Die Jury hat sich einstimmig für Peter Puklus als Empfänger des Grand Prix 2017/18 ausgesprochen, für seinen wahrhaftig originellen und faszinierenden Vorschlag, der die universellen Motive der Familie sowie der Ausübung der Elternrolle in die einzigartige und fesselnde visuelle Sprache des Künstlers überträgt. Puklus hat ein vielseitiges Dossier mit Texten, Zeichnungen und ersten fotografischen Skizzen eingereicht, welches frühe Aspekte eines vollkommen neuen und ungesehenen Werkkomplex eines Künstlers erahnen lassen, dessen jüngster Fotoband, The Epic Love Story of a Warrior, bereits für enorme mediale Aufmerksamkeit und Begeisterung gesorgt hat. Die Jury ist folglich der Meinung, dass dies der ideale Augenblick für Puklus ist, um auf die grosse Bühne zu steigen die Vevey zu bieten vermag, und sich einer breiteren Öffentlichkeit zu stellen. Puklus neue Arbeit ist das Ergebnis eines komplexen, unmittelbaren und greifbaren Prozesses. Sie beginnt mit sehr simplen und erkennbaren Annahmen von männlichen und weiblichen Rollen in der Gesellschaft: Mutterschaft (als heldenhafte Handlung) sowie die Veranlagung des Vaters ein Haus für die Familie zu erbauen und es zu beschützen. Puklus dekonstruiert und hinterfragt die Dynamiken dieser Rollen. Die Symbole die mit den Rollen assoziiert sind werden in ihre visuellen Einzelteile zerlegt, und dienen als Grundlage einer spielerischen Untersuchung die sich in skulpturalen und performativen fotografischen Arbeiten offenbart. Die dabei entstehenden Bilder sind aufregend, herausfordernd und unterhaltsam, und offenbaren ein resolutes Gefühl für die symbolischen Rätsel des modernen Lebens. Vom anfänglichen Vorschlag bis zum vollendeten Projekt: die Jury ist gespannt wie Puklus sein einmaliges Vokabular der Klischees des Familienlebens aus dem Studio befreien wird, um es in eine inspirierende und ansprechende Installation zu verwandeln.”

Peter Puklus :

Peter Puklus (geb. 1980) studierte an der Moholy-Nagy Universität für Kunst und Design (MOME) in Budapest und New Media Design an der École National Supérieure de Création Industrielle (ENSCI) in Paris. Zur Zeit lebt und arbeitet er in Budapest, wo er seine Promotion (Doctor of Liberal Arts, Studies in Photography) an der MOME abschliesst.

In seinen Büchern und Ausstellungen nimmt die Erzählung eine zentrale Stellung ein. Er erkundet Felder die den blossen Rahmen der Fotografie sprengen, und arbeitet mit Skulpturen, Zeichnungen und Videoinstallationen.

Der Grand Prix Images Vevey ist ein Stipendium zur Unterstützung des fotografischen Schaffens. Der mit CHF 40’000.- (ca. € 37’000) dotierte Preis ermöglicht einem Künstler ein zuvor unveröffentlichtes Projekt zu verwirklichen. Der Preisträger hat ein Jahr Zeit um das Projekt zu realisieren, und es anschliessend im Rahmen des nächsten Festival Images Vevey vom 8. bis 30. September 2018 der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Ausstellung: Radical Contemporaneity. Marina Gržinić and Aina Šmid 35 years of work revisited (1982–2017)

Kunstraum Lakeside, 12. Mai bis 14. Juli

Diese Ausstellung umfasst den wichtigsten Bestand an Werken, die die slowenischen Künstlerinnen Marina Gržinić und Aina Šmid im Laufe von 35 Jahren entwickelten. Hoch performativ in der Herstellung ihrer spezifischen Wirkung in der aktuellen sozialen und politischen Realität, ist ihre Produktionsweise von einem scharfen und genauen Sinn für den zeitgenössischen Kontext angeregt, wobei jede Arbeit eine konkrete Darstellung davon gibt, was wir radikale Kontemporanität nennen wollen. Das bedeutet, dass sie nicht bloß mit brennenden politischen Fragen arbeiteten, sondern auch, dass sie sich mit diesen zeitgleich mit den Ereignissen selbst auseinandersetzten, und somit immer das Risiko eingingen, Analysen einer traumatischen Gegenwart zu liefern, im Bewusstsein der historische Dynamik, aber auch mit einem klaren Verständnis von Prozessen der Historisierung.

Gržinić und Šmid zeigten den historischen Prozess, der dem Übergang vom Sozialismus zum Postsozialismus und zum Turbokapitalismus (über den Turbofaschismus) zugrunde liegt, analysierten die von den Technologien der neuen Medien eingeführten Veränderungen, machten die Bedingungen des zeitgenössischen globalen Nekro-Kapitalismus sichtbar, und erteilten somit eine harte Kritik von Diskriminierung, Rassismus und Faschismus im heutigen Europa. In dieser Hinsicht erlangt ihr Werk eine historische Position in seiner künstlerischen, kulturellen und politischen Infragestellung und Kritik der Konstruktion und Dekonstruktion des politischen Projekts des ehemaligen Osteuropas in Bezug zum sogenannten „ehemaligen Westen“, sowie in seinem Verständnis der zeitgenössischen Beziehungen von Segregation und Ausbeutung in Europa, vor allem hinsichtlich Klasse, Herkunft und Gender. Während sie den Charakter einer Retrospektive hat, folgt die Ausstellung diesen Eigenschaften der Arbeiten und nimmt dadurch das Format einer Akkumulation politischer Geschichte an, um somit eine Lesart der dystopischen Gegenwart anzubieten und über eine mögliche Zukunft nachzudenken.

Kuratorin: Aneta Stojnić

RADICAL CONTEMPORANEITY

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Call: Organ Vida – Beyond The Documentary

International conference BEYOND THE DOCUMENTARY

We invite all researchers, academics, artists, photographers and others to submit their presentation proposals for the international conference BEYOND THE DOCUMENTARY as a part of the discursive program of the 9th Organ Vida International Photography festival from Croatia.

We are interested in expanded exposition forms, research, artworks, reviews, and presentations. The discursive program will take place at the Museum of Contemporary Art in Zagreb on 9.9.2017, and selected presentations will be accompanied by lectures from festival guests.

We wish to consider the concept of the New Citizen as the thematic framework of the 9th International Photography Festival Organ Vida not only through photography, but also discursively, by introducing for the first time an integrated discursive program entitled “Beyond the Documentary”. In the context of transformation politics and reflection on the ambiguity of identity, the New Citizen transcends his/her own boundaries and eludes a fixed concept, which is why we find him/her intriguing as a starting point for conceiving our discursive program. We reflect on collective and individual tasks and responsibilities of those who create images, but also those who observe them. We are interested in the perspective “beyond the documentary” which recognizes the causes and consequences of the creation and representation of the image; which distances itself from the illusion of mimesis and focuses instead on the impossibility of representation; which is innovative and emancipated, in keeping with the times, and, when necessary, conflicted and ambivalent. We pose the question of the reach and significance of “the ethical turn” and “the ethical regime of art” (Ranciere) which pushes the boundaries of the representable, at the same time renouncing visuality when confronted with the impossibility of representation. In a similar fashion we approach and consider the documentary, which today disintegrates into the stratified post-documentary which, among others things, may include a new form of ethical representation, a dialogue between the political and artistic/aesthetic, a transformation into the discursive, multidisciplinary, engaged and layered. New forms of visual communication refute the authenticity of the documentary, challenge representation as an act of one-way production of the visual and embrace the reciprocated gaze. We wish to shed light on the concept, forms and range of the new documentary and simultaneously to consider how such a visual turn refines and transforms the positions and the gaze of the viewer whom it is addressing.

The deadline for submission of abstracts (up to 300 words) is 15 May 2017 midnight.

Submissions can be sent to the following email address: conference@organvida.com

Ausstellung: Seiichi Furuya, Manfred Willmann. Grenze

Museum Hartberg

5. Mai – 11. Juni 2017, Mittwoch – Sonntag 10.00 – 16.00 Uhr

Ausstellungseröffnung: Donnerstag 4. Mai 19.30 Uhr

Seiichi Furuya
Aus einem Land stammend, das keine künstlich gezogene Staatsgrenze besitzt, konnte sich Seiichi Furuya als gebürtiger Japaner nicht vorstellen, wie sich eine Grenze in der Landschaft physisch äußert. Er suchte auf seiner mehrjährigen Reise durch das Grenzgebiet zum ehemaligen Ostblock Orte und Plätze auf, an denen sich tragische Zwischenfälle ereignet hatten und hörte sich dort nach kleinen persönlichen Geschichten um, um sich so an das Thema „Grenze“ fotografisch heranzutasten.

Manfred Willmann
Über einen Zeitraum von elf Jahren (1981 – 1992) dokumentierte Manfred Willmann als stiller Beobachter fotografisch bei seinem Projekt „Das Land“ die Gegend sowie die Menschen in ihrem Lebens- und Arbeitsumfeld im Mikrokosmos von Kleinwuggitz und Großlieschen (Gemeinde Eibiswald). Es ist gleichsam ein Sprechen über die Dinge, die das Leben wirklich ausmachen: Das Wachsen, das Blühen, die Frucht, die Kälte, die Liebe und der Tod. Das Fotografieren von Natur stellt für Willmann eine Form der „Vergewisserungsarbeit“ dar.