Ausstellung: Radical Contemporaneity. Marina Gržinić and Aina Šmid 35 years of work revisited (1982–2017)

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Kunstraum Lakeside, 12. Mai bis 14. Juli

Diese Ausstellung umfasst den wichtigsten Bestand an Werken, die die slowenischen Künstlerinnen Marina Gržinić und Aina Šmid im Laufe von 35 Jahren entwickelten. Hoch performativ in der Herstellung ihrer spezifischen Wirkung in der aktuellen sozialen und politischen Realität, ist ihre Produktionsweise von einem scharfen und genauen Sinn für den zeitgenössischen Kontext angeregt, wobei jede Arbeit eine konkrete Darstellung davon gibt, was wir radikale Kontemporanität nennen wollen. Das bedeutet, dass sie nicht bloß mit brennenden politischen Fragen arbeiteten, sondern auch, dass sie sich mit diesen zeitgleich mit den Ereignissen selbst auseinandersetzten, und somit immer das Risiko eingingen, Analysen einer traumatischen Gegenwart zu liefern, im Bewusstsein der historische Dynamik, aber auch mit einem klaren Verständnis von Prozessen der Historisierung.

Gržinić und Šmid zeigten den historischen Prozess, der dem Übergang vom Sozialismus zum Postsozialismus und zum Turbokapitalismus (über den Turbofaschismus) zugrunde liegt, analysierten die von den Technologien der neuen Medien eingeführten Veränderungen, machten die Bedingungen des zeitgenössischen globalen Nekro-Kapitalismus sichtbar, und erteilten somit eine harte Kritik von Diskriminierung, Rassismus und Faschismus im heutigen Europa. In dieser Hinsicht erlangt ihr Werk eine historische Position in seiner künstlerischen, kulturellen und politischen Infragestellung und Kritik der Konstruktion und Dekonstruktion des politischen Projekts des ehemaligen Osteuropas in Bezug zum sogenannten „ehemaligen Westen“, sowie in seinem Verständnis der zeitgenössischen Beziehungen von Segregation und Ausbeutung in Europa, vor allem hinsichtlich Klasse, Herkunft und Gender. Während sie den Charakter einer Retrospektive hat, folgt die Ausstellung diesen Eigenschaften der Arbeiten und nimmt dadurch das Format einer Akkumulation politischer Geschichte an, um somit eine Lesart der dystopischen Gegenwart anzubieten und über eine mögliche Zukunft nachzudenken.

Kuratorin: Aneta Stojnić

RADICAL CONTEMPORANEITY