Julia Gaisbacher Receives the Erste Bank ExtraVALUE Art Recognition Award 2018

The Erste Bank ExtraVALUE Art Recognition Award, endowed with 1.500 euros and the realization of a solo exhibition at das weisse haus in Vienna at the end of September 2018 will be awarded to Julia Gaisbacher.
Her reflections on how Belgrade’s cityscape is transformed on a socio-political scale by a real estate development project in form of her ongoing series “One Day You Will Miss Me” convinced the Erste Bank ExtraVALUE Award
’s jury. The jury’s statement reads:

“… Above all, the well-founded research, which is based on critical media reports and discussions with supporters of the protest movement, was particularly impressive. The project uses Belgrade as an example to deal with the corrupt real estate business, in which quite often – and all over the world – members of the government are involved. Moreover, it points to prevailing asymmetries when such large-scale projects occur for an emerging middle class and investors from abroad, while socially disadvantaged urban residents are forcibly pushed out to the fringes.”

In a text created during a joint visit to Belgrade the author Barbi Markovic also took up the theme. “Eagle Hills Vertigo” was published together with pictures by Julia Gaisbacher in Lichtungen, a literature and art magazine, and on ZEIT ONLINE’s Freitext. At the moment recent works from the series can be seen at the Akademie Graz.
With “One Day You Will Miss Me” Julia Gaisbacher focuses on a process exemplary for an expanding practice of socially segregated city development fueled by international investments. Her ongoing research and documentation capture processes usually hidden by the long timescales they take to unfold.

Ausstellung: COLLAGE III – Subject

Fotogalerie Wien, 13. 3. – 14. 4. 2018

Den revolutionärsten Moment in der Entwicklung der Malerei nannte der Dadaist und Dichter Tristan Tzara die Erfindung der Collage und meinte damit den fundamentalen Bruch mit etablierten Formen künstlerischer Repräsentation. In den die Collage bestimmenden technischen Verfahren, im Kleben (frz. coller), Kratzen, Schneiden, Reißen, Falten, Montieren, Assemblieren, Dekomponieren usw. steckt ein radikales Potenzial. Speisten sich die Papiers collés der Kubisten aus Gebrauchtem, Verworfenem und dem vermeintlich Banalen, umschwärmen uns heute die vielfach reproduzierten, reformatierten und re-editierten Kopien eines beständig anwachsenden digitalen Debris. Der aktuelle Schwerpunkt der Fotogalerie Wien präsentiert in vier Ausstellungen ein breites Spektrum an Methoden und Verfahrensweisen der Collage in der zeitgenössischen Foto- und Videokunst. Sichtbar werden dabei die erzählerischen und autopoetischen Stärken dieser Kunstform ebenso wie ihre Innovationskraft als grundlegender, gerade im Einsatz neuer Technologien oder in räumlich-skulpturalen Erweiterungen zutage tretender Wesenszug. Stets lenken die Bilderdrifts auch anarchische, von Zufall und Spiel getriebene Energien.

Im Fokus der dritten Schau des Schwerpunkts 2017/18 stehen Arbeiten, die ein jeweils spezifisches Thema oder Motiv aufgreifen und ins Zentrum ihrer Reflexion stellen. Deutlich wird dabei das Vermögen der Collage, Alltägliches so zu verfremden und Wirklichkeiten so zu verdichten, dass sichtbar wird, was jenseits von Abbild und Repräsentation liegt und außerhalb gewohnter Sehweisen. Räume entstehen, die eigenen Gesetzen gehorchen; visuelle Konstellationen, die abstrakt bleiben und zugleich dokumentarischen Charakter entfalten, weil sie explizit auf das Reale verweisen, Vorhandenes aufgreifen, Zeugnis ablegen. Ihr kritisches Potenzial ergibt sich nicht zuletzt daraus, dass sie aus dem Wirklichen schöpfen, um es zu zerlegen, zu überzeichnen und zu verrücken. So lassen sie die Dinge erscheinen, wie sie nie waren – und zeigen dennoch, wie sie sind. Die künstlerische Dekonstruktion, die verfremdende Aneignung von vorgefundenem Bildmaterial und seinen Mechanismen, legt offen, wie Bilder funktionieren und welche Ideologien sie transportieren.

Mit Arbeiten von: Josif Kiraly, Tim Sharp, Broomberg & Chanarin, Tanja Deman, Bernhard Hosa, Petra Jansová, Stephanie Kiwitt

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Call for Applications: tranzit-fellowships for young artists and emerging curators

Deadline: April 2, 2018

ERSTE Foundation offers five fellowships for young artists and five fellowships for emerging curators from the the Slovak Republic, Czech Republic, Hungary, Romania and Slovenia to take part in a course of their choice at the International Summer Academy of Fine Arts in Salzburg 2018. Well-known artists, curators, and critics from all over the world offer courses focusing on topical questions of art production, as well as curatorial practice and writing about art.

The participants can choose from various courses taking place at Salzburg Summer Academy between 16 July – 25 August 2018.
More information about the courses for curators and artists here.

Together with its longtime project partners from tranzit.cz, tranzit.hu, tranzit.ro, tranzit.sk and Igor Zabel Association, ERSTE Foundation offers these scholarships and forms the jury to select the participants.

The Fellowships for Curators and Artists at Salzburg Summer Academy
* are designed for artists and curators at the beginning of their career
* address candidates from Slovak Republic, Czech Republic, Hungary, Romania and Slovenia
* cover room and board, travel expenses and the participation fee for the course

Applications are accepted only in English and by e-mail until 2 April 2018
office@tranzit.org

More details on Fellowship and application process here.

Tobias Zielony übernimmt Gastprofessur in Budapest

Mit einer neuen Gastprofessur in Budapest fördert die Peter und Irene Ludwig Stiftung die Ausbildung und den internationalen Austausch an der traditionsreichen Budapester Kunsthochschule, der bedeutendsten Kunstlehrstätte Ungarns. Ziel der auf fünf Jahre angelegten Förderung ist es, die internationalen Verbindungen der Ungarischen Universität der Bildenden Künste zu erweitern, die Kenntnisse über Entwicklungen und Tendenzen der globalen Gegenwartskunst zu stärken und damit einen wesentlichen Beitrag zur Ausbildung der Studierenden zu leisten. Mit TOBIAS ZIELONY (geb. in 1973 in Wuppertal) konnte ein renommierter Künstler und Fotograf für die Professur gewonnen werden. Bereits 2015 vertrat er Deutschland auf der Biennale Venedig. Nun hielt er seine Antrittsrede in Budapest.

Zur Ungarischen Universität der bildenden Künste in Budapest gehört eine Doktorandenschule. Für eine umfassende Ausbildung der Studierenden ist eine Forschungstätigkeit im Bereich der internationalen Gegenwartskunst unerlässlich. Um hier den nötigen internationalen Austausch gewährleisten zu können, hat sich die seit mehreren Jahrzehnten in Ungarn tätige und in Aachen ansässige Peter und Irene Ludwig Stiftung zu einer weiteren Fördermaßnahme entschieden: Die Einführung einer Gastprofessur soll den Studierenden ermöglichen, in den graduierten wie auch in den postgraduierten Bereichen (Doktorandenausbildung) unabhängige internationale künstlerische Positionen kennenzulernen. Die Peter und Irene Ludwig Professur wird nach Vorschlag der Stiftung und der Universität der bildenden Künste sowie einer Gruppe von Lehrenden und zwei auswärtigen „Kunstsachverständige“ jährlich für eine/n international tätige/n Künstlerin oder Künstler vergeben. Die Einladung für die Gastprofessur erfolgt für das Sommersemester. Die Förderung ist festgeschrieben für die nächsten fünf Jahre.

Eine der zentralen Aufgaben der Ungarischen Universität der bildenden Künste in Budapest ist die kontinuierliche Erweiterung der Lehre und die damit zusammenhängende Pflege von internationalen Beziehungen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist der wichtigste internationale Kooperationspartner und Förderer der Universität die Peter und Irene Ludwig Stiftung. Dem Sammler und Mäzen Peter Ludwig (1925-1996) wurde 1988 der Ehrendoktor der Ungarischen Universität der bildenden Künste verliehen. Zu seinen Lebzeiten schloss er mit dem Rechtsvorgänger der Universität – der Hochschule der bildenden Künste – eine Vereinbarung über die langfristige Förderung der Studierenden des graduellen Bildungsbereiches ab. Im Rahmen dieser Vereinbarung können sich Studierende für das Reisestipendium der Peter und Irene Ludwig Stiftung bewerben. Neben der neuen Gastprofessur und zusätzlich zu dem bestehenden Reisestipendium wird die Förderung der Stiftung nun ausgeweitet um zwei jährliche Reisestipendien auch für Doktoranden. Sie unterstützen bildende Künstler, die eine Dissertation planen, um später in die Lehre gehen zu können, oder auch, weil sie sich im Bereich der Restaurierungswissenschaft spezialisiert haben. Beide Stipendien werden jährlich zweimal vergeben.

Ausstellung: Eiko Grimberg. The Pool

Haus 1, Berlin, 9. – 18. 3. 2018

Eiko Grimbergs  fotografisches Projekt »The Pool« setzt sich mit einem Areal im Zentrum von Moskau auseinander, innerhalb welchem sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt. Ohne die Geschichte eines Ortes zu erzählen, zeigt »The Pool« den Ort einer Geschichte, deren architektonische Ausformulierungen den Narrativen ihres jeweiligen Regimes folgen. So wurde im Stalinismus der 1930er die dort befindliche Christ-Erlöser-Kathedrale, ein Nationaldenkmal des zaristischen Russlands, gesprengt, um Raum für den Palast der Sowjets zu schaffen; ein gigantomanes Bauvorhaben, das über die Fundamentlegung nicht hinauskam und nach Stalins Tod eingestellt wurde. 1960 entstand an derselben Stelle das Bassin Moskva, ein rundes Schwimmbad, das mit einem Durchmesser von 130 Metern das bis dato zweitgrößte der Welt war. Ein Symbol der Profanisierung, aber auch der Naturbeherrschung: Es hatte das ganze Jahr über geöffnet. Generationen von Moskauer Schüler und Schülerinnen lernten hier schwimmen. Ebenfalls entwickelte sich das Schwimmbad, weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit auch zu einem beliebten Cruising Ort der lokalen Schwulenszene. Nach der Wende forderte die wiedererstarkte orthodoxe Kirche die Schließung des Schwimmbads und die erneute Errichtung der Christ-Erlöser-Kathedrale. 1994 wurde das Bassin Moskwa zugeschüttet und die Kirche wieder aufgebaut – in der später die Band Pussy Riot ihren berühmten Auftritt haben sollte.

Eiko Grimberg beschäftigt sich mit der architektonischen Dimension von sozialer und politischer Repräsentation sowie mit der Neubesetzung eines Ortes mit wechselnden, sich teils widersprechenden Inhalten. Das Bassin Moskava steht sinnbildlich für ein urbanes Terrain, auf dem unterschiedliche machtpolitische Begehrlichkeiten und ihre jeweiligen architektonischen Repräsentationen aufeinandertreffen und es somit immer wieder zu verschiedenen archietektonischen Inszenierungen von Macht kommt.

»The Pool« ist Teil einer Reihe von Projekten, in denen sich Eiko Grimberg mit dem Verhältnis von Politik und Ästhetik im Feld der Architektur auseinandersetzt. Seine Arbeit »Future History« untersucht die Verstrickung der italienischen Baumoderne mit dem Faschismus, seit 2011 fotografiert er an dem Langzeitprojekt »Rückschaufehler« zum Wiederaufbau des Berliner Schlosses/Humboldtforum.

In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung

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EIKON-Podiumsdiskussion WOMEN WHO WORRY

Künstlerhaus Wien, 8. 3. 2018, 19:00

Anlässlich des Internationalen Frauentages diskutieren Margot Pilz und Ursula Maria Probst zur Präsenz und Teilhabe von Künstlerinnen mittleren Alters am Kunstmarkt und Ausstellungsgeschehen. Die Veranstaltung wird von Nela Eggenberger moderiert und findet im Rahmen der Ausstellung »EIKON Award (45+). Katrín Elvarsdóttir, Susan MacWilliam, Gabriele Rothemann« statt.

Anlässlich der 100. Heftausgabe von EIKON – Internationale Zeitschrift für Photographie und Medienkunst wurde der EIKON Award (45+) unter dem Ehrenschutz von VALIE EXPORT für europäische Fotografie- und Medienkünstlerinnen ab 45 Jahrenins Leben gerufen. Ziel der Auszeichnung ist es, die Bedingungen aktueller weiblicher Kunstproduktion freizulegen, damit (biografisch bedingte) Verzögerungen in der künstlerischen Entwicklung und Ausübung von spät- oder wiedereinsteigenden Künstlerinnen in den Fokus zu rücken und eine breite Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren. Dem Gedanken eines europäischen Austauschs in Zeiten aktueller Abspaltungstendenzen folgend, wird mit der Ausstellung ein interdisziplinärer Dialog zwischen den drei mit dem Preis ausgezeichneten Künstlerinnen, Susan MacWilliam (*1969 in Belfast, Nordirland), Katrín Elvarsdóttir (*1964 in Isafjördur, Island) und Gabriele Rothemann (*1960 in Offenbach/Main, Deutschland) angestoßen.

Der EIKON Award (45+) wurde im Sommer 2017 ausgeschrieben und war mit einem Preisgeld von 5.000 Euro für den ersten Platz dotiert. Darüber hinaus ist den von der Jury bestehend aus Jürgen KlaukeMargot Pilz und Æsa Sigurjónsdóttir drei bestgereihten Künstlerinnen ein umfangreicher Hauptbeitrag in der 100. Heftausgabe von EIKON gewidmet. Die drei Preisträgerinnen konnten sich gegen insgesamt 273 Mitbewerberinnen aus 23 verschiedenen Nationen durchsetzen.

Ausstellung: Kasia Klimpel. Berge

Der Tank – Fachhochschule Nordwestschweiz, 3. – 11. 3. 2018

Die Fotografin Kasia Klimpel arbeitet im digitalen Raum. In ihrer neuen Arbeit für die Ausstellung im TANK thematisiert sie diesen als einen öffentlichen Raum. Sie reist im Internet und besucht Webseiten, die mit Webkameras verbunden sind, deren Bilder abgerufen werden können. Sie nutzt diese Kameras, um entlegene Naturräume zu »fotografieren«, in denen sie sich selbst nie aufgehalten hat. Entstanden ist ein Video, montiert aus vielen Einzelbildern von Bergpanoramen, welche in unterschiedlichen Weltgegenden zu verschiedenen Tageszeiten aufgezeichnet und von der Künstlerin archiviert wurden. Klimpel arbeitet nicht mit Webcams, die zur polizeilichen Überwachung und Kontrolle des öffentlichen Raums eingesetzt werden. Mit Kameras ausgestattet werden nicht nur öffentliche Plätze, Flughäfen oder Stadien, sondern auch Wetterstationen, die Daten für Wissenschaft und Wetterdienste sammeln, oder, wie die Arbeit für den TANK zeigt, Ferienorte des Wintertourismus. Somit erinnern die verwendeten Bilder nicht an Überwachungsbilder, sondern an Landschaftsfotografie.

Für ihr Video »Berge« (2018) nutzte Klimpel Aufnahmen aus allen Erdteilen, doch da sich die meisten Kameras, die mit einer Webseite verbunden sind, im hochindustrialisierten und flächendeckend erschlossenen Westen befinden, waren Bilder aus Europa und den Vereinigten Staaten am leichtesten zu finden. Zu sehen sind meist lediglich schneebedeckte Gebirgslandschaften, zusätzliche auf den Originalbildern enthaltene Informationen zu Zeit und Ort der Aufnahmen hat Kasia Klimpel entfernt, nicht aber die bunten Lichtreflexe auf den Kameralinsen. Es sind »zeitlose« Bilder der Natur, die deren Nutzung durch den Menschen nicht thematisieren, aber durch das verwendete Aufnahmeverfahren doch von der Gegenwart handeln. Die gesammelten Bilder unterscheiden sich qualitativ erheblich, da sie von Apparaten verschiedener Generationen und unterschiedlicher Bauart stammen. Die Arbeit mit Webkameras fasziniert die Künstlerin, weil sie Aufnahmen über Raum und Zeit hinweg zusammenführen kann und die Quellen unerschöpflich sind.

Kasia Klimpel studierte zunächst in den Niederlanden Fotografie. Das weiterführende Studium am Institut Kunst in Basel schloss sie 2012 mit einem Master ab. Schon während ihres Studiums interessierte sie sich für die Frage, ob und wie sich die technologische Entwicklung im digitalen Zeitalter auf die Fotografie auswirkt. Sie arbeitete an einem Projekt, das über verschiedene Zwischenschritte 2015 zu der Ausstellung »The Grand Tour« führte, einer Zusammenarbeit zwischen dem Fotomuseum Winterthur und dem Musée de Bagnes in dem Walliser Dorf Le Châble. Klimpel verwendete damals Fotografien ihrer Collagen aus farbigen Papieren, die Landschaften evozieren. Es sind Bilder, die sich dem menschlichen Auge sofort als Montagen zu erkennen geben. Diese speiste die Künstlerin ins Internet ein. Melanie Bühler, die Kuratorin der Ausstellung, beschreibt das Vorgehen der Künstlerin im Katalog wie folgt: »Sie verlinkt sie [die Aufnahmen] mit fiktiven Geo-Daten und fingiert so eine geographische Verortung. Auf passende Farbgebung und Bildkomposition achtend, bettet sie die Bilder in bestehende Landschaften von Google Maps ein und taggt die Bilder mit den entsprechenden Koordinaten.«

Für diesen Vorgang arbeitete Klimpel mit der Web-Applikation Panoramio, welche es den Usern ermöglichte, Bilder online zu teilen. Google hat Panoramio inzwischen übernommen und durch das eigene Produkt Views – Google Maps ersetzt. Klimpel wollte untersuchen, ob die Fotografien ihrer aus einfachen Materialien gebastelten Landschaften im digitalen Raum als solche erkannt und enttarnt würden und welche ihrer gefälschten Landschaftsbilder im digitalen Raum als Fotografien tatsächlicher Landschaften identifiziert würden und folglich als Landschaftsaufnahmen im Internet von den Usern gefunden werden könnten. Sie analysierte das Repertoire der am häufigsten im Netz verbreiteten Landschaftsbilder und speiste den digitalen Raum mit Imitaten. Es sind Artefakte ohne Referenten im physischen Raum,
die meisten werden von Google als Imitate erkannt und nicht auf Google Maps am angeblichen Aufnahmeort verzeichnet. Nicht wenige dieser Bilder gelangten aber auf die digitalen Landkarten – vermutlich jene, die den Parameter von Google entsprechen.

Der TANK ist ein verglaster, von aussen gut einsehbarer Raum, den man nicht verdunkeln kann. In diesem hellen, in jeder Hinsicht für eine Videoprojektion ungeeigneten Raum zeigt Klimpel ihr neues Video »Berge« (2018). Sie montierte das über lange Zeit gesammelte Material zu einem bewegten Bild, das in seiner Struktur der Logik des Farbkreises folgt und zugleich einen Tagesverlauf nachvollzieht. Der Film evoziert einen besonderen Raum und eine besondere Zeit. Um vor Ort den räumlichen Aussenbezug zu aktivieren, wählte die Künstlerin eine spezielle Präsentationsform: Die Projektion wird in der Mitte der Ausstellungshalle auf einer gekrümmten Stellwand gezeigt. Die Wand ist ein Kreissegment, dessen Grösse an der Raumdiagonale orientiert ist und die den Blick somit über die architektonische Begrenzung des TANKS hinaus in den städtischen Raum führt. Klimpel zeigt uns mit Berge ein generisches Landschaftsbild, das der romantischen Bildtradition verpflichtet ist und dennoch eine universelle, planetarische Dimension im digitalen Raum zur Anschauung bringt.

Die Ausstellung ist die zweite Schau in einer 2017 begonnenen Reihe mit Arbeiten von Alumni des Institut Kunst der HGK FHNW in Basel. Nach der Ausstellung »8/1/D999R« von Werner von Mutzenbecher (2.–10. Dezember 2017), die dem künstlerischen Schaffen des früheren Dozenten gewidmet war, ist nun erstmals eine neue, für den TANK konzipierte Arbeit einer ehemaligen Studentin zu sehen. Kasia Klimpel studierte 2010–2012 im Master-Programm des Institut Kunst.

Roman Kurzmeyer

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