Violence at the Threshold of Detectability: Vortrag mit Eyal Weizman

Infos

Begrüßung: Katrin Bucher Trantow, Chefkuratorin Kunsthaus Graz, interimistische Leitung

Einführung: Milica Tomic, Institut für Zeitgenössische Kunst (IZK), TU Graz

Sprache: Englisch

25.4.2016, 18:30

Kunsthaus Graz, Space04, Lendkai 1, 8020 Graz

Eine Veranstaltung des Instituts für Zeitgenössische Kunst (IZK, TU Graz) in Kooperation mit Camera Austria, Haus der Architektur (HDA) und Kunsthaus Graz.

Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich

Intro

Eyal Weizman stellt in seinem Vortrag Violence at the Threshold of Detectability („Gewalt an der Schwelle zur Nachweisbarkeit“) die Arbeiten des Büros Forensic Architecture vor, in dem sich  Kunstschaffende, Filmemacher/innen und Architekturforscher/innen mit Phänomenen am Schnittpunkt von Architektur, Gewalt und gesetzlichen Vorschriften auseinandersetzen. Architektur wird hier als Sensor und Mittel verwendet, um politische Konflikte zu analysieren und auf sie zu reagieren. Die Forschungen von Forensic Architecture umfassen zahlreiche Themen und Fallstudien – von der Situation in Israel/Palästina über umweltbedingte Gewalt („environmental violence“) in Guatemala bis zur Kriegsführung mit Drohnen in Pakistan, Afghanistan, im Jemen und in Somalia, unter vielen anderen. In seinem Vortrag im Kunsthaus Graz zeigt Weizman, wie man Architekturmethoden und neue Technologien der Fernerkundung einsetzen kann, um die Logik von Gewaltkonflikten offenzulegen. Darüber hinaus wird er auf viele konzeptuelle Probleme hinweisen, die mit den Schwellenwerten von Sichtbarkeit und geltenden rechtlichen Vorschriften zusammenhängen.

Eyal Weizmans Vortrag im Kunsthaus Graz ist Teil der Reihe „Theory Series 2016“ am Institut für Zeitgenössische Kunst/IZK an der TU Graz. Die Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Graz, dem Haus der Architektur Graz und Camera Austria. Eyal Weizmann ist im Sommersemester 2016 Gastprofessor am IZK Graz.

Eyal Weizmann ist Architekt, Schriftsteller, Professor für räumliche und visuelle Kultur und Direktor des Zentrums für Architekturforschung am Goldsmiths (University of London). Er war Stipendiat des Princeton Global Scholar Programms und leitet das Büro Forensic Architecture, dessen Sammlung FORENSIS 2014 von Sternberg Press publiziert wurde. Weizman war 2007 Gründungsmitglied des Architekturkollektivs DAAR in Beit Sahour/Palästina. Veröffentlichungen (Auswahl): Mengele‘s Skull (gemeinsam mit Thomas Keenan, bei Sternberg Press, 2012), Forensic Architecture (Band # 62 zur dOCUMENTA (13) 2012 in Kassel), The Least of all Possible Evils (Nottetempo 2009, Verso 2011), Hollow Land. Israel’s Architecture of Occupation, Hamburg 2009), A Civilian Occupation (Verso, 2003), die Reihe Territories 1, 2 und 3, Yellow Rhythms, darüber hinaus zahlreiche Beiträge in Zeitungen, Fachzeitschriften und Sammelbänden. Weizman arbeitet mit vielen NGOs in der ganzen Welt zusammen und war Vorstandsmitglied von B’Tselem, einer israelischen Menschenrechts-NGO. Er hatte eine Professur als Architekt an der Akademie der bildenden Künste Wien inne und lehrte an der Bartlett (UCL), London, sowie an der Städelschule in Frankfurt. Er ist Professeur invité an der École des hautes études en sciences sociales (EHESS – Hochschule für Sozial- und Geisteswissenschaften) in Paris und war weltweit in vielen Institutionen als Lehrender und Kurator tätig.