Camera Austria International

79 | 2002

Preis

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  • ALLAN SEKULA
    TITANIC's wake
  • ALLAN SEKULA
  • CONSTANZE RUHM
    Isaac Julian. Übersetzungsräume: Eine Sprache sprechen, eine andere verstehen... Ein Gespräch mit Constanze Ruhm
  • ISAAC JULIEN
  • THILO KOENIG
    Linea di Confine per la Fotografia Contemporanea. Ein Gespräch mit William Guerrieri
  • MAREN GRÖNING
    Aus der Frühzeit von Fotografie und Alpinismus in Österreich
  • AXEL ROCH
    Gesichter des Sehens. Für einen Blick im zeitlichen Da-Zwischen der Bilder
  • AXEL ROCH
  • ROLF SACHSSE
    Netz - Bild - Haut
  • KRYSTIAN WOZNICKI
    Ästhetik der Globalisierung

Vorwort

“Waiting for Tear Gas” ist der Titel einer Serie neuer Arbeiten Allan Sekulas, die wir am 4. Oktober anlässlich der offiziellen Übergabe des Camera-Austria-Preises 2001 für zeitgenössische Fotografie der Stadt Graz in den Ausstellungsräumen von Camera Austria zeigen werden. Sekula dokumentiert in dieser während der Weltwirtschaftskonferenz in Seattle im Spätherbst 1999 entstandenen Arbeit die Demonstrationen, mit denen eine Welle der Protestbewegung der Globalisierungsgegner losgebrochen ist. “Waiting for Tear Gas” wird als Bild-Sequenz als Dia-Projektion präsentiert, im Gegensatz dazu setzt Sekula sich mit der Globalisierungsproblematik in “TITANIC’s wake” – der Arbeit, die wir hier vorstellen – in einer Bildfolge mit kommentierendem Text auseinander.

Volltext

Camera Austria International 79 | 2002
Vorwort

“Waiting for Tear Gas” ist der Titel einer Serie neuer Arbeiten Allan Sekulas, die wir am 4. Oktober anlässlich der offiziellen Übergabe des Camera-Austria-Preises 2001 für zeitgenössische Fotografie der Stadt Graz in den Ausstellungsräumen von Camera Austria zeigen werden. Sekula dokumentiert in dieser während der Weltwirtschaftskonferenz in Seattle im Spätherbst 1999 entstandenen Arbeit die Demonstrationen, mit denen eine Welle der Protestbewegung der Globalisierungsgegner losgebrochen ist. “Waiting for Tear Gas” wird als Bild-Sequenz als Dia-Projektion präsentiert, im Gegensatz dazu setzt Sekula sich mit der Globalisierungsproblematik in “TITANIC’s wake” – der Arbeit, die wir hier vorstellen – in einer Bildfolge mit kommentierendem Text auseinander.

Die Präsentation von Isaac Julien in diesem Heft von Camera Austria ist unsere erste Zusammenarbeit mit diesem Filmemacher, mit Allan Sekula verbindet ihn nicht nur die Teilnahme an der diesjährigen Documenta11, sondern auch politisches Bewusstsein und Interesse an Theorie. Die Künstlerin Constanze Ruhm hat mit Isaac Julien ein Gespräch geführt, in ihm werden Fragen zur Geschichte der schwarzen Filmkultur in England zur Sprache gebracht, sowie Juliens filmisches Werk einer gemeinsamen Analyse unterzogen. Der kritische Gebrauch und die Analyse von Sprache erweisen sich in seiner Arbeit als durchgängige und zentrale Motive, ebenso wie die Politik des Blicks im Kontext von Fragen zur Identität und zur Repräsentation im Vordergrund stehen.

Der Kölner Medienkünstler Axel Roch plädiert mit seinen blickbasierten Installationen für einen Blick im zeitlichen Da-Zwischen der Bilder, seine künstlerische Arbeit ist motiviert davon, dass der Betrachter den Prozess des Sehens selbst entwirft. Axel Roch war Artist in Residence am Medienturm Graz, in Zusammenarbeit mit diesem Zentrum für Medienkunst und Theorie stellen wir die Stipendiaten in loser Folge im Rahmen dieser Zeitschrift vor.

In einem Gespräch mit dem italienischen Fotokünstler und Vermittler William Guerrieri zeigt der Fotohistoriker Thilo Koenig die Geschichte und Aktivitäten von “Linea di Confine per la Fotografia Contemporanea” in der Emilia Romagna auf. In dieser Einrichtung konzentriert man sich – in Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Theoretikern – auf die fotografische Dokumentation ländlichen und städtischen Strukturwandels dieser Region Italiens. Neben Guerrieri war Guido Guidi Mitbegründer dieser Institution, aber auch der leider früh verstorbene Historiker Paolo Costantini hat sie mit gestaltet. Das besondere Interesse für topografische Gegebenheiten verbindet italienische aber auch internationale FotokünstlerInnen, die in den “Laboratori” und in den Ausstellungs- und Publikationsprojekten ihre künstlerische Arbeit umsetzen und zur Diskussion stellen.

Ein wichtiger Schritt für die Fotografie-Kultur Österreichs wurde im letzten Jahr vollzogen: Die Albertina hat unter der Leitung von Monika Faber ihre Fotografische Sammlung Albertina eingerichtet, die Anfang des kommenden Jahres auch eigene Ausstellungsräume beziehen und den ersten Sammlungskatalog präsentieren wird. Gerade auch durch die Übernahme der Bestände der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt wird nun endlich auch in Österreich die fundierte historische Arbeit über Fotografie im wissenschaftlichen und künstlerischen Kontext und das Studium an Bildern aus der Frühzeit der Fotografie bis in die Gegenwart möglich gemacht. Im Zuge der Neuinventatrisierung kamen nun auch Aufnahmen ans Licht, wahrscheinlich die ersten fotografischen Dokumente der österreichischen Alpenlandschaft. Die eindrucksvollen großformatigen Aufnahmen der alpinen Topographie werden in diesem Heft von Maren Gröning vorgestellt, die über ein von Gustav Jaegermayer 1863 ehrgeizig angegangenes Projekt der fotografischen Exploration der österreichischen Alpen und die Umstände seines Scheiterns berichtet. Ihre Untersuchung der Gründe, warum auf die österreichische Bergwelt lange nicht der Glanz fiel, der den Schweizer und französischen Alpen vergönnt war, zeigt auch die ideologischen Besetzungen auf, denen der Blick auf diese unberührt scheinende Landschaft ausgesetzt war und ist.

Christine Frisinghelli, Maren Lübbke, September 2002

Beiträge

Forum

MARCELLA PICCININI

SARAH ANAHORY

CHLOË POTTER

KARL CEBUL

JEAN RUITER

JENS SUNDHEIM

MARTIN KOLLÁR

ANDREAS BÖHMIG

KOICHI KURODA

DENIS DEFIBAUGH

ANNETTE KELM

 

 

Ausstellungen

Documenta 11. Kassel
KIRSTY BELL

Zu viel ist nicht genug.
Documenta 11. Kassel
FRIEDRICH TIETJEN

Ron Galella
The Andy Warhol Museum, Pittsburgh; Paul Kasmin Gallery, New York
CARLO MCCORMICK

Iconoclash
ZKM, Karlsruhe
SANDRO DROSCHL

Adrian Piper – seit 1965: Metakunst und Kunstkritik
Generali Foundation, Wien
SØNKE GAU

Matthew Barney: The Cremaster Cycle
Museum Ludwig, Köln; Musée d’art moderne de la Ville de Paris; Guggenheim Museum, New York
HIAS WRBA

Andy Warhol Retrospective
Neue Nationalgalerie, Berlin; Tate Modern, London; MOCA, Los Angeles
SANDRA WAGNER

Manifesta 4: Europäische Biennale zeitgenössischer Kunst
Frankfurt / Main
RUTH NOACK

Chic Clicks: Modefotografie zwischen Kunst und Auftrag
ICA, Boston; Fotomuseum Winterthur; NRW-Forum, Düsseldorf
CAROLIN FÖRSTER

Hannah Starkey
Maureen Paley / Interim Art, London
ROY EXLEY

Erwin Wurm: Fat Survival – Handlungsformen der Skulptur
Neue Galerie, Graz; Centre National de la Photographie, Paris; Galleria d’Arte Moderne, Bologna; ZKM, Karlsruhe
JULIA GARIMORTH

James Coleman
Lenbachhaus / Kunstbau; Städtische Galerie, München
RUTH NOACK

Albert Oehlen: Revisited
Galerie Max Hetzler, Berlin
ANKE KEMPKES

Hans Weigand: Cotton 2001 / Jerry Cotton 2002
Wiener Secession; Museum Ludwig, Köln
BRIGITTE HUCK

Gosbert Adler, Robin Collyer: Photoworks
Goethe Institut Gallery, Toronto
CAROLIN FÖRSTER

William Christenberry: Keep it straight
Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur, Köln
KERSTIN STREMMEL

Almut Rink: Sector No Limits
Galerie 5020, Salzburg
SØNKE GAU

Korrelaatioita / Korrelationen
Fotogalerie Wien
NINA SCHEDLMAYER

Die Leichen im Keller der jüngeren Geschichte. Der Terrorismus der siebziger Jahre im deutsch-sprachigen Dokumentarfilm
HIAS WRBA

Bücher

Tom Holert / Mark Terkessidis: Entsichert. Krieg als Massenkultur im 21. Jahrhundert
KiWi, Köln 2002
KRYSTIAN WOZNICKI

BLINK
Phaidon Press, London 2002
MAGDALENA KRÖNER

Open City – Street Photography since 1950
Hatje Cantz Verlag, Stuttgart 2001
MARIE RÖBL

Let’s Move – Michel Frizot: Etienne-Jules Marey
Nathan / Delpire, Paris 2001
FABIAN STECH

Aura Rosenberg: Berliner Kindheit
Steidl Verlag, Göttingen / DAAD, Berlin 2002
GERHARD FROMMEL

Elfriede Mejchar: Flower Fade (Blühen / Verblühen)
Christian Brandstätter Verlag, Wien 2002
TIMM STARL

Impressum

Herausgeber, Verleger und für den Inhalt verantwortlich: Manfred Willmann. Eigentümer: Verein CAMERA AUSTRIA, Labor für Fotografie und Theorie
Alle: Sparkassenplatz 2, A-8010 Graz

Redaktion: Christine Frisinghelli, Maren Lübbke
Assistenz: Heidi Oswald, Anja Rösch, Nora Theiss

Übersetzungen: Wilfried Prantner, Richard Watts