Kunstpavillon und Neue Galerie der Tiroler Künstler*schaft: Ausschreibung Programm 2020

Projektvorschläge und Portfolios für das Ausstellungsprogramm im Kunstpavillon und in der Neuen Galerie der Tiroler Künstler*schaft in Innsbruck 

Programmgestaltung 

Das Ausstellungsprogramm 2020 für den Kunstpavillon und die Neuen Galerie basiert zum Großteil auf Einreichungen, die im Zuge eines offenen, internationalen Ausschreibungsverfahrens von einer Fachjury ausgewählt werden. Die Ausschreibung ergeht an die Mitglieder des Vereins und überregional an Künstler*innen und Kurator*innen. Die Fachjury besteht aus einem Mitglied des Vorstandes, der Künstlerischen Leiterin sowie einer/m externen Expert*in. 

Verein 

Die Tiroler Künstler*schaft begreift sich als ein Forum für zeitgenössische Kunst und setzt sich als Künstler*innervereinigung für die Freiheit und Unabhängigkeit von Kunst ein. Das Programm umfasst sämtliche Formen des zeitgenössischen künstlerischen Ausdrucks und stellt einen Raum dar, der sich dadurch auszeichnet, experimentelle, Disziplinen übergreifende und mitunter kontroversielle Projekte innerhalb eines professionellen Ausstellungskontexts zu präsentieren. Die Tiroler Künstler*schaft, die seit 1946 besteht, betreibt ein internationales Ausstellungsprogramm, das ganzjährig in den Räumen der Neuen Galerie in der Innsbrucker Hofburg sowie des Kunstpavillons im Hofgarten stattfindet. Das Künstlerhaus Büchsenhausen bildet seit 2003 den Rahmen des Internationalen Fellowship Programms für Kunst und Theorie (Die Ausschreibung dafür erfolgt im Herbst 2019), zu dem jährlich vier Stipendiant*innen nominiert sind. Veranstaltungsreihen, Vorträge und Dialoge bieten sowohl einen Rahmen für regionale als auch für internationale künstlerische Diskurse. Die Tiroler Künstler*schaft stellt darüber hinaus eine Interessensvertretung für Tiroler Kunstschaffende dar und engagiert sich als solche in aktuellen kulturpolitischen Fragestellungen. 

Unter www.kuenstlerschaft.at finden Sie Informationen über das aktuelle und vergangene Ausstellungsprogramm. Für 2020 sind je vier Ausstellungen im Kunstpavillon und in der Neuen Galerie vorgesehen. 

Ausstellungsorte 

Kunstpavillon: 

Der Kunstpavillon liegt wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt, im so genannten Kleinen Hofgarten. Das Haus wurde 1842 als Sommerhaus des Landesgouverneurs erbaut und 1950 zu einer Oberlichtgalerie adaptiert. Der Raum hat ca. 175 m². 

Neue Galerie: 

Die Neue Galerie umfasst 95 m² Ausstellungsfläche und befindet sich im Erdgeschoß der Hofburg, am Eingang der Innsbrucker Altstadt. Die historischen Gewölbe wurden Anfang 2011 generalsaniert. Die Räume sind im Gegensatz zum Kunstpavillon für Projektionen einfach abzudunkeln. 

Grundrisse und Bildmaterial finden Sie zum Download auf der Homepage http://www.kuenstlerschaft.at/verein/raeume-und-plaene/ 

Bewerbungsverfahren 

Unterlagen, die das künstlerische Werk repräsentieren bzw. Vorschläge für Ausstellungsprojekte für das Jahr 2020, können bis 22. Mai 2019 bei der Tiroler Künstler*schaft, Kunstpavillon, Rennweg 8a, 6020 Innsbruck, eingereicht werden. 

Teilnahmeberechtigt sind nationale und internationale Künstler*innen und Kurator*innen mit Ausstellungserfahrung. 

Die Bewerbungen erfolgen schriftlich in englischer oder deutscher Sprache und müssen folgende Dokumente beinhalten: 

  • ein formloses Ansuchen
    eine Konzeptbeschreibung (im Fall eines konkreten Projektvorschlags, max. 1.000 Wörter)
    ein Portfolio bzw. eine Dokumentation der Arbeit der letzten Jahre (max. 2 Kataloge, max. 10 Fotos, bitte keine Originale!)
    einen kurzen Lebenslauf
    Filme und Videoarbeiten (auf DVD oder Vimeo- oder Youtube-Links; kein WeTransfer, kein Dropbox-Link!): Inhalt und Videostills müssen zusätzlich auf zwei Din A4-Seiten zusammengefasst werden. Bei Filmen/Videos, die länger als 10 Minuten dauern, muss der/die Künstler*in einen Ausschnitt erstellen.
    Den unterzeichneten Ausdruck der Bestätigungs-E-Mail des ausgefüllten Online-Formulars (siehe www.kuenstlerschaft.at/ausschreibungen) 

Wichtiger Hinweis: Nur Einreichungen per Post werden berücksichtigt! 

Die Programmjury, bestehend aus der Gastjurorin Stephanie Weber, einem Mitglied des Vorstandes und der Künstlerischen Leiterin, wählt die Projekte aus. Zudem ist eine von der Gastjurorin kuratierte Ausstellung auf Basis der Einreichungen geplant. Der Ablauf des Programms für 2020 wird im Laufe des Sommers 2019 festgelegt. 

Programmjury 2019: 

Annja Krautgasser, Künstlerin, Mitglied des Vorstands der Tiroler Künstler*schaft (Ersatz: Katharina Cibulka, Nora Schöpfer)
Ingeborg Erhart, Künstlerische Leiterin und Geschäftsleitung der Tiroler Künstler*schaft
Stephanie Weber, Kuratorin am Lenbachhaus München 

Bitte richten Sie Einreichungen für den Kunstpavillon und die Neue Galerie an folgende 

Adresse: 

Tiroler Künstler*schaft – Kunstpavillon
Betreff: Programm 2020
Rennweg 8a
A-6020 Innsbruck 

office@kuenstlerschaft.at 

Einreichfrist: Mittwoch, 22. Mai 2019 (Es gilt das Datum des Poststempels.) 

Die Einreichungen werden nicht retourniert. Auf Wunsch erfolgt die Rücksendung der Unterlagen. In diesem Falle muss eine Bearbeitungsgebühr in der Höhe von EUR 10,- der Einreichung in einem Umschlag beigelegt werden. Eine persönliche Abholung im Kunstpavillon ist möglich. Die Unterlagen werden bis Ende 2019 aufbewahrt. 

Kunstraum Lakeside: Statements 2019 — Ausschreibung für performative Formate

Der Kunstraum Lakeside lädt Kulturschaffende und ForscherInnen ein, sich mit einem »Statement« am Programm 2019 zu beteiligen. Gesucht werden performative Formate, die auf das Jahresthema Bezug nehmen und mit den Darstellungsformen der bildenden Kunst in einer Institution an der Schnittstelle von Kunst, Wirtschaft und Technologie experimentieren.

Kunstraum Lakeside

Der Kunstraum Lakeside widmet sich jährlich einem spezifischen Thema, das aus den institutionellen Besonderheiten dieses Ausstellungs-, Performance- und Diskursraums hervorgeht. Die Anbindung an einen Wissenschafts- und Technologiepark sowie die Verknüpfung des Veranstaltungs- mit dem Semesterprogramm der Universität Klagenfurt wirft Fragen danach auf, wie KünstlerInnen heute die Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen von Wissensproduktion ausloten. Unter der kuratorischen Leitung von Franz Thalmair konzentriert sich das für drei Jahre entworfene Programm auf Handlungsfelder, die mit dem Begriff der »künstlerischen Forschung« zusammengefasst werden. Künstlerische Forschung ermöglicht, wie Kunst ganz allgemein, ästhetische Erfahrung. Zusätzlich räumt sie aber auch die Möglichkeit ein, innerhalb der jeweiligen Kunstpraxis – das heißt innerhalb der eigenen Medien, Formate und Darstellungsformen – über die Rahmenbedingungen des eigenen Tuns nachzudenken. Eingebettet in soziale, historische und kulturelle Bedeutungszusammenhänge erlaubt sie folglich, auf die sich permanent verändernden Gegebenheiten unserer Gesellschaft zu reagieren.

Jahresthema

Das zweite Programmjahr im Kunstraum Lakeside widmet sich dem Begriff »Prozess«. Ähnlich wie die Recherche als eine der Grundlagen einer forschenden und somit Wissen und Erkenntnis erzeugenden Praxis in einem künstlerischen Zusammenhang zum eigentlichen Objekt der Darstellung werden kann, hat auch der Prozess das Potenzial, sich vom Kunstwerk zu emanzipieren und zum eigenständigen Experiment zu werden. Inwieweit diese Formen des forschenden Experimentierens in jedem Kunstschaffen angelegt sind und wie künstlerische Forschung darüber hinaus gehen muss, um nicht beliebig zu sein, äußert sich in einer Doppelreflexion von Ausdrucksmedium und Ausdrucksgegenstand: »Es gibt die Auffassung, dass die Bildende Kunst in der Anstrengung zur Formfindung für ihre Objekte immerzu experimentiert. Dazu reflektiert und revidiert sie Materialien und Medien. Diese sehr allgemeine und daher nicht sehr produktive Perspektive ist einzugrenzen, indem der Blick auf Praktiken gelenkt wird, die das Experimentieren selber als Vorgang thematisieren.«* Im Fokus stehen Entwicklungsverläufe im Kunstschaffen, Phasen, Werdegänge und Verläufe, Hergänge, Entfaltungen und Verfahren.

*Hannes Rickli: »Experimentieren«, in: Badura, Jens et al (Hg.): Künstlerische Forschung. Ein Handbuch, Zürich/Berlin: Diaphanes, 2015, 135–138, hier: 136.

Termine

Für die Umsetzung eines »Statements« stehen pro Termin je drei Tage Produktionszeit zur Verfügung. Diese drei Tagen schließen sowohl den Aufbau als auch den Abbau im Kunstraum Lakeside ein. Der Öffentlichkeit steht der Kunstraum jeweils an einem der drei Tage zur Verfügung. Bitte geben Sie zwei der von Ihnen bevorzugten Termine bekannt.

– Statement V: 27. Juni 2019 (Produktionszeit, 26.–28. Juni 2019)
– Statement VI: 4. Juli 2019 (Produktionszeit, 3.–5. Juli 2019)
– Statement VII: 16. Jänner 2020 (Produktionszeit, 15.–17. Jänner 2020)
– Statement VIII: 23. Jänner 2020 (Produktionszeit, 22.–24. Jänner 2020)

Bewerbung

Die Bewerbung erfolgt ausschließlich per E-Mail ab sofort bis 31. März 2019 (24 Uhr) an office@lakeside-kunstraum.at, z.H. Lea Lugarič. Die Unterlagen sind als zusammenhängendes PDF mit einer maximalen Dateigröße von 10 MB zu erbringen. Die Einreichung muss in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein. Nur vollständige Einreichungen werden akzeptiert. Wir bitten um folgende Unterlagen:

– Inhaltliche Darstellung des geplanten Vorhabens, maximal zwei A4-Seiten;
– Visualisierung des geplanten Vorhabens und technische Beschreibung;
– Budgetierung (Der Kunstraum Lakeside stellt pro »Statement« 1000,- Euro Produktionskostenzuschuss inkl. Honorare, sowie Reise- und Aufenthaltskosten zur Verfügung);
– Kurzdarstellung des bisherigen künstlerischen Werdegangs;
– Raumplan, Fotos, vorhandenes Equipment und Display des Kunstraum Lakeside zum Download

Jury und Entscheidung

Die Jury besteht aus Inge Vavra (Künstlerin, Klagenfurt), Markus Waitschacher (Kurator und Kunstvermittler, Klagenfurt und Graz), Franz Thalmair (Kurator, Kunstraum Lakeside, Klagenfurt) und Lea Lugarič (Kuratorische Assistenz, Kunstraum Lakeside, Klagenfurt). Über die Ergebnisse der Ausschreibung werden die TeilnehmerInnen bis Ende April 2019 schriftlich informiert.

Wettbewerbsbedingungen

Mit der Einreichung eines »Statements« erkennen die TeilnehmerInnen die Wettbewerbsbedingungen an. Für die Auswahl der am Jahresprogramm 2019 beteiligten Positionen im Kunstraum Lakeside ist ausschließlich die Jury zuständig. Eine Anfechtung der Entscheidung nicht möglich.

Kontakt

Lea Lugarič | Kuratorische Assistenz

Kunstraum Lakeside
Lakeside B02
9020 Klagenfurt
Österreich

Telefon: +43 664 83 99 305
E-Mail: office@lakeside-kunstraum.at