{"id":35303,"date":"2016-05-11T19:03:01","date_gmt":"2016-05-11T17:03:01","guid":{"rendered":"http:\/\/camera-austria.at\/2016\/05\/preistrager-und-bilanz-der-62-internationalen-kurzfilmtage-oberhausen-2\/"},"modified":"2016-05-11T19:03:01","modified_gmt":"2016-05-11T17:03:01","slug":"preistrager-und-bilanz-der-62-internationalen-kurzfilmtage-oberhausen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/camera-austria.at\/en\/2016\/05\/preistrager-und-bilanz-der-62-internationalen-kurzfilmtage-oberhausen\/","title":{"rendered":"Preistr\u00e4ger und Bilanz der 62. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen"},"content":{"rendered":"<p>Am 10. Mai gingen die 62. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen mit einem Besucherrekord von \u00fcber 20.000 Eintritten zu Ende. Bei der Preisverleihung im Oberhausener Lichtburg Filmpalast wurden insgesamt 17 Preise verliehen. Der Hauptpreis des Festivals, der Gro\u00dfe Preis der Stadt Oberhausen im Internationalen Wettbewerb, ging in die Schweiz an die Regisseurin Louise Carrin f\u00fcr Venusia, eine Studie der Beziehung zwischen der Inhaberin eines Luxusbordells und ihrer einzigen Freundin, einer ebenso unberechenbaren wie untalentierten Prostituierten. \u201eEin Film, der durch einfache Mittel in einem einzigen Raum ein ganzes Universum schafft\u201c, schrieb die Internationale Jury in ihrer Begr\u00fcndung. Berlinale-Preistr\u00e4ger Lav Diaz gewann f\u00fcr seinen Kurzfilm Ang araw bago an wakas (The Day before the End) den Hauptpreis der Internationalen Jury.<\/p>\n<p>Der Hauptpreis im Deutschen Wettbewerbs ging ebenfalls an eine Regisseurin, Vika Kirchenbauer f\u00fcr SHE WHOSE BLOOD IS CLOTTING IN MY UNDERWEAR, ein technisch verfremdeter und abstrahierter Blick auf Intimit\u00e4t und K\u00f6rperlichkeit. Ein Film, \u201eder die Gewalt der Lust nicht einfach vorf\u00fchrt, sondern gerade in der experimentellen Verfremdung f\u00f6rmlich auf das Publikum \u00fcbertr\u00e4gt\u201c, so die Begr\u00fcndung der Jury.<\/p>\n<p>Die Preistr\u00e4ger des 18. MuVi-Preises f\u00fcr das beste deutsche Musikvideo wurden bereits am Samstag, 7. Mai 2016, ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Zu den beliebtesten Sektionen geh\u00f6rte das Themenprogramm \u201eEl pueblo\u201c mit sechs von acht ausverkauften Vorstellungen. Zum ersten Mal zeigten die Kurzfilmtage begleitend zu den Filmprogrammen eine Kunstausstellung, \u201eJosef Dabernig &amp; Sun Xun\u201c, die mit \u00fcber 750 Besuchern an f\u00fcnf Tagen ebenfalls erfolgreich abschloss und zu der sehr positiven Besucherbilanz beitrug.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><strong>Preise des Internationalen Wettbewerbs und der Internationalen Jury<\/strong><\/p>\n<p>Mitglieder der Internationalen Jury:<br \/>\nAndr\u00e9s Denegri (Argentinien), Stella H\u00e4ndler (Schweiz), Marta Kuzma (Schweden), Joanna Raczy\u0144ska (USA), Mika Taanila (Finnland)<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfer Preis der Stadt Oberhausen<\/strong><br \/>\ndotiert mit 8.000 Euro<\/p>\n<p>Venusia<br \/>\nLouise Carrin<br \/>\nSchweiz 2015, 34 Min. 11 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nEin Film, der durch einfache Mittel in einem einzigen Raum ein ganzes Universum schafft. Ein statisches Doppelportr\u00e4t entfaltet sich zu einer dynamischen Landschaft der menschlichen Verfassung.<\/p>\n<p><strong>Hauptpreis<\/strong><br \/>\ndotiert mit 4.000 Euro<\/p>\n<p>Ang araw bago ang wakas<br \/>\n(The day before the end)<br \/>\nLav Diaz<br \/>\nPhilippinen 2015, 16 Min. 18 Sek., DCP, s\/w<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nDer Hauptpreis geht an eine Arbeit von politischer Dringlichkeit. In anderen Kontexten kanonische Texte erreichen uns in dr\u00e4ngender Umgangssprache, als Ort der letzten Zuflucht.<\/p>\n<p><strong>e-flux-Preis<\/strong><br \/>\ndotiert mit 3.000 Euro<br \/>\nF\u00fcr eine herausragende Film- oder Videoarbeit, die eine neue Form f\u00fcr das poetische und elektrische Potenzial des bewegten Bildes im Zeitalter globaler Informationsfl\u00fcsse findet.<\/p>\n<p>Mains Propres<br \/>\n(Washed Hands)<br \/>\nLouise Botkay<br \/>\nBrasilien 2015, 8 Min. 33 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nEin formal einfacher, aber komplexer Film \u00fcber das Filmen und Gefilmtwerden, der einen sehr verst\u00f6renden Effekt hat. Diese Arbeit bezieht ihre Kraft aus einem der grundlegenden Instrumente des Kinos: dem Bildrahmen.<\/p>\n<p><strong>Lobende Erw\u00e4hnungen<\/strong><\/p>\n<p>Centre of the Cyclone<br \/>\nHeather Trawick<br \/>\nKanada\/USA 2015, 18 Min. 20 Sek., 16 mm, Farbe<\/p>\n<p>20 July.2015<br \/>\nDeimantas Narkevi\u010dius<br \/>\nLitauen 2016, 15 Min. 8 Sek., 3D DCP, Farbe<\/p>\n<p><strong>Jury des Ministeriums f\u00fcr Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen<\/strong><\/p>\n<p>1. Preis<br \/>\ndotiert mit 5.000 Euro<\/p>\n<p>Mitglieder der Jury:<br \/>\nPeter Braatz (Ljubljana), Christiane Heuwinkel (Wolfsburg\/Bielefeld), Maike Mia H\u00f6hne (Berlin\/Hamburg), Markus Lenz (K\u00f6ln), Ulrike Sprenger (Konstanz)<\/p>\n<p>489 Years<br \/>\nHayoun Kwon<br \/>\nFrankreich 2016, 11 Min. 17 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nDer Film 489 Years betritt die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und S\u00fcdkorea und f\u00fchrt den Zuschauer in einen Wald des Lebens und des Todes zugleich. Begleitet von authentischer Erinnerung eines Grenzsoldaten \u00f6ffnet der Film mittels fantastisch realisierter Bilder den Blick auf eine wahre, jedoch verborgene Realit\u00e4t unserer Welt. Sowohl von der Grausamkeit als auch von der Sch\u00f6nheit dieses t\u00f6dlichen M\u00e4rchenwaldes h\u00f6ren und ahnen wir mehr als wir sehen. Dennoch macht der Film das Gef\u00fchl existentieller Ohnmacht und Angst in einem st\u00e4ndig verminten Raum k\u00f6rperlich greifbar. Die Perfektion in der Wiedergabe dieses Raumes wird durch die Vision der Zerst\u00f6rung des Grenzgebietes noch \u00fcberh\u00f6ht. Falls Waffen Waffen zerst\u00f6ren und nicht Menschen, l\u00f6st sich die Angst in Hoffnung. Ein Film von gro\u00dfer Tiefe, brillanter Sch\u00f6nheit und gesellschaftlicher Bedeutung. F\u00fcr heute und erst recht f\u00fcr morgen.<\/p>\n<p>2. Preis<br \/>\ndotiert mit 3.000 Euro<\/p>\n<p>If It Was<br \/>\nLaure Prouvost<br \/>\nGro\u00dfbritannien 2015, 8 Min. 52 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nDen heiligen Hallen der Kunst assoziiert die Filmemacherin eine durchweg vom Ort selbst und seiner Geschichte inspirierte Utopie. In ihrem Film If It Was setzt sie der Realit\u00e4t des geschichtlich hochbrisanten Hauses der Kunst in M\u00fcnchen mit seiner nationalsozialistischen \u00dcberw\u00e4ltigungsarchitektur ein ebenso verr\u00fccktes wie witziges, sinnliches und durchaus weibliches Mus\u00e9e imaginaire entgegen. Ein von visuellen und thematischen Ideen \u00fcberbordender Film, der uns hoffen l\u00e4sst, dieses Museum der Tr\u00e4ume einmal betreten zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis)<\/strong><\/p>\n<p>Mitglieder der Jury:<br \/>\nPeter Kremski (Deutschland), Tina Poglajen (Slowenien), Shy K. Segev (Israel)<\/p>\n<p>If It Was<br \/>\nLaure Prouvost<br \/>\nGro\u00dfbritannien 2015, 8 Min. 52 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nDie FIPRESCI-Jury verleiht den Internationalen Kritikerpreis an den britischen Film If It Was von Laure Prouvost f\u00fcr die beeindruckende kinematographische Adaption einer gegenw\u00e4rtig popul\u00e4ren Gestaltungsweise im Internet f\u00fcr die gro\u00dfe Leinwand, wobei er diese vergleichsweise profane Gestaltungsweise ins Poetische \u00fcberh\u00f6ht und mit einer in die Tiefe gehenden essayistischen Reflexion \u00fcber die Freiheit der Kunst verbindet. In einem gewagten Spiel mit Bildern und Sprache und mit einem verf\u00fchrerischen subversiven Charme zeigt Laure Prouvosts multi-medial inspirierter Film in \u00e4sthetisch komplexer Weise auf, dass Kunst keine Grenzen kennt. Mit unverkennbar eigenem Stil und einer erstaunlichen Leichth\u00e4ndigkeit gelingt es Laure Prouvost dabei, das Publikum intellektuell und emotional f\u00fcr sich zu gewinnen.<\/p>\n<p><strong>Preis der \u00d6kumenischen Jury<\/strong><br \/>\ndotiert mit 1.500 Euro<\/p>\n<p>Mitglieder der Jury:<br \/>\nChristian Murer (Schweiz), Dagmar Petrick (Deutschland), Thomas Sch\u00fcpbach (Schweiz), Eberhard Streier (Deutschland)<\/p>\n<p>489 Years<br \/>\nHayoun Kwon<br \/>\nFrankreich 2016, 11 Min. 17 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nIn seinen Erinnerungen nimmt uns ein Soldat mit auf eine Exkursion in das demilitarisierte Grenzgebiet zwischen S\u00fcd- und Nordkorea. Aus seiner Perspektive erleben wir in fesselnden computeranimierten Bildfolgen den gef\u00e4hrlichen Weg durch ein vermintes Paradies. Hier liegen Sch\u00f6nheit und Schrecken nahe beieinander, was uns die Ambivalenz \u00e4u\u00dferer sowie innerer Grenzen neu bewusst werden l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>ZONTA-Preis<\/strong><br \/>\ndotiert mit 1.000 Euro<br \/>\nf\u00fcr eine Filmemacherin aus dem Internationalen oder Deutschen Wettbewerb<\/p>\n<p>Eleganssi<br \/>\n(Elegance)<br \/>\nVirpi Suutari, Finnland 2015, 25 Min. 42 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nDie Filmemacherin portraitiert eine geschlossene Gesellschaft von M\u00e4nnern mit alten Traditionen, raffinierten Gebr\u00e4uchen und strengen Wertvorstellungen. Die Eleganz des Films erlaubt ungesehene Einblicke in die patriarchale Welt der Wirtschaftselite.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><strong>Preise des Deutschen Wettbewerbs<\/strong><\/p>\n<p>Mitglieder der Jury des Deutschen Wettbewerbs:<br \/>\nAthanasios Karanikolas (Berlin), Doris Kuhn (M\u00fcnchen), Florian Keller (Winterthur)<\/p>\n<p><strong>Preis f\u00fcr den besten Beitrag des Deutschen Wettbewerbs<\/strong><br \/>\ndotiert mit 5.000 Euro<\/p>\n<p>SHE WHOSE BLOOD IS CLOTTING IN MY UNDERWEAR<br \/>\nVika Kirchenbauer<br \/>\nDeutschland 2016, 3 Min. 24 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nDieser Film ist laut und intim. Er ist brutal und z\u00e4rtlich. Ein theoretisch durchdachtes, ungemein sinnliches Konzeptvideo. Wir zeichnen einen Film aus, der die Gewalt der Lust nicht einfach vorf\u00fchrt, sondern gerade in der experimentellen Verfremdung f\u00f6rmlich auf\u00a0 das Publikum \u00fcbertr\u00e4gt \u2013 eine Auseinandersetzung \u00fcber Identit\u00e4t, die uns ganz unmittelbar in ihrer K\u00f6rperlichkeit getroffen hat.<\/p>\n<p><strong>3sat-F\u00f6rderpreis<\/strong><br \/>\ndotiert mit 2.500 Euro, f\u00fcr einen Beitrag, der sich durch eine neue Sichtweise auszeichnet.<br \/>\nDer Preis umfasst dar\u00fcber hinaus das Angebot, den ausgezeichneten Beitrag zu erwerben und im 3sat-Programm zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Telefon Santrali<br \/>\nSarah Drath<br \/>\nDeutschland 2016, 7 Min. 38 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nEin Raum, der wie eine Schaltstelle funktioniert: zwischen fr\u00fcher und jetzt, zwischen Fortschritt und R\u00fcckschritt. Wir zeichnen einen Film aus, der mit sparsamen Mitteln glamour\u00f6se Bilder schafft. Und eine Regisseurin, die das ihr fremde Land nicht aus einer bequemen Au\u00dfensicht beleuchtet, sondern aus seiner Geschichte. Frei von Exotismus, doppelb\u00f6dig im politischen Kommentar. Und sogar das Internet schaut f\u00fcr einen Witz vorbei.<\/p>\n<p><strong>Lobende Erw\u00e4hnung<\/strong><\/p>\n<p>Sites<br \/>\nVolker Schreiner<br \/>\nDeutschland 2015, 8 Min. 26 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nEin toller Film, weil er uns zeigt, dass man die Orientierung im Dunkeln finden kann, in Kunst und Natur und zwischen verrutschten Perspektiven. Selbst wenn er vorbei ist, hat er noch eine \u00dcberraschung parat: Er besteht aus Found Footage.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><br \/>\n<strong>Preise des NRW-Wettbewerbs<\/strong><\/p>\n<p>Mitglieder der Jury:<br \/>\nFlorian Deterding (D\u00fcsseldorf), Sylke Gottlebe (Dresden), Andreas Heidenreich (Darmstadt)<\/p>\n<p><strong>Preis f\u00fcr den besten Beitrag des NRW-Wettbewerbs<\/strong><br \/>\ndotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von der NRW.Bank<\/p>\n<p>Ocean Hill Drive<br \/>\nMiriam Gossing, Lina Sieckmann<br \/>\nDeutschland 2016, 20 Min. 49 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nAtmosph\u00e4risch dicht entwickelt der Film einen Sog, der die Spannung zwischen Surrealistischem und Dokumentarischem h\u00e4lt. Die Filmemacherinnen vertrauen dabei der Aussagekraft ihrer Bilder, die eine feinsinnige Verbindung mit der Tonebene eingehen. Beeindruckt von der Konsequenz, mit der Miriam Gossing und Lina Sieckmann ihre k\u00fcnstlerische Handschrift weiterentwickelt haben, vergibt die Jury den Preis f\u00fcr den besten Beitrag im NRW-Wettbewerb an den Film Ocean Hill Drive.<\/p>\n<p><strong>F\u00f6rderpreis des NRW-Wettbewerbs<\/strong><br \/>\ndotiert mit 500 Euro, gestiftet von der NRW.Bank<\/p>\n<p>Das Leben ist hart<br \/>\nSimon Schnellmann<br \/>\nDeutschland 2015, 3 Min., DCP, s\/w<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nKein Strich zu viel, keine Pointe zu wenig \u2013 minimalistisch, konzentriert und voller Ideenreichtum inszeniert der Filmemacher auf den Punkt.<\/p>\n<p><strong>Preis der West ART-Zuschauerjury<\/strong><br \/>\ndotiert mit 750 Euro, gestiftet von West ART<\/p>\n<p>Ein Aus Weg<br \/>\nSimon Steinhorst, Hannah Lotte Stragholz<br \/>\nDeutschland 2016, 19 Min. 57 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nEr langweilt nie. Er ist spannend. Er ist lebensnah. Er ist echt. Und er ist vielf\u00e4ltig in seinen filmischen Mitteln. Damit erf\u00fcllt er alle Anspr\u00fcche, die wir an einen Film legen, damit er uns fesselt und hineinzieht und abtauchen l\u00e4sst in eine uns unbekannte, neue Welt.<br \/>\nDer animierte Dokumentarfilm Ein Aus Weg von Simon Steinhorst und Hannah Lotte Stragholz bringt uns in 20 Minuten den jungen Inhaftierten Alex K. ganz nah, der sich in Interviews den Fragen des Autoren und Seelsorgers Max Prosts \u00fcber den Sinn des Lebens stellt. Wir h\u00f6ren gebannt seinen Erz\u00e4hlungen zu \u2013 \u00fcber ein kleinkriminelles Leben zwischen Strafgefangenschaft und Freiheit, zwischen gesellschaftlicher Normalit\u00e4t und Diebstahl, Liebe und Drogen. W\u00e4hrend Alex K. dezent hoffnungsvoll in die Zukunft blickt, berichtet der um Dialog bem\u00fchte Kriminalhauptkommissar Werner B. n\u00fcchtern \u00fcber die Justiz in Deutschland und seinen polizeilichen Alltag. Seine Prognose f\u00fcr Alex\u2019 Zukunft: In sp\u00e4testens neun Monaten wird er wieder straff\u00e4llig. Darauf wettet er ein Eis.<br \/>\nVon Hand animierte, farbige Bilder, Montage, Sounddesign, Musik, Drehbuch und die authentische Geschichte des Alex K. \u2013 wir, die West ART-Zuschauerjury, loben die stimmige, gelungene und fesselnde Komposition der unterschiedlichen Spielebenen und freuen uns, dass Kriminalhauptkommissar Werner B. seine Wette mittlerweile verloren hat.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><strong>Preise des 39. Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs<\/strong><\/p>\n<p><strong>Preis der Kinderjury<\/strong><br \/>\ndotiert mit 1.000 Euro, gestiftet Peugeot BECKERfrance<\/p>\n<p>Mitglieder der Jury:<br \/>\nAleyna Aydin, Allan Burfeind, Emre G\u00f6koglu, Nailany Weimer, Henrike Wilhelm<\/p>\n<p>Hugo Bumfeldt<br \/>\n\u00c9va Katinka Bogn\u00e1r<br \/>\nUngarn 2015, 12 Min. 02 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nZu entscheiden, wer den Preis des 39. internationalen Kinderfilmwettbewerbs bekommt, fiel uns zwar schwer \u2013 aber doch waren wir von einem Film von Anfang an \u00fcberzeugt. Er erz\u00e4hlt von Freundschaft, Heimweh und Trauer. Und von Aliens, die Taucher statt Goldfische h\u00fcten. Die Figuren sind bunt und ungew\u00f6hnlich, die Geschichte spannend, witzig und ber\u00fchrend zugleich, auch Ton und Musik werden super eingesetzt. Au\u00dferdem denkt man durch den Film dar\u00fcber nach, wie man mit anderen Lebewesen umgeht.<\/p>\n<p><strong>evo-F\u00f6rderpreis der Kinderjury<\/strong><br \/>\ndotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von der Energieversorgung Oberhausen AG (evo)<\/p>\n<p>Novembre<br \/>\nMarjolaine Perreten<br \/>\nFrankreich\/Schweiz 2015, 4 Min., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nDen EVO-F\u00f6rderpreis vergeben wir an einen Film, der bestimmt jedem Zuschauer ein kleines oder gr\u00f6\u00dferes L\u00e4cheln ins Gesicht zaubert. Er ist schlicht, aber sehr sch\u00f6n animiert. Die Farben und Formen machen eine ganz besondere Stimmung, die grauen Himmel und Regen so wirken lassen, als ginge er ja doch wieder vorbei. Und das stimmt ja auch \u2013 und bis dahin muss man sich gegenseitig helfen und die dicken Tropfen nicht so schwer nehmen.<\/p>\n<p><strong>Lobende Erw\u00e4hnung der Kinderjury<\/strong><\/p>\n<p>Boy-Razor<br \/>\nPeter Pontikis<br \/>\nSchweden 2015, 11 Min. 27 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nDie lobende Erw\u00e4hnung sprechen wir einem Film aus, der uns von der ersten Sekunde an gefesselt hat. Die spannende Geschichte und die jungen Schauspieler sind einfach toll. Besonderen Spa\u00df haben uns die Farben und die actionreiche Kameraf\u00fchrung gemacht. Auch wenn es am Ende alles gut geht, zeigt dieser Film, dass w\u00fctende Entscheidungen aus dem Bauch heraus selten die sind, die sich gut anf\u00fchlen.<\/p>\n<p><strong>Preis der Gastjury des Internationalen Kinderfilmfestivals Filem\u2019on, Br\u00fcssel<\/strong><\/p>\n<p>Bounce<br \/>\nD.C. Barclay\/Rory Lowe<br \/>\nGro\u00dfbritannien 2015, 10 Min. 19 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p><strong>Preis der Jugendjury<\/strong><br \/>\ndotiert mit 1.000 Euro, gestiftet vom Rotary Club Oberhausen<\/p>\n<p>Mitglieder der Jury:<br \/>\nMaria Eduarda Barbosa, Natalie Mengede, Finn Rubin, Anne Schulzki, Nasstassja Twumasi<\/p>\n<p>Viaduc<br \/>\nPatrice Lalibert\u00e9<br \/>\nKanada 2015, 18 Min. 48 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nDer Preis des internationalen Jugendfilmwettbewerbs geht an einen Film, der gleicherma\u00dfen spannend und tiefgr\u00fcndig ist. Der Einsatz der Musik sowie die Kameraarbeit haben uns beeindruckt, da sie packende Szenen zu echten H\u00f6hepunkten steigern. Der Film regt dazu an, hinter die Fassade von Handlungen und Haltungen zu blicken und Vorverurteilungen zu hinterfragen. Besonders hervorheben wollen wir die Bandbreite an Themen, die der Film aufgreift: Familie und Verlust, Sprachlosigkeit. Jeder Bruch kann als M\u00f6glichkeit verstanden werden eine Br\u00fccke zu schlagen scheint eine der Botschaften zu sein. Intime famili\u00e4re Beziehungen werden in Kontext gesetzt zu politischen Aspekten wie Krieg und Patriotismus.<\/p>\n<p><strong>Lobende Erw\u00e4hnung der Jugendjury<\/strong><\/p>\n<p>Pieni\u00e4 k\u00f6mpel\u00f6it\u00e4 hellyydenosoituksia<br \/>\n(Clumsy Little Acts of Tenderness)<br \/>\nMila Tervo<br \/>\nFinnland 2015, 8 Min. 56 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nDie lobende Erw\u00e4hnung des internationalen Jugendfilmwettbewerbs wollen wir einem Film aussprechen, der uns mit seinem Charme und Witz \u00fcberzeugt hat. Peinlichkeiten und Missverst\u00e4ndnisse, die in einer Tochter-Vater-Beziehung vorkommen, werden mit einer solchen Ironie und \u00dcberspitzung dargestellt, dass sie alle Altersklassen in den Bann ziehen, ohne den Ernst dieses Geschlechter- und Generationenverh\u00e4ltnisses zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4dikat der \u00d6kumenischen Jury f\u00fcr einen Film im Internationalen Kinder- und Jugendfilmwettbewerb<\/strong><br \/>\nverbunden mit der Empfehlung an Matthias Film und das Katholische Filmwerk, diesen Film f\u00fcr ihre Filmarbeit anzukaufen<\/p>\n<p>Viaduc<br \/>\nPatrice Lalibert\u00e9<br \/>\nKanada 2015, 18 Min. 48 Sek., DCP, Farbe<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<br \/>\nDer 17j\u00e4hrige Mathieu unternimmt eines nachts eine waghalsige Aktion, um ein Graffiti an eine Autobahnbr\u00fccke zu sprayen. Erst am Schluss eines spannungsgeladenen Films, der auf vielf\u00e4ltige Art und Weise Lebenswelten von Jugendlichen aufzeigt, erschlie\u00dft sich die Motivation seines Handelns. Dadurch regt Viaduc an, eigene Vorurteile und oberfl\u00e4chliche Betrachtungsweisen zu hinterfragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 10. Mai gingen die 62. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen mit einem Besucherrekord von \u00fcber 20.000 Eintritten zu Ende. Bei der Preisverleihung im Oberhausener Lichtburg Filmpalast wurden insgesamt 17 Preise verliehen. 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