Camera Austria International

47/48 | 1994

Symposion über Fotografie XIV
KRIEG.

Preis

€25 In den Warenkorb

  • ART IN RUINS
    Der Augenschein spricht gegen uns
  • SABINE BITTER
    Vor Ort und dahinter
  • HEINZ EMIGHOLZ
    Fotografie und Jenseits
  • ZOFIA KULIK
  • PAUL LOWE
    Existenzzeuge
  • SUSAN MEISELAS
    Auf dem Weg aus Kurdistan
  • SOPHIE RISTELHUEBER
    Über meine Arbeit >>Fait<<
  • PAPER TIGER TELEVISION
    Es ist mittag in Graz. Wissen Sie wo Ihr Gehirn ist?
  • MARTHA ROSLER
    Krieg in meiner Arbeit
  • JOHN TAYLOR
    Der Golfkrieg in der britischen Presse
  • BURKHARDT SCHMIDT
    Ästhetische Untersuchungen des Fotografischen im Kriegsbezug unter Berücksichtigung von politischem und kulturtheoretischem Wirrsal heute

Vorwort

Das SYMPOSION ÜBER FOTOGRAFIE XIV, dessen Beiträge in der hier vorliegenden Doppelnummer von CAMERA AUSTRIA Nr. 47/48 vollständig dokumentiert sind, hat im vergangenen Herbst die »Österreichische Triennale zur Fotografie 1993« begleitet. Mit dem seit 1979 jährlich im Rahmen des Festivals »steirischer herbst« vom Forum Stadtpark durchgeführten “Symposion über Fotografie” soll die Beschäftigung mit Fragen der kulturellen, ästhetischen und gesellschaftlichen Wirkungsweisen des Mediums Fotografie in den Kontext zeitgenössischer Kunst- und Theoriediskussion gestellt werden – auch mit dem Ziel, damit den Horizont einer Debatte um “künstlerische Fotografie” im engen Sinn zu überschreiten. Auch die »Österreichische Triennale zur Fotografie 1993«, im Auftrag des Österreichischen Bundesministeriums für Unterricht und Kunst von der Neuen Galerie (Werner Fenz) und vom Forum Stadtpark (Christine Frisinghelli) konzipiert, wollte mit dem Thema KRIEG. die allgemeinen Bedingungen einer Kunst, die sich mit dem Realen einläßt, ansprechen.

Volltext

Camera Austria International 47/48 | 1994
Vorwort

SYMPOSION ÜBER FOTOGRAFIE XIV

Das SYMPOSION ÜBER FOTOGRAFIE XIV, dessen Beiträge in der hier vorliegenden Doppelnummer von CAMERA AUSTRIA Nr. 47/48 vollständig dokumentiert sind, hat im vergangenen Herbst die »Österreichische Triennale zur Fotografie 1993« begleitet. Mit dem seit 1979 jährlich im Rahmen des Festivals »steirischer herbst« vom Forum Stadtpark durchgeführten “Symposion über Fotografie” soll die Beschäftigung mit Fragen der kulturellen, ästhetischen und gesellschaftlichen Wirkungsweisen des Mediums Fotografie in den Kontext zeitgenössischer Kunst- und Theoriediskussion gestellt werden – auch mit dem Ziel, damit den Horizont einer Debatte um “künstlerische Fotografie” im engen Sinn zu überschreiten. Auch die »Österreichische Triennale zur Fotografie 1993«, im Auftrag des Österreichischen Bundesministeriums für Unterricht und Kunst von der Neuen Galerie (Werner Fenz) und vom Forum Stadtpark (Christine Frisinghelli) konzipiert, wollte mit dem Thema KRIEG. die allgemeinen Bedingungen einer Kunst, die sich mit dem Realen einläßt, ansprechen.

Künstlerinnen und Künstler, die mit neuen Arbeiten zur Ausstellung KRIEG. beigetragen haben (Art in Ruins, Sabine Bitter, Zofia Kulik, Paper Tiger Television, Martha Rosler), stellten sich im Rahmen des Symposions der Diskussion mit Fotografen, die auf Kriegsschauplätzen arbeiten und als Augenzeugen auf KRIEG. reagieren (Paul Lowe, Susan Meiselas) und mit Theoretikern und Schriftstellern (Heinz Emigholz, Burghart Schmidt, John Taylor).

Warum Krieg als Thema? Es scheint als müßte jedes heute gewählte Thema vor den Hintergrund des Zustandes Krieg gestellt werden. Nicht, daß Krieg in der Welt kein alltägliches Phänomen wäre, der Skandal ist ein zweifacher: daß Krieg für uns – in Europa – erst jetzt wieder denkbar wurde, wo er doch für diesen Kontinent konstitutiv zu sein scheint; und daß wir, obwohl wir ihn jetzt sehen, nicht anders als in den historischen Mustern reagieren können: im Unterscheiden zwischen Freund und Feind, Aggressor und Opfer. Kann ein moralisierender Diskurs durch neue Analysemodelle ersetzt werden? Wie können wir dem Thema KRIEG. begegnen? Können wir den Fragmenten trauen, die unser Bild von Wirklichkeit konstituieren, um eine Grundlage zu bilden für Aussagen die, für uns selbst zumindest, wahrhaft sein können? Kann eine historische Annäherung an das Thema versucht werden? Kann es genügen, Fragen zu stellen nach den Voraussetzungen für KRIEG.? Wie kann ich, als “entfernter Betrachter” der Obszönität des Voyeurismus entgehen?

Warum Fotografie? Die Eingrenzung thematischer Arbeit auf ein Bildmittel scheint nicht gerechtfertigt, wenn wir die Diskussion nicht a priori auf die Materialebene reduzieren wollen. Geht es jedoch um spezifische Aussagen – und, wie im vorliegenden Vorhaben, um ein so dichtes Beziehungsfeld, wie zwischen KRIEG. und FOTOGRAFIE – wird die Wahl des Mediums wesentlicher Faktor sein: Der a priori öffentliche Charakter des fotografischen Bildes und die Verfügbarkeit des Mediums als strategisches und propagandistisches Mittel sind entscheidend. Die Ästhetisierung, die Entfremdung des fotografierten Gegenstandes, und die Abhängigkeit der Bedeutung des fotografischen Bildes von Kontext und Kommentar sind Faktoren, die die Rezeption fotografischer Bilder bestimmen.

Wir danken den Autoren dieses Heftes für Ihr Interesse, sich mit dem Thema KRIEG auseinanderzusetzen und für ihre Mitarbeit an der Publikation ihrer Beiträge in CAMERA AUSTRIA. Dem österreichischen Bundesministerium für Unterricht und Kunst, dem Land Steiermark und der Stadt Graz danken wir für die Unterstützung der »Österreichischen Triennale zur Fotografie 1993: KRIEG.«, des Symposions und der vorliegenden Publikation.

Christine Frisinghelli

Beiträge

Forum

ANGELIKA KAMPFER

MIRO ZUBAC

MICHAEL SARDELIC

HEINZ BROCKSCHMIDT

MARCO BREUER

EDGAR LISSEL

FRANK MICHAEL GöLDNER

KEN GRANT

JOHN WARBURTON

KERSTIN HEHMANN

GUDRUN ALBERT

ALOIS KRAMMER

MONIKA SAHANEK

CHRISTER EHRLING

JAVIER VALLHONRAT

LAURENZ BERGES

CALVIN DOLLEY

Ausstellungen

RAHMEN UND BILD / Zur Ausstellung von “Vérité” von Clegg & Guttmann
BARBARA HESS

HOFFMANN & HITLER / Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum
PIA LANZINGER

BRASSAI / Rupertinum, Salzburg
ULRICH MELLITZER

MANN OHNE EIGENSCHAFTEN – MAN WITHOUT QUALITIES / Mathias Wähner im Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum
PIA LANZINGER

Bücher

JÜRGEN KLAUKE: PROSECURITAS. Phantom Mensch / Phantom Wirklichkeit

ZWEI BÜCHER ÜBER DIE FREUNDSCHAFT
ANNEMARIE HüRLIMANN

RICHARD MISRACHA:VIOLENT LEGACIES

A HUNDRED TIMES NGUYEN

DEUTSCHE FOTOGRAFIE

1906 TO THE SKIN

MICHAELA MOSCOUW

HABITACIONS I MIGRACIONS

PORTRAITS, NUDES, CLOUDS

ROBERT SMITHSON

A MAP OF THE EAST

Impressum

Herausgeber, Verleger und für den Inhalt verantwortlich: Manfred Willmann.
Eigentümer: Verein CAMERA AUSTRIA,
Labor für Fotografie und Theorie.
Alle: FORUM STADTPARK, Stadtpark 1, A-8010 Graz

Redaktion: Christine Frisinghelli, Reinhard Braun
Redaktionelle Mitarbeit: Christian Eigner, Magdalena Verena Felice

Übersetzungen: Klaus Feichtenberger, Bärbel Fink, Wilfried Prantner