Roswitha Haftmann-Preis 2016 für Heimo Zobernig

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Heimo Zobernig (*1958) erhält den mit CHF 150‘000.- höchstdotierten europäischen Kunstpreis der Roswitha Haftmann-Stiftung.

 

Foto Archiv HZ

Der Stiftungsrat der Roswitha Haftmann-Stiftung hat an seiner Sitzung Ende Oktober beschlossen, Heimo Zobernig für sein unbeirrtes, vielfältiges Schaffen und für sein stringentes Gesamtwerk mit dem Roswitha Haftmann-Preis auszuzeichnen. Der österreichische Künstler arbeitet in unterschiedlichen Medien wie Skulptur, Malerei, Video und Performance. Ausgehend von der geometrischen Abstraktion interpretiert er die Hauptthese der Minimal Art «You get what you see». Seine frühen, schwarzen Skulpturen wirken auf den ersten Blick wie schwere industriell gefertigte architektonische Elemente, bei genauem Hinsehen handelt es sich aber um handgearbeitete, lackierte Kartonskulpturen. Die reduzierte Formensprache setzt sich mit dem russischen Konstruktivismus, der niederländischen De Stijl-Bewegung, oder den Zürcher Konkreten auseinander. Er verwendet einfache Materialien wie Karton, Pressspan oder Styropor, die er zu dreidimensionalen, einfachen Objekten verarbeitet und in komplexen Rauminstallationen mit stark farbigen, abstrakten Gemälden in Beziehung bringt, in denen häufig Schriftzeichen und einzelne Wörter erscheinen. Die Gesamtaussage seiner Assemblagen ist jedoch nicht abstrakt. Zobernig begreift Kunst als ein Kommunikationssystem, das über sich hinausweist und in die Lebenswirklichkeit der Betrachter eindringt.Nach dem Studium 1977 bis 1980 an der Akademie der bildenden Künste Wien und 1980 bis 1983 an der Hochschule für angewandte Kunst Wien lehrte Zobernig an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und der Städelschule in Frankfurt am Main. Seit 2000 hält er eine Professur für Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er gestaltete den österreichischen Pavillon auf der 56. Biennale von Venedig, die am 22. November ihre Tore schliesst.

 

STIFTUNG, PREIS UND VERGABE

Heimo Zobernig ist der sechzehnte Künstler, dem Europas höchstdotierter Kunstpreis zuteil wird. Die Preisverleihung findet am 12. Mai 2016 im Kunsthaus Zürich statt. Die Auszeichnung geht auf die Initiative der Galeristin Roswitha Haftmann (1924-1998) zurück. Seit 2001 vergibt ihre Stiftung den Preis an lebende Künstlerinnen und Künstler, deren Werk von überragender Bedeutung ist. Wer den Preis erhält, wird vom Stiftungsrat bestimmt. Ihm gehören die Direktoren des Kunstmuseums Bern, des Kunstmuseums Basel, des Museum Ludwig in Köln und des Kunsthaus Zürich an. Hinzu kommen Mitglieder, die vom Stiftungsrat berufen werden.

Weitere Informationen unter www.roswithahaftmann-stiftung.com.

 

Roswitha Haftmann Stiftung, c/o Kunsthaus Zürich

Winkelwiese 4, Postfach, CH 8024 Zürich, Tel. +41 (0)44 253 84 84,

Fax +41 (0)44 253 84 33, christa.meienberg@kunsthaus.ch

www.roswithahaftmann-stiftung.com

 

Presseanfragen:
Björn Quellenberg
bjoern.quellenberg@kunsthaus.ch