Symposion über Fotografie XXI: Die Gewalt der Bilder

Infos

Symposion über Fotografie XXI:
Die Gewalt der Bilder

5.10.2018, 16:00–20:00
6.10.2018, 14:00–20:00

Ort: Camera Austria, Graz

Um Anmeldung wird gebeten: Angelika Maierhofer exhibitions@camera-austria.at
Eintritt frei

Sprache: Englisch

Eine Kollaboration von Camera Austria und steirischer herbst

TeilnehmerInnen:
Christine Frisinghelli
Marina Gržinić
Ana Hoffner
Tom Holert
Jakub Majmurek
Guy Mannes-Abbott
Ines Schaber
Ana Teixeira Pinto
Ala Younis

Moderation: Christian Höller

 

Abbildung: Symposion über Fotografie I,
Fotogalerie im Forum Stadtpark, Graz, 1979.
Foto: Helmut Tezak.

Intro

Der Zustand der Krise, in dem sich zahlreiche Gesellschaften seit Langem schon in unterschiedlicher Intensität und aus unterschiedlichen Gründen zu befinden scheinen, bringt eine Fülle von Bildern der Gewalt mit sich, die auch die Frage nach der Gewalt der Bilder selbst nach sich zieht. »Es wird nicht ohne hässliche Bilder gehen«, meinte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz im Jänner 2016 im Hinblick auf die Abweisung von Flüchtlingen an der europäischen Außengrenze im Süden. Doch weswegen sind diese Bilder »hässlich«? Fixieren sie nicht die abgebildeten – zumeist namenlosen, anonymen, entpersonalisierten – Menschen in einem ganz bestimmten Rahmen, an einer permanenten Grenze, deren Übertretung ihnen nicht gestattet ist, außerhalb jedes offiziellen Territoriums, de-subjektiviert und ohne Rechte? Sind sie in diesem Sinn nicht auch Bilder, die Gewalt antun? Ist diese Gewalt auch ihre Hässlichkeit? Die Beiträge des Symposions über Fotografie versuchen, den ein- und ausschließenden Rahmen dieser Bilder aufzuschließen, um jene Momente auszumachen, in denen die Repräsentation von Gewalt in eine Gewalt der Repräsentation umschlägt.

Christine Frisinghelli ist Mitbegründerin von Camera Austria und der Zeitschrift Camera Austria International. Sie lebt in Graz.
Marina Gržinić ist Künstlerin und unterrichtet an der Akademie der bildenden Künste, Wien. Sie lebt in Wien und Ljubljana.
Ana Hoffner widmet sich in ihrer künstlerischen Praxis der Sondierung konfliktbeladener Momente in jüngster Geschichte. Ihr Buch The Queerness of Memory erschien 2018 bei b_books Berlin.
Tom Holert ist Kunsthistoriker und Kulturkritiker. Zuletzt kuratierte er die Ausstellung »Neolithische Kindheit. Kunst in einer falschen Gegenwart, ca. 1930« im HKW, Berlin. Er lebt in Berlin.
Jakub Majmurek ist Philosoph, Filmexperte und politischer Kolumnist. Er lebt in Warschau.
Guy Mannes-Abbott ist Autor, Essayist und Kritiker. Er lebt in London.
Ines Schaber ist Künstlerin und unterrichtet am California Institute of the Arts, Valencia. Sie lebt in Los Angeles und Berlin.
Ana Teixeira Pinto ist Autorin und Kulturtheoretikerin und unterrichtet an der Universität der Künste, Berlin. Sie lebt in Berlin.
Ala Younis ist Künstlerin und Mitbegründerin der Publikationsplattform Kayfa ta. Sie lebt in Amman.