Vortrag
Erëmirë Krasniqi: In Review. The First Decade of Video Art in Kosovo
Infos
Di., 27.1.2026, 18:00
Ausstellungsraum Camera Austria
In englischer Sprache
Eintritt frei
Im Rahmen des Styria-Artist-in-Residence (St.A.i.R.)-Programms
Intro
Wir freuen uns, Sie am 27. Januar 2026 um 18:00 zu einer Präsentation von Erëmirë Krasniqi, der aktuellen Writer-and-Researcher-in-Residence des Styria-Artist-in-Residence (St.A.i.R.)-Programms 2025 einzuladen. Während ihres Aufenthalts in Graz recherchiert und arbeitet Krasniqi in der Studienbibliothek von Camera Austria. Dieser jährlich stattfindende Austausch zwischen Künstler*innen oder Theoretiker*innen aus dem Kosovo wird von der Steiermärkischen Landesregierung und Shtatëmbëdhjetë, Pristina, ermöglicht.
Erëmirë Krasniqi ist vorrangig Wissenschaftlerin und aktiviert ihre Arbeit in Form von Ausstellungen und Publikationen. Während ihres dreimonatigen Aufenthalts in Graz, der im November 2025 begann, beschäftigt sie sich mit der großteils undokumentierten Geschichte der Videokunst im Kosovo und zeichnet dabei nach, wie Künstler*innen auf soziale, ästhetische und technologische Veränderungen in dem Jahrzehnt, das auf den Krieg von 1998/1999 folgte, reagierten.
Im Rahmen ihrer Präsentation bei Camera Austria wird Krasniqi über einen Teil ihrer fortlaufenden Forschung sprechen. So betrachtet die Präsentation »In Review. The First Decade of Video Art in Kosovo« die Entwicklung der Videokunst als zentrales ästhetisches Element der zahlreichen Übergänge des Landes. Ein Schwerpunkt liegt dabei darauf, wie Künstler*innen das Medium in den Nachkriegsjahren nutzten, um traumatische Kriegserfahrungen zum Ausdruck zu bringen, dabei Genderdisparitäten in einer männlich dominierten Gesellschaft herausarbeiteten und aufkeimende Vorstellungen des Nationalen in den Jahren bis zur Unabhängigkeit des Kosovo im Jahr 2008 sondierten. Das Gespräch bietet darüber hinaus Einblick in Krasniqis Rechercheprozess und die Referenzmaterialien, die sie in der Studienbibliothek von Camera Austria konsultierte.
Erëmirë Krasniqi ist in Pristina (XK) geboren und aufgewachsen und studierte von 2009 bis 2013 Kunst und Ästhetik & Literatur und Rhetorik am Bard College Berlin (DE). Anschließend absolvierte sie 2014–2015 einen Master in Vergleichender Literaturwissenschaft am Dartmouth College in New Hampshire (US), wo sie sich auf nichtlineare Zeitlichkeit in feministischen Utopien der 1970er Jahre-konzentrierte. Vor diesem multidisziplinären Hintergrund kehrte sie nach Pristina zurück und beteiligte sich gemeinsam mit einer Gruppe von Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen verschiedener Generationen an der Entwicklung von Oral History Kosovo, einer Forschungsplattform, die sich kritisch mit verschiedenen Formen des Erzählens, Erinnerns und Archivierens auseinandersetzt. Als freie Kuratorin leitete und kuratierte sie Projekte für die Nationalgalerie des Kosovo, die Nationalgalerie für Kunst in Albanien, Manifesta 14 und die 39. EVA International in Irland. Besonders hervorzuheben ist ihre Kuration des Pavillons der Republik Kosovo bei der 60. Biennale di Venezia (IT), der mit dem Sonderpreis der Biennale ausgezeichnet wurde.