Camera Austria International
Labor für Fotografie und Theorie

Infos

Camera Austria International
Labor für Fotografie und Theorie

Eröffnung
23.11.2018, 19:00

Zeitraum
24.11.2018 – 4.3.2019

Ort
Museum der Moderne Salzburg

Intro

Mit einer großen internationalen Fotoausstellung würdigt das Museum der Moderne Salzburg die Pionierleistung und Einflüsse auf die österreichische Fotografie, die von Camera Austria seit mehr als 40 Jahren ausgehen.

Mit Werken von Robert Adams, Nobuyoshi Araki, Lewis Baltz, Sabine Bitter & Helmut Weber, Anna und Bernhard Blume, Petar Dabac, William Eggleston, Hans-Peter Feldmann, Seiichi Furuya, Luigi Ghirri, David Goldblatt, Nan Goldin, Sanja Iveković, Sven Johne, Lamia Joreige, Annette Kelm, Iosif Király, Joachim Koester, Zofia Kulik, Darcy Lange, Tatiana Lecomte, Susan Meiselas, Zanele Muholi, Peter Piller, Walid Raad, Einar Schleef, Jörg Schlick, Michael Schmidt, Michael Schuster & Hartmut Skerbisch, Allan Sekula, Ahlam Shibli, Lieko Shiga, Nicole Six & Paul Petritsch, Jo Spence, Christian Wachter, Manfred Willmann, Tobias Zielony

Kuratorinnen: Christiane Kuhlmann, Kuratorin Fotografie und Medienkunst, mit Christina Penetsdorfer, Assistenz-Kuratorin
Gastkuratorin: Christine Frisinghelli

Museum der Moderne Salzburg in Kooperation mit Camera Austria

Publikation
Camera Austria International: Labor für Fotografie und Theorie
Hrsg. von Thorsten Sadowsky für Museum der Moderne Salzburg.

Mit einem Vorwort von Thorsten Sadowsky und Texten von Reinhard Braun, Christine Frisinghelli, Toshiharu Ito, Christiane Kuhlmann, Maren Lübbke-Tidow, Sandra Križić Roban, Roberta Valtorta.
Spector Books, Leipzig 2018.
ca. 300 Seiten, 345 Abbildungen.
€ 36,– / ISBN 978-3-95905-233-7 (ger.)
ISBN 978-3-95905-257-3 (eng.)

Volltext

Camera Austria International
Labor für Fotografie und Theorie

Mit einer großen internationalen Fotoausstellung würdigt das Museum der Moderne Salzburg die Pionierleistung und Einflüsse auf die österreichische Fotografie, die von Camera Austria seit mehr als 40 Jahren ausgehen.

Salzburg, 16. Oktober 2018: Insgesamt 37 künstlerische Positionen aus elf Nationen, die von der in Graz beheimateten Camera Austria in den letzten Jahrzehnten präsentiert, publiziert und diskutiert wurden, sind erstmals in Österreich in einer umfangreichen Ausstellung zeitgleich zu sehen. Die unterschiedlichen konzeptuellen und inhaltlichen Ansätze der gezeigten namhaften Künstler_innen stehen dabei beispielhaft für die Positionierung von Camera Austria und die Entwicklung und Vermittlung künstlerischer Fotografie in Österreich seit den 1970er-Jahren. Gegliedert in acht Kapitel, in denen frühe Wegbegleiter_innen von Camera Austria mit aktuellen zeitgenössischen Positionen zusammentreffen, greift die Ausstellung auf das Zusammenspiel von Dialog und Kontinuität zurück. Die dadurch entstehenden visuellen Diskurse über Fotografie bieten die Möglichkeit, Aspekte aus der Geschichte der Institution zu aktualisieren. „Seit den Anfängen von Camera Austria steht der direkte Austausch mit Künstler_innen an oberster Stelle. Es hat sich damit ein internationales Netzwerk entwickelt, das wir natürlich nur ausschnitthaft zeigen können. Bei der Auswahl sind wir dem Prinzip von Camera Austria gefolgt, fotografische Arbeiten in inhaltlich zusammenhängenden Serien zu zeigen, so dass wir fast 550 Einzelwerke präsentieren“, so die Kuratorin der Ausstellung Christiane Kuhlmann. Christine Frisinghelli, Mitbegründerin von Camera Austria und Gastkuratorin, ergänzt, dass „diese Ausstellung den Blick auch auf die institutionelle Entwicklung von Camera Austria seit der Gründung 1974 als unabhängiges, von Künstler_innen geleitetes Projekt lenkt. Die internationale Sichtbarkeit der Arbeit entwickelte sich kontinuierlich: Die Ausstellungstätigkeit wurde von 1979 bis 1997 durch jährlich als Beitrag zum Festival steirischer herbst veranstaltete ‚Symposien über Fotografie‘ ergänzt. Getragen wurde und wird die in dieser Arbeit angelegte Debatte um Fotografie vor allem durch die seit 1980 erscheinende Zeitschrift Camera Austria International.“

Durch die initiierten Symposien, Ausstellungen und Veröffentlichungen in Camera Austria International entstanden einzigartige Plattformen für die Vernetzung von internationaler und österreichischer Fotografie. Gleichzeitig fungierte die Organisation früh als „Fenster“ in die Welt und öffnete dadurch einerseits den Blick der heimischen Fotoszene auf das internationale Geschehen, und lenkte andererseits die internationale Aufmerksamkeit auf Österreich. Somit greift die Ausstellung ein wichtiges Kapitel der österreichischen Kunst- und Fotogeschichte heraus, deren Entwicklung anders verlaufen ist als beispielsweise in Deutschland, den Niederlanden oder den Vereinigten Staaten. Es fehlte in den 1970er-Jahren vor allem an universitären Ausbildungsinstitutionen. Öffentliche Sammlungen waren für fotografiehistorische Arbeit kaum zugänglich, Fördermaßnahmen und eine Debatte über Fotografie im Kunstkontext haben sich nur langsam entwickelt. Hier konnte durch die rege Ausstellungs-, Symposiums- und Publikationstätigkeit von Camera Austria, deren Gründer_innen Manfred Willmann und Christine Frisinghelli ab Mitte der 1970er-Jahre kontinuierlich österreichische und internationale Fotografie zur Diskussion gestellt haben, eine Leerstelle gefüllt werden. Diese wichtige Arbeit zur Fotografie wird von Camera Austria als Diskussionsplattform, Ausstellungshaus, Verlag, Archiv, Bibliothek sowie als Veranstalter von Workshops und Symposien bis heute kontinuierlich fortgesetzt.
(Pressetext, Museum der Moderne Salzburg)