Msgr. Otto Mauer Preis 2018 an Anna Witt

Der Otto Mauer Fonds vergibt die mit 11.000 Euro dotierte Auszeichnung heuer zum 38. Mal. Prämiert wird das gesamte bisherige Werk einer Künstlerin oder eines Künstlers unter 40 Jahren. Diesjährige Preisträgerin ist die in Wien lebende und arbeitende deutsche Künstlerin Anna Witt.

Der Preis wird von Nikolaus Krasa, Generalvikar der Erzdiözese Wien, am Mittwoch, den 28. November 2018 um 19.30 Uhr in den Festräumen des Erzbischöflichen Palais, Wollzeile 2, 1010 Wien, an Anna Witt vergeben. Im Hinblick auf die begrenzte TeilnehmerInnenzahl wird um Anmeldung unter werner@kunstpresse.at gebeten.

Am 18. Dezember 2018 um 19.30 Uhr findet in der Konzilsgedächtniskirche, Kardinal-König-Platz, 1130 Wien, ein Screening ausgewählter Videoarbeiten von Anna Witt mit anschließendem Künstlergespräch mit Gustav Schörghofer SJ statt. Aufgrund von Umbauarbeiten kann in diesem Jahr keine Ausstellung im JesuitenFoyer stattfinden.

Zur Zeit sind Arbeiten von Anna Witt in folgenden Gruppenausstellungen zu sehen: »Der Wert der Freiheit« im Belvedere 21 in Wien (19. September 2018 bis 10. Februar 2019), »Klassenverhältnisse« im Kunstverein in Hamburg (27. Oktober 2018 bis 27. Jänner 2019) und »Was ist Wahr« im Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft in Freiburg (18. November 2018 bis 13. Januar 2019).

 

Begründung der Jury

Die Jury des Msgr. Otto Mauer Preises 2018, bestehend aus Iris Andraschek (Künstlerin), Stella Rollig (Direktorin, Belvedere Museum Wien), Toni Schmale (Mrsgr. Otto Mauer Preisträgerin 2017), Johanna Schwanberg (Direktorin, Dom Museum Wien) und Gustav Schörghofer SJ, entschied, den diesjährigen Msgr. Otto Mauer Preis Anna Witt zuzuerkennen.

Anna Witts künstlerisches Œuvre besteht aus performativen Interventionen und Videoinstallationen. In ihren kommunikativen Arbeiten wendet sie sich einem breiten Spektrum an Personen aus unterschiedlichsten sozialen Schichten zu und macht sie zu ihren KollaborateurInnen. Zentral ist dabei die Rolle der körperlichen Präsenz, die Sichtbarmachung von Politik und der menschliche Körper als deren Träger. Nach ihrer eigenen Aussage stellt Witt Personen einen Handlungsraum zur Verfügung, den sie selbst gestalten können. Sie schafft Räume zur Freisetzung eines kreativen Potentials.

Witts künstlerische Praxis zeichnet sich dadurch aus, thematische Brennpunkte unseres Zusammenlebens, in denen sich soziale, politische und ökonomische Rahmenbedingungen widerspiegeln, erfahr- und verhandelbar zu machen. Ob in der direkten Interaktion mit Passantinnen und Passanten im öffentlichen Raum oder in der gezielten Zusammenarbeit mit Einzelnen und Gruppen, geht es stets darum, in der von ihr gesetzten Situation einen Handlungsraum für jene zu schaffen, die zu ihren Werken beitragen.

Die in ihren Arbeiten behandelten Themen sind vielfältig: Reflexion von medialen Bildwelten bei Jugendlichen, individuelle Erfahrungen von Flucht, von Sexarbeiterinnen oder auch von PassantInnen in einer Shopping Mall. Durch simple Kunstgriffe schafft sie Empathie für die Menschen, die in ihren Arbeiten im Mittelpunkt stehen, tritt aber dabei nicht notwendig in den Vordergrund. Anna Witt verhandelt die Autorschaft durch das Partizipatorische und stellt dadurch die klassische Künstlerposition zur Debatte, aber – und das ist bemerkenswert – in einer leichten, humorvollen Art und Weise.

Ausschlaggebend für die Zuerkennung des Msgr. Otto Mauer Preises war ihr auf einem hohen künstlerischen Niveau erbrachtes soziales Engagement. In der gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Situation erscheint der Jury die künstlerische Position von Anna Witt besonders unterstützenswert. Der Otto Mauer Preis 2018 wird somit einer Künstlerin verliehen, die es versteht,

gesellschaftlich relevante Themen mit Witz und Leichtigkeit, aber auch mit Präzision in einer qualitativ hochwertigen künstlerischen Form auf den Punkt zu bringen.

In den vergangenen 38 Jahren waren insgesamt rund 95 prominente VertreterInnen aus dem zeitgenössischen Kunstbereich – KünstlerInnen, KuratorInnen, MuseumsdirektorInnen und JournalistInnen – in der alljährlich wechselnden Jury vertreten.

Seit 1981 verleiht der Otto Mauer Fonds der Erzdiözese Wien den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst. Der Fonds wurde von Kardinal Dr. Franz König und dem Erben Msgr. Otto Mauers, Prälat Dr. Karl Strobl, gegründet. Aufgabe der Einrichtung ist es, das besondere Anliegen von Monsignore Otto Mauer, den Dialog zwischen Kirche, Kunst und Wissenschaft lebendig zu halten und weiterzuführen.

 

Bisherige PreisträgerInnen
Folgende KünstlerInnen haben den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst erhalten:
Alfred Klinkan (1981), Gottfried Mairwöger (1982), Erwin Bohatsch (1983), Erwin Wurm (1984), Gunter Damisch (1985), Franz West (1986), Gustav Troger (1987), Peter Kogler (1988), Brigitte Kowanz (1989), Christoph Luger (1990), Martin Walde (1991), Lois Renner (1992), Heimo Zobernig (1993), Tobias Pils (1994), Maria Hahnenkamp (1995), Otto Zitko (1996), Aglaia Konrad (1997), Gregor Zivic (1998), Manfred Erjautz (1999), Florian Pumhösl (2000), Michael Kienzer (2001), Dorit Margreiter (2002), Simon Wachsmuth (2003), Esther Stocker (2004), Jun Yang (2005), Bernhard Fruehwirth (2006), Ursula Mayer (2007), Isa Rosenberger (2008), Siggi Hofer (2009), Katrina Daschner (2010), Kamen Stoyanov (2011), Ralo Mayer (2012), Luisa Kasalicky (2013) Nilbar Güreş (2014), Catrin Bolt (2015), Andreas Fogarasi (2016) und Toni Schmale (2017).

Weitere Informationen: www.otto-mauer-fonds.at

Museum Folkwang: Krupp-Stipendien für Zeitgenössische deutsche Fotografie gehen an Karina Nimmerfall und Michael Danner

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung vergibt in Zusammenarbeit mit der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang zwei Preise in Höhe von je 10.000 Euro im Rahmen ihres Stipendienprogramms “Zeitgenössische deutsche Fotografie”. Die Auszeichnungen erhalten in diesem Jahr Karina Nimmerfall und Michael Danner.

Das seit 1982 existierende Stipendium gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen für zeitgenössische Fotografie in Deutschland. Die internationale Jury entschied sich aus 162 Bewerbungen für den Vorschlag von Karina Nimmerfall, für ihre virtuelle Raumrekonstruktion “The Building”, und für das Projekt von Michael Danner mit dem Titel “Zivilgesellschaft – Demokratie im ‘Post-Faktischen’ Zeitalter”. Nimmerfall und Danner erhalten je 10.000 Euro, um die eingereichten Projekte umzusetzen.

Mitglieder der Jury waren:

•           Natalie Czech, Künstlerin und ehemalige Stipendiatin, Berlin
•           Marloes Krijnen, Direktorin, Foam, Amsterdam
•           Alona Pardo, Kuratorin, Barbican Centre London
•           Dr. Ingomar Lorch, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen
•           Thomas Seelig, Leiter Fotografische Sammlung, Museum Folkwang, Essen

Karina Nimmerfall (*1971, Deggendorf), lebt und arbeitet in Berlin. Ihre künstlerische Arbeit entwickelt sie aus fotografischen Untersuchungen von historischer Architektur und wie diese von politischen, ökonomischen und ideologischen Fragestellungen durchdrungen ist. In ihren Werken fügt sie Dokumente, Texte und Interviews, Fotografien und Baupläne zusammen und eröffnet mit Hilfe von virtuellen Renderings räumliche Inszenierungen und damit neue Interpretationsspielräume. In ihrem geplanten Projekt “The Building” wird sie sich der wenig erforschten und höchst innovativen RAND Corporation mit Sitz in Los Angeles zuwenden. Das minimalistische jedoch heute zerstörte Gebäude (1953-2007) wird Nimmerfall mit forensischen Mitteln in seinen technologischen und ideologischen Qualitäten erfahrbar machen.

Michael Danner (*1967, Reutlingen), lebt und arbeitet in Berlin. Danner verfolgt in seinen Projekten einen politisch-anthropologischen Ansatz, in dem er kontroverse Orte und Geschichte/n untersucht. Oft verbindet er aktuelles Bildmaterial mit historischen Texten. In “Critical Mass” untersucht er das Wirken der Atomindustrie und unser Verhältnis zu dieser Technologie, während er in “Migration as Avant-Garde” den Begriff der Migration als ein historisches und nicht tages-politisches Phänomen benutzt. Seine Bilder und Videoinstallationen schaffen Raum für einen Dialog von Bild und Rezipienten, der über das eigentliche Sujet hinausgeht und in direkter Weise an die Lebenswirklichkeit der BetrachterInnnen anknüpft.

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung vergibt die Stipendien zur Förderung zeitgenössischer Fotografie seit 1982 in Zusammenarbeit mit der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang. Das Förderprogramm richtet sich an FotografInnen, die unabhängig von einer Auftragsarbeit ein fotografisches Vorhaben über einen längeren Zeitraum erarbeiten. Die Fotografische Sammlung im Museum Folkwang betreut dieses Förderprogramm. Die Ausschreibung ist weder thematisch gebunden noch einem bestimmten Bereich der fotografischen Praxis zugeordnet. Die Stiftung fördert mit diesem offen gehaltenen Förderprogramm eine zeitgemäße bildnerische Auseinandersetzung mit fotografischen Sicht- und Darstellungsweisen. Alle zwei Jahre werden jeweils zwei Stipendien ausgeschrieben. Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt durch eine Jury mit Vertretern der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, des Museum Folkwang und von den beiden Institutionen ausgewählten, unabhängigen Fachleuten. Die nächste Ausschreibung erfolgt voraussichtlich 2020.

David Campany als Kurator der Biennale für aktuelle Fotografie 2020 berufen

Nach der erfolgreichen ersten Ausgabe der Biennale für aktuelle Fotografie, die 2017 in der Nachfolge des Fotofestivals Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg unter der Leitung des Kuratorenteams um Florian Ebner und Christin Müller stattfand, wird die 2. Biennale für aktuelle Fotografie von dem englischen Autor und Kurator David Campany kuratiert. Dies gab der Vorstand der Biennale am 4. Oktober 2018 bekannt. Die 2. Biennale für aktuelle Fotografie findet vom 29. 2. bis 26. 4.2020 statt.

Dietrich Skibelski, Vorstandsvorsitzender der Biennale für aktuelle Fotografie: »Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit David Campany! Nicht nur seine bisherigen kuratorischen Projekte und die Bandbreite der Themen, die er behandelt, haben uns überzeugt. Auch sein Werk als Schriftsteller und, wie er selbst sagt, ›Bild-Produzent‹ passt sehr gut zu den vielen Aspekten, die die Biennale umfasst: spannende Ausstellungen, ein vielseitiges Rahmenprogramm und damit eine Chance, einen breiten und tiefen Diskurs über das Medium Fotografie anzustoßen. Seine Erfahrungen im Bereich der Vermittlung von Kunst und seine direkte Anbindung an die junge Kunstszene durch seine bereits 25-jährige Tätigkeit als Universitätslehrender liefern eine Menge Impulse für unser Projekt, weshalb wir der Biennale 2020 freudig entgegen.«

Mehr Information: biennalefotografie.de

Tobias Zielony übernimmt Gastprofessur in Budapest

Mit einer neuen Gastprofessur in Budapest fördert die Peter und Irene Ludwig Stiftung die Ausbildung und den internationalen Austausch an der traditionsreichen Budapester Kunsthochschule, der bedeutendsten Kunstlehrstätte Ungarns. Ziel der auf fünf Jahre angelegten Förderung ist es, die internationalen Verbindungen der Ungarischen Universität der Bildenden Künste zu erweitern, die Kenntnisse über Entwicklungen und Tendenzen der globalen Gegenwartskunst zu stärken und damit einen wesentlichen Beitrag zur Ausbildung der Studierenden zu leisten. Mit TOBIAS ZIELONY (geb. in 1973 in Wuppertal) konnte ein renommierter Künstler und Fotograf für die Professur gewonnen werden. Bereits 2015 vertrat er Deutschland auf der Biennale Venedig. Nun hielt er seine Antrittsrede in Budapest.

Zur Ungarischen Universität der bildenden Künste in Budapest gehört eine Doktorandenschule. Für eine umfassende Ausbildung der Studierenden ist eine Forschungstätigkeit im Bereich der internationalen Gegenwartskunst unerlässlich. Um hier den nötigen internationalen Austausch gewährleisten zu können, hat sich die seit mehreren Jahrzehnten in Ungarn tätige und in Aachen ansässige Peter und Irene Ludwig Stiftung zu einer weiteren Fördermaßnahme entschieden: Die Einführung einer Gastprofessur soll den Studierenden ermöglichen, in den graduierten wie auch in den postgraduierten Bereichen (Doktorandenausbildung) unabhängige internationale künstlerische Positionen kennenzulernen. Die Peter und Irene Ludwig Professur wird nach Vorschlag der Stiftung und der Universität der bildenden Künste sowie einer Gruppe von Lehrenden und zwei auswärtigen „Kunstsachverständige“ jährlich für eine/n international tätige/n Künstlerin oder Künstler vergeben. Die Einladung für die Gastprofessur erfolgt für das Sommersemester. Die Förderung ist festgeschrieben für die nächsten fünf Jahre.

Eine der zentralen Aufgaben der Ungarischen Universität der bildenden Künste in Budapest ist die kontinuierliche Erweiterung der Lehre und die damit zusammenhängende Pflege von internationalen Beziehungen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist der wichtigste internationale Kooperationspartner und Förderer der Universität die Peter und Irene Ludwig Stiftung. Dem Sammler und Mäzen Peter Ludwig (1925-1996) wurde 1988 der Ehrendoktor der Ungarischen Universität der bildenden Künste verliehen. Zu seinen Lebzeiten schloss er mit dem Rechtsvorgänger der Universität – der Hochschule der bildenden Künste – eine Vereinbarung über die langfristige Förderung der Studierenden des graduellen Bildungsbereiches ab. Im Rahmen dieser Vereinbarung können sich Studierende für das Reisestipendium der Peter und Irene Ludwig Stiftung bewerben. Neben der neuen Gastprofessur und zusätzlich zu dem bestehenden Reisestipendium wird die Förderung der Stiftung nun ausgeweitet um zwei jährliche Reisestipendien auch für Doktoranden. Sie unterstützen bildende Künstler, die eine Dissertation planen, um später in die Lehre gehen zu können, oder auch, weil sie sich im Bereich der Restaurierungswissenschaft spezialisiert haben. Beide Stipendien werden jährlich zweimal vergeben.

Thorsten Sadowsky wird neuer Direktor des Museum der Moderne Salzburg

Wie der Salzburger Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn am 21. Dezember 2017 bekannt gab, ist das Auswahlverfahren nun abgeschlossen und das Museum der Moderne Salzburg erhält ab 1. September 2018 mit Thorsten Sadowsky (56) eine neue Geschäftsführung.

Der Aufsichtsrat samt wissenschaftlichem Beirat (Edelbert Köb, Museumsexperte und Martin Hochleitner, Direktor Salzburg Museum) haben dem gebürtigen Deutschen ihr Vertrauen ausgesprochen. Dieses wurde auch durch die Salzburger Landesregierung bestätigt. Beim vorangehenden Hearing hatten insgesamt sieben erfahrene Museumsfachleute ihr Bewerbungskonzept vorgestellt.

»Mit Thorsten Sadowsky, der bis zu seinem Dienstantritt in Salzburg das Kirchner Museum in Davos in der Schweiz leitet, erhält das Museum der Moderne Salzburg einen namhaften und sehr erfahrenen Museumsleiter und Kurator, der den internationalen Weg von Sabine Breitwieser erfolgreich weiterführen wird. Ich bin von seinen Visionen und Ideen für unsere Kulturinstitution überzeugt«, so Schellhorn.

Thorsten Sadowsky über seine Bestellung: »Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung, ein renommiertes Haus führen zu dürfen, das ein starkes Profil in den Bereichen der zeitgenössischen Fotografie, der Performancekunst sowie der Konzept- und Installationskunst erworben hat. Insbesondere die langfristige Partnerschaft mit der hochkarätigen Sammlung Generali Foundation ist eine große Bereicherung.

Der Anspruch Salzburgs als internationale Kultur- und Festspielstadt erfordert ein ambitioniertes Ausstellungsprogramm, das auch mögliche Synergien mit dem Theater, der Oper und konzertanten Formaten erkunden soll. Es muss das Ziel sein, das Museum der Moderne Salzburg zu einem internationalen Kompetenzzentrum für Bildende Kunst, Fotografie und Visuelle Kultur weiterzuentwickeln. Ich verstehe das Museum als ein offenes diskursives Forum, das seine Legitimation aus einer kritischen Verortung der Gegenwart bezieht und die drängenden Fragen der Zeit aufgreift. Ich freue mich deshalb ganz besonders darauf, zusammen mit dem Museumsteam eine Vision für das Museum des 21. Jahrhunderts zu entwickeln, das neue Formen der Begegnung und des Dialogs mit seinem Publikum untersucht.«

Eine persönliche Vorstellung von Thorsten Sadowsky samt seiner Vision für das Museum der Moderne Salzburg erfolgt bei einem gemeinsamen Medientermin am 10. Januar 2018 um 10.30 Uhr.

Axel Wieder announced as new Director of Bergen Kunsthall

The Board of Bergen Kunsthall has announced Axel Wieder as the new Director of Bergen Kunsthall. Wieder comes from a position as Director of Index – The Swedish Contemporary Art Foundation in Stockholm, an institution he has headed since 2014.

Wieder takes the helm at Bergen Kunsthall in February 2018 after Martin Clark, who was appointed earlier this year to the post of Director at Camden Arts Centre in London. Clark suc­ceeded Solveig Øvstebø in 2013 when she left Bergen for the post as Executive Director of The Renaissance Society in Chicago, USA, having been director of Bergen Kunsthall since 2003.

Axel Wieder graduated as an art historian from Humboldt University in Berlin. In 1999 he was one of the founders of the specialized bookshop and presentation platform Pro qm in Berlin. In 2007–2010 Wieder was Artistic Director at Künstlerhaus Stuttgart. In 2012 he became Curator of Exhibitions and Head of Programme at Arnolfini in Bristol, one of the UK’s leading institutions for contemporary art. Since 2014 Wieder has headed Index in Stockholm, where he organized a highly regarded pro­gramme of exhibitions, publications and events including solo presentations by John Skoog and Emanuel Röhss, Simone Forti, Stephen Willats, Anna Boghiguian and Willem de Rooij, and the group exhibitions Autobiography and The Promise, an ongoing series of projects involving works of artists and architects, with contributions by Kate Newby, Fredrik Værslev, Peter Wächtler, Malin Pettersson-Öberg and others. Index is currently showing a solo exhibition of the Swedish artist Beth Laurin, which continues until December 3.

His work has frequently focused on the history and theory of exhibitions, architecture and social space, and issues of political representation. Under his leadership Index has launched collaborations and pro­grammes to increase and expand the participation of the public in the activities of the institution, including a wide-ranging programme for schools, The Residents, and the Index Teen Advisory Board. Wieder has established collaborations with local and international universities and cultural organizations.

Bergen Kunsthall (founded in 1838) is one of the most highly profiled institutions in the Nordic countries for contemporary art, and presents a number of parallel programmes in the departments Kunsthallen, NO.5, Landmark and Upstairs, along with the bookshop and online platforms.

Diana Baldon appointed Director of Fondazione Modena Arti Visive

The Italian Copenhagen-based art historian, curator and critic Diana Baldon has been named Director of Fondazione Modena Arti Visive, one of Italy’s newest visual arts institutions based in Modena. The new foundation brings together three of the city’s key cultural institutions: the Galleria Civica di Modenaone of Italy’s oldest and most respected Italian contemporary art centres—together with the more recent Fondazione Fotografia Modena and the Museo della Figurina.

Already at the helm of the Fondazione Fotografia Modena since June 1 2017, between 2011 and 2016 Diana Baldon was Director of Malmö Konsthall and Index – The Swedish Contemporary Art Foundation where she staged solo exhibitions by Nina Beier, Cornelius Cardew, Joan Jonas, Goshka Macuga, Ad Reinhardt, Lili Reynaud-Dewar and Heimo Zobernig among others. Prior to her appointments in Sweden, she worked at the Academy of Fine Arts Vienna as Curator-in-Residence and as a member of the scientific and artistic teaching staff (2007–2011). After receiving a Master’s degree in Creative Curating from Goldsmiths College, University of London, in 2002, she has curated exhibitions internationally for many institutions and Biennials, such as MIT List Visual Art Center in Cambridge, MA, and Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean (both 2017), the Generali Foundation in Vienna (2012) and the Second Athens Biennale (2009). Her critical writing has been featured in numerous artists’ catalogues and international magazines such as ArtforumTexte zur Kunst, and Afterall.


Fondazione Modena Arti Visive 

Coinciding with Baldon’s nomination, Fondazione Modena Arti Visive has been founded by the City of Modena and the private philanthropic foundation Fondazione Cassa di Risparmio di Modena to present contemporary art and visual culture within the framework of the heritage and the driving forces of three cultural institutions, namely the Galleria Civica di Modena, the Fondazione Fotografia Modena, and the Museo della Figurina. While reflecting the individual paths of these public and private cultural institutions with a view to strengthening their individual identities, the aims of the new foundation include the showcasing of the most innovative international artistic practices of the twenty-first century, the promotion of forms of activation and contamination between various disciplines and contexts, and the valorisation of the collections with which it is entrusted. Furthermore, through theoretical and critical research, it will investigate the radical transformation that art and imagery have undergone over recent decades in the wake of the impact of new technologies as well as the new contexts and platforms available for the sharing of information and services.

Nadine Wietlisbach wird Leiterin des Fotomuseum Winterthur

Per 1. Januar 2018 wird Nadine Wietlisbach als Direktorin die Gesamtleitung des Fotomuseum Winterthur übernehmen. Das Fotomuseum wurde 1993 in Winterthur gegründet und ist heute ein führender Ort für die Präsentation und Diskussion von Fotografie. Mittels Ausstellungen, Publikationen, Veranstaltungen und seiner Sammlung erforscht das Museum die Vielfalt fotografischer Medien und bietet Foren für den Aus- tausch und kritischen Diskurs.

Nadine Wietlisbach wurde im Rahmen eines Berufungsverfahrens vom Stiftungsrat des Fotomuseum Winterthur gewählt. Sie leitet heute das Photoforum Pasquart in Biel. Davor war sie drei Jahre stellvertretende Direktorin am Nidwaldner Museum in Stans. Zwischen 2007 und 2015 initiierte und leitete sie den unabhängigen Kunstraum sic! Raum für Kunst in Luzern, 2015 war sie Gastkuratorin am Museum of Contemporary Photography in Chicago. Nadine Wietlisbach konzipierte bisher zahlreiche Ausstellungen, Publikationen und andere Formate in den Bereichen zeit- genössische Fotografie und Kunst. Als Autorin schreibt sie regelmässig für Publikationen, lehrt an verschiedenen Hochschulen in der Schweiz sowie in Deutschland und ist international in Jurys engagiert. 2015 wurde sie vom Bundesamt für Kultur für ihre kuratorische, kritische Arbeit mit einem Swiss Art Award ausgezeichnet.

Dank hoher Fachkompetenz, breiter Kenntnis über die zeitgenössischen Entwicklungen der Kunst und ihrer reichen beruflichen Erfahrung verfügt Nadine Wietlisbach über ausgezeichnete Voraussetzungen, um das Fotomuseum Winterthur als Kompetenzzentrum für das Medium Fotografie weiter auszubauen. Bis zu ihrem Eintritt bleibt Thomas Seelig für die Leitung des Museums verantwortlich und übernimmt anschliessend kuratorische Aufgaben.

Universität Kassel besetzt documenta-Professur mit Nora Sternfeld

Prof. Dr. Nora Sternfeld wird neue documenta-Professorin an der Kunsthochschule Kassel, die Teil der Universität Kassel ist. Die Österreicherin hat derzeit eine Professur an der Aalto-Universität in Helsinki/Finnland inne. Damit hat die Universität Kassel rechtzeitig vor Beginn der documenta 14 in Kassel eine Personalie mit Ausstrahlung in die internationale Kunstwelt entschieden. Sternfeld wird sich unter anderem in den Aufbau eines geplanten documenta-Instituts einbringen.

Prof. Dr. Nora Sternfeld. Foto: Daniel Shaked. Sternfeld (41) wurde 2012 in Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien promoviert. Noch im selben Jahr trat sie eine Professur für Curating and Mediating Art an der Aalto-Universität an. Zuvor hatte sie verschiedene Lehraufträge inne, darunter im Jahr 2009 auch an der Kunsthochschule Kassel. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Theorie und Praxis des Ausstellens, Kritische Museumsforschung, Kunstvermittlung und Bildungstheorie sowie kuratorische und künstlerische Forschung.

„Eines der wesentlichen Ziele meiner Forschungsarbeit sehe ich darin, Kassel als international relevanten Standort für Ausstellungstheorie und -praxis zu positionieren, auch in der Zeit zwischen den alle fünf Jahre stattfindenden Ausstellungen“, kündigte Sternfeld an. Sie ist neben Forschung und Lehre eingebunden in die Konzeption eines documenta-Instituts, das auch das bestehende documenta-Archiv umfassen soll. Die Universität und die Kunsthochschule Kassel arbeiten hier eng mit der Stadt Kassel und der documenta GmbH zusammen. Die Kunsthochschule ist ein teilautonomer Bereich der Universität Kassel.

Formal tritt Sternfeld die Professur an der Kunsthochschule Kassel am 1. 1. 2018 an, da sie zunächst noch Projekte in Finnland zu Ende bringt. Sie übernimmt jedoch schon in diesem Sommersemester einen Lehrauftrag an der Kunsthochschule und ist damit bereits während der documenta 14 und darüber hinaus in Kassel präsent. In einem öffentlichen Vortrag stellt sich Frau Prof. Sternfeld am Donnerstag, 18. Mai, vor: um 17 Uhr im Hörsaal der Kunsthochschule Kassel, Menzelstraße 13. Titel: „PARA-MUSEUM DER 100 TAGE. Die documenta zwischen Ereignis und Institution“.

„Ich freue mich, dass wir Frau Sternfeld für diese Professur gewinnen konnten, die für die nationale und internationale Wahrnehmbarkeit der Universität Kassel eine große Bedeutung hat“, sagte der Präsident der Universität Kassel, Prof. Dr. Reiner Finkeldey. „Das wird auch durch die Tatsache unterstrichen, dass es ein insgesamt sehr starkes Bewerberfeld gab. Ich bin sicher, dass Frau Sternfeld zur regionalen ebenso wie zur internationalen Vernetzung der Universität Kassel und der Kunsthochschule beitragen wird. Das stärkt die Wahrnehmbarkeit von Stadt, Universität und documenta gleichermaßen.“

Prof. Joel Baumann, Rektor der Kunsthochschule Kassel, über die neue Professur: „Die Kunsthochschule Kassel freut sich über die Einrichtung eines dauerhaften documenta-Instituts in Kassel. Die documenta hat ihren Ursprung in der Kunsthochschule und ist auf vielfältige Weise mit ihr verbunden. Viele unserer Lehrenden waren teilnehmende Künstlerinnen und Künstler der documenta. Seit ihren Anfängen beteiligen sich auch unsere Studierenden aktiv an Organisation, Kommunikation und Vermittlung der documenta. So sind wir als Bildungsinstitution mit der Ausstellung unweigerlich und fortwährend verzahnt. Diese Verbindung weiter auszubauen, die Kunst-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften einzubeziehen und zugleich künstlerische Forschung und Recherche zu thematisieren, bestärkt diese profilbildende und einzigartige Kooperation und hebt Kassel als Kultur- und Bildungsstandort besonders hervor. Deshalb ist es unser Anliegen, die Verstetigung der documenta-Professur an der Kunsthochschule sicherzustellen.“

Die genaue Denomination der Professur lautet „Kunstwissenschaften/documenta“. Sie wird für fünf Jahre finanziert aus Mitteln des Innovations- und Strukturentwicklungsbudgets des Landes Hessen und kann in der Aufbauphase zudem auf Mittel der Stiftung Hübner und Kennedy GmbH zurückgreifen. Danach streben die Kunsthochschule und die Universität eine Entfristung an.

Kuratorisches Team der 10. Berlin Biennale

Gabi Ngcobo, Kuratorin der 10. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, hat Moses Serubiri (Kampala, UG), Nomaduma Rosa Masilela (New York, US), Thiago de Paula Souza (São Paulo, BR) und Yvette Mutumba (Berlin, DE) eingeladen, mit ihr als kuratorisches Team zu arbeiten. Darüber hinaus hat Gabi Ngcobo den Grafikdesigner Maziyar Pahlevan ausgewählt, der 10. Berlin Biennale ihre visuelle Identität zu verleihen.

Alle Mitwirkenden verfolgen dehnbare, stetige und im Ergebnis offene Forschungsinteressen, die von Politiken der Undurchsichtigkeit bis zu Prognosen zum Leben nach dem Weltende reichen. Sie arbeiten mit unkonventionellen Organisationsmethoden sowie Texten und Veranstaltungsformaten, die sich den Machtdynamiken verordneter Erzählweisen widersetzen. Ihre jeweiligen kreativen Strategien reflektieren historische wie aktuelle Verschiebungen und deren unbehagliche Verwicklungen. In der Vergangenheit war jedes Teammitglied individuell sowie gemeinsam mit Gabi Ngcobo in dynamischen Initiativen zum Aufbau von Gegeninstitutionen und der Anstiftung kreativer Störungen engagiert.

Die 10. Berlin Biennale wird durch diese kollektiven Träume und Aktionen entworfen und geformt. Im Gespräch mit den ausgewählten KünstlerInnen und Mitwirkenden, die mit und durch die Kunst, jedoch auch über sie hinaus agieren, wird die kuratorische Auseinandersetzung den unablässigen Ängsten die Stirn bieten, die durch das falsche Verständnis unserer vielschichtigen Subjektivität festgeschrieben werden. Angesichts des aktuellen und weitverbreiteten Zustandes einer kollektiven Psychose sowie ausgehend von Europa, Deutschland und Berlin – als einer Stadt im Dialog mit der Welt – wird der kuratorische Prozess selektiv und unvollständig sein. Er wird keine kohärenten Lesarten historischer und gegenwärtiger Situationen präsentieren. Entscheidende Ausgangspunkte für das kuratorische Team sind Strategien der Selbsterhaltung, die Herrschaftsstrukturen aktiv demontieren und eine nicht-hierarchische Position aufbauen.

Die 10. Berlin Biennale schlägt einen Plan vor, wie man einem kollektiven Wahnsinn entgegentreten kann.

Zu den Biografien

Ekaterina Degot wird Intendantin des steirischen herbst ab 2018

Kulturlandesrat Christian Buchmann und Kulturstadtrat Günter Riegler haben heute zusammen mit Heinz Wietrzyk, Vorsitzender des Aufsichtsrats der steirischer herbst festival gmbh, Ekaterina Degot als geschäftsführende Intendantin des steirischen herbst ab Jänner 2018 vorgestellt.

78 Bewerbungen – davon 28 aus Österreich und 50 internationale – sind für die Position eingegangen. Ekaterina Degot wurde nun auf Vorschlag der Findungskommission von den Vertretern der Eigentümer als zukünftige Intendantin des Festivals ausgewählt.

Die 1958 in Moskau geborene Kunsthistorikerin, Kunstpublizistin und Kuratorin Ekaterina Degot ist seit 2014 künstlerische Leiterin der Akademie der Künste der Welt in Köln. Ihre Arbeit setzt sich auf kritische Weise mit ästhetischen und soziopolitischen Aspekten der Kunst in Russland und Osteuropa, besonders der post-sowjetischen Ära, auseinander. Eine ausführliche Biografie und Fotos von der Pressekonferenz heute finden Sie auf unserer Website.

Statement der Findungskommission:

Mit Ekaterina Degot ist es der Findungskommission gelungen, eine international herausragende Kuratorin für den steirischen herbst zu gewinnen. Sie gilt als eine profunde Kennerin der europäischen Neoavantgarde und Gegenwartskunst. Ekaterina Degot hat wegweisende transdisziplinäre Projekte entwickelt, die unsere Zeit globaler Transformationen tiefgreifend analysieren. Sie ist – aus Moskau stammend – eine ausgewiesene Expertin des osteuropäischen Raums. Über ihre letzte Tätigkeit in Köln hat sie tiefe Einblicke in transkulturelle und kontinentale Zusammenhänge gewonnen. Durch die Bestellung von Ekaterina Degot eröffnen sich neue Zugänge und Perspektiven auf die Herausforderungen unseres geopolitischen Raums, der durch das Ende des Kalten Krieges, durch Migrationsbewegungen und das sich verändernde Europa geprägt ist. Als besonders erfreulich sieht es die Findungskommission an, dass Ekaterina Degot über ein international sehr umfangreiches Netzwerk verfügt, das in Zukunft dem steirischen herbst zu Gute kommen wird.

Die Findungskommission wurde von Heinz Wietrzyk geleitet und setzte sich zusammen aus Sigrid Gareis (Kuratorin und Dozentin im Bereich Theater und Tanz), Monika Isola (Mitglied des Aufsichtsrats), Kathrin Rhomberg (Freie Kuratorin und Leiterin der Kontakt Kunstsammlung) und Wolfgang Skerget (Koordinator City of Design Graz).

In der alleinigen Hauptverantwortung der Intendanz liegt die Erstellung des Programmes des jährlich stattfindenden multidisziplinären Festivals für zeitgenössische Kunst sowie die Geschäftsführung der steirischer herbst festival gmbh.

Centre Pompidou Names Florian Ebner Chief of Photography

The Centre Pompidou is delighted to announce the appointment of Florian Ebner as head of the Photography Department at the Musée National d’Art Moderne. The appointment becomes effective on 1 July 2017. Florian Ebner has worked for 25 years in photography and contemporary art. He was in charge of the photography department at the Folkwang Museum in Essen from late 2012, and was previously director of the Braunschweig Photography Museum from 2009 to 2012. In 2015, he was the curator of the German pavilion at the Venice Biennale.

The Centre Pompidou’s photography collection is one of the largest in Europe. Consisting of 40,000 prints and 60,000 negatives, it is one of the few collections in the world covering the entire history of modern and contemporary photography, particularly that of the 1920s and 1930s. Photography features largely within the museum’s modern and contemporary collection circuits, with nearly 400 photographs exhibited each year in its rooms. In late 2014, to provide a more spacious setting for various monographic, thematic and contemporary series, the Centre Pompidou opened the Galerie de Photographies: a 200 m2 area with free admission. It has staged eight exhibitions since then, and continues to provide the public with new interpretations or in-depth viewpoints highlighting the rich variety of the collection.

Gabi Ngcobo zur Kuratorin der 10. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst berufen

Die Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, von der Kulturstiftung des Bundes seit ihrer vierten Ausgabe als „kulturelle Spitzeneinrichtung“ gefördert, freut sich, die Berufung von Gabi Ngcobo als Kuratorin der kommenden 10. Berlin Biennale bekannt zu geben.

Seit den frühen 2000er Jahren arbeitet Gabi Ngcobo in kollaborativen künstlerischen, kuratorischen und edukativen Projekten in Südafrika und auf internationaler Ebene. Sie ist Gründungsmitglied der zwei in Johannesburg ansässigen kollektiven Plattformen NGO – Nothing Gets Organised und Center for Historical Reenactments (CHR, 2010–14). NGO befasst sich mit Prozessen der Selbstorganisation abseits festgelegter Strukturen, Eindeutigkeiten, Kontexte oder Formate. Das CHR untersuchte mit Blick auf aktuelle Themen, wie historische Vermächtnisse in der zeitgenössischen Kunst aufgegriffen und verarbeitet werden.

Kürzlich hat Ngcobo die 32. Bienal de São Paulo mitkuratiert, die aktuell im Ciccillo Matarazzo Pavilion in São Paulo, BR, zu sehen ist, sowie A Labour of Love, 2015, im Weltkulturen Museum, Frankfurt am Main, DE. Sie war für die Iziko South African National Gallery in Kapstadt, SA, sowie für die Cape Africa Platform tätig, wo sie 2007 die Cape07 Biennale in Kapstadt, SA, ko-kuratierte. In der Vergangenheit arbeitete sie mit diversen Institutionen, darunter Centro Atlantico de Arte Moderno (CAAM), Las Palmas de Gran Canaria, ES; Durban Art Gallery, SA; Joburg Art Fair, Johannesburg, SA; Johannesburg Workshop in Theory and Criticism (JWTC), SA; LUMA/ Westbau, Pool, Zürich, CH; New Museum, Museum as Hub, New York, US; und Raw Material Company, Dakar, SN. Seit 2011 unterrichtet sie an der Wits School of Arts der University of Witswatersrand, SA. Ihre Texte wurden in diversen Katalogen, Büchern und Magazinen veröffentlicht. Sie lebt und arbeitet aktuell in Johannesburg, ZA, und São Paulo, BR, und wird im Rahmen der Vorbereitungen für die 10. Berlin Biennale nach Berlin ziehen.

Die Wege von Gabi Ngcobo und der Berlin Biennale haben sich bereits in der Vergangenheit gekreuzt: 2008 nahm sie an der zweiten Ausgabe des Young Curators Workshop Eyes Wide Open anlässlich der 5. Berlin Biennale teil und 2014 präsentierte das Center for Historical Reenactments sein Projekt Digging Our Own Graves 101 im Rahmen der 8. Berlin Biennale.

Mit der Wahl von Gabi Ngcobo verfolgt die Berlin Biennale auch künftig ihren Anspruch, eine experimentelle Plattform zur Untersuchung und Erweiterung des Ausstellungsformates und des kuratorischen Programms zu sein und sich mit gegenwärtigen globalen Diskursen und Entwicklungen auch mit Blick auf Berlin als lokaler Referenz auseinanderzusetzen.

Die KuratorInnen der vergangenen Ausgaben waren:
1. Berlin Biennale (1998):    Klaus Biesenbach mit Nancy Spector und Hans Ulrich Obrist
2. Berlin Biennale (2001):    Saskia Bos
3. Berlin Biennale (2004):    Ute Meta Bauer
4. Berlin Biennale (2006):    Maurizio Cattelan, Massimiliano Gioni und Ali Subotnick
5. Berlin Biennale (2008):    Adam Szymczyk und Elena Filipovic
6. Berlin Biennale (2010):    Kathrin Rhomberg
7. Berlin Biennale (2012):    Artur Zmijewski zusammen mit den assoziierten KuratorInnen Voina und Joanna Warsza
8. Berlin Biennale (2014):    Juan A. Gaitán
9. Berlin Biennale (2016):    DIS (Lauren Boyle, Solomon Chase, Marco Roso, David Toro)

Das Auswahlkomitee für die Kuratorenschaft der 10. Berlin Biennale bestand aus Krist Gruijthuijsen, KW Institute for Contemporary Art, Berlin, DE; Vasif Kortun, SALT, Istanbul/Ankara, TR; Victoria Noorthoorn, Museo de Arte Moderno de Buenos Aires, AR; Willem de Rooij, Frankfurt/Berlin, DE; Polly Staple, Chisenhale Gallery, London, GB; und Philip Tinari, Ullens Center for Contemporary Art, Peking, CN.

Um ihrem kontinuierlichen Wachstum und ihrer Professionalisierung Rechnung zu tragen, hat sich die Berlin Biennale parallel zu ihrem 20-jährigen Jubiläum und im Rahmen einer Umstrukturierung neu aufgestellt. Bisher war Gabriele Horn als Direktorin sowohl für die Berlin Biennale als auch für die KW Institute for Contemporary Art tätig. Seit Juli dieses Jahres arbeiten diese beiden Institutionen als separate Geschäftsbereiche unter dem Dach des KUNST-WERKE BERLIN e. V. Dies ermöglicht Gabriele Horn – nunmehr ausschließlich als Direktorin der Berlin Biennale –, gemeinsam mit ihrem Team zum einen die Institution weiter zu stärken und zukunftsfähig zu gestalten und sich zum anderen auf die Vorbereitungen der kommenden Ausgabe und deren Begleitveranstaltungen zu konzentrieren.
Die 10. Berlin Biennale findet im Sommer 2018 statt.