Vortrag
Cornelia Kogoj und Christian Kravagna: Das Museum als Verteidigungstechnik

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Vortrag
Cornelia Kogoj und Christian Kravagna: Das Museum als Verteidigungstechnik

im Anschluss
Künstlerinnengespräch Peggy Buth mit Cornelia Kogoj, Christian Kravagna

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung Peggy Buth: Vom Nutzen der Angst – The Politics of Selection

 

12.11.2019, 18:00
Ausstellungsraum Camera Austria
Eintritt frei
Sprache deutsch

Stadtwappen von Eatonville, Florida.
Foto: Christian Kravagna.

Intro

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung Peggy Buth: Vom Nutzen der Angst – The Politics of Selection werden Cornelia Kogoj und Christian Kravagna einen Vortrag mit dem Titel »Das Museum als Verteidigungstechnik« halten. Den Ausgangspunkt bildet ihr kürzlich erschienenes Buch Das amerikanische Museum: Sklaverei, Schwarze Geschichte und der Kampf um Gerechtigkeit in Museen der Südstaaten, das beide gemeinsam vorstellen werden. Im Anschluss führen sie ein Gespräch mit Reinhard Braun und setzen den Vortrag in Beziehung zur Ausstellung.

Warum werden Museen gegründet und für wen? Afroamerikanische Museen im Süden der USA sind oft Produkte und Akteure in den Überlebenskämpfen Schwarzer Gemeinschaften. Diese selbstorganisierten Museen gehen aus Widerständen gegen rassistische Stadt- oder Verkehrsplanung hervor und positionieren sich gegen Prozesse der Gentrifizierung Schwarzer Stadtteile. Mit Beispielen aus Florida, South Carolina und Texas behandelt der Vortrag die zweifache Funktion dieser Museen in Bezug auf ihre Intervention in die umstrittene Geschichte der USA wie auch ihren politischen Einsatz in den aktuellen Konflikten um den urbanen Raum.

Cornelia Kogoj, Christian Kravagna: Das amerikanische Museum: Sklaverei, Schwarze Geschichte und der Kampf um Gerechtigkeit in Museen der Südstaaten, Wien/Berlin: Mandelbaum Verlag 2019.

Die Wahl des ersten Schwarzen Präsidenten nährte in den USA die Illusion einer »post-racial society«. Mit der Mobilisierung gegen Obama, der Serie von polizeilichen Tötungen Schwarzer Menschen und dem Übergang zur Trump-Präsidentschaft im Zeichen weißer Vorherrschaft musste dieses Wunschbild wieder verabschiedet werden. Für Das amerikanische Museum haben Cornelia Kogoj und Christian Kravagna Museen in den ehemaligen Südstaaten im Hinblick auf ihren Umgang mit der Geschichte der Sklaverei, des Rassismus und der Bürgerrechtsbewegungen untersucht. Wie unterscheiden sich afroamerikanische von weißen Museen? Wie positionieren sich Museen im aktuellen Streit um amerikanische Geschichte? Welche Erzählweisen und Darstellungsformen kommen im kritischen Ausstellen von Gewalt und rassistischen Bildern zum Einsatz? Das Buch fragt nach der musealen Verbindung von Gegenwart und Geschichte sowie nach der politischen Rolle Schwarzer Museen im Kampf um Gerechtigkeit.

Cornelia Kogoj ist Geschäftsführerin der Initiative Minderheiten und Mitkuratorin der Ausstellungen »Gastarbajteri – 40 Jahre Arbeitsmigration« (Wien Museum, 2004) und »Romane Thana – Orte der Roma und Sinti« (Wien Museum, 2015).
Christian Kravagna ist Professor für Postcolonial Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er ist Autor von Transmoderne: Eine Kunstgeschichte des Kontakts (Berlin 2017).

Ansichten

  • Quilt, Hannibal Square Heritage Center, Winter Park, FL.
    Foto: Christian Kravagna.

  • Mosaik Winter Park Community Pride in Habbibal Square, Ruby M Ball Amphitheater, Winter Park, FL.
    Foto: Christian Kravagna.

  • Black Police Precinct and Courthouse Museum, Overtown, Miami, FL.
    Foto: Christian Kravagna.

  • Zora Neale Hurston National Museum of Fine Arts, Eatonville, FL.
    Foto: Christian Kravagna.

  • Stadtwappen von Eatonville, Florida.
    Foto: Christian Kravagna.

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