Kathrin Schönegg erhält den DGPh-Forschungspreis für Photographiegeschichte 2018

Der DGPh-Forschungspreis für Photographiegeschichte, der alle zwei Jahre von der Sektion Geschichte und Archive der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) ausgeschrieben wird, wird in diesem Jahr an Kathrin Schönegg für ihre Dissertationsarbeit Fotografiegeschichte der Abstraktion vergeben.

Kathrin Schönegg, Jahrgang 1982, studierte Germanistik, Kunst- und Medienwissenschaften sowie Soziologie an der Universität Konstanz. Sie war von 2010 bis 2013 Promotionsstipendiatin am DFG-Graduiertenkolleg Das Reale in der Kultur der Moderne (Universität Konstanz) und von 2013 bis 2015 Stipendiatin im Programm Museumskuratoren für Fotografie der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. 2016/17 kuratierte sie zusammen mit Florian Ebner, Christin Müller sowie Fabian Knierim, Boaz Levin und Kerstin Meincke die Biennale für aktuelle Fotografie 2017 (Farewell Photography, Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg). Als Thomas-Friedrich-Stipendiatin für Photographieforschung (Berlinische Galerie) arbeitete sie zu Heinz von Perckhammers Pressephotographie. Ihre Promotion schloss sie 2018 mit dem Prädikat summa cum laude ab.

Die Ausschreibung des DGPh-Forschungspreises für Photographiegeschichte hatte wieder eine erfreulich große Resonanz: Es wurden 55 Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache eingereicht, dieses Mal mit einem besonders hohen Anteil an sehr anspruchsvollen Dissertationen. Die Einsendungen gaben ein eindrucksvolles Bild der thematischen Breite und methodischen Vielfalt der gegenwärtigen Photographieforschung. Es waren sowohl Studien zu Einzelwerken vertreten als auch zu spezifischen Genres, zu Gebrauchsweisen des Mediums in wissenschaftlichen oder polizeilichen Kontexten sowie zu seinen propagandistischen Einsätzen oder zur Diskursgeschichte photographischer Technologie ebenso wie zu Aspekten der Gegenwartskunst, zu publizistischen, archivalischen und ästhetischen Problemstellungen. Die Arbeiten aus einem Zeitraum von den Anfängen bis zur Internetphotographie und zu Kontexten von der Kolonialgeschichte bis zur zeitgenössischen visuellen Kultur belegen einmal mehr die Bedeutung, die dem Medium der Photographie inzwischen in vielen wissenschaftlichen Disziplinen zugemessen wird.

Kathrin Schönegg hat mit ihrer Dissertation Fotografiegeschichte der Abstraktion ein Grundlagenwerk zur Bild- und Diskursgeschichte photographischer Abstraktion vorgelegt. Sie hält der Kanonisierung des Phänomens unter den Prämissen der Kunsttheorie eine eigenständige, historisch fundierte, Begriffsanalyse entgegen, die jeweils an die Grundfeste des Photographischen rührt. In einer Durchquerung der Photographiegeschichte von den experimentellen Anfängen über ihre (pseudo)wissenschaftlichen, angewandten und künstlerischen Kontexte bis hin zur Abstraktion unter den Vorzeichen des Digitalen gelingt Schönegg die überzeugende Rekonstruktion photographischer Medialität jenseits und diesseits der Abbildlichkeit.

Der Jury gehörten Dr. Susanne Holschbach und Dr. Esther Ruelfs als Vorstand der Sektion Geschichte und Archive sowie Prof. Winfried Gerling, Dr. Gisela Parak und die vorherige Preisträgerin, Dr. Katharina Steidl, als Beirat an.

Ellen-Auerbach-Stipendium für Fotografie 2018 an Annette Frick

Die Akademie der Künste vergibt das Ellen-Auerbach-Stipendium für Fotografie 2018 an Annette Frick. Das mit 20.000 Euro dotierte Förderungsstipendium für internationale Fotografinnen und Fotografen wird aus dem Nachlass von Ellen Auerbach finanziert und alle zwei Jahre vergeben. Der Nachlass befindet sich in Kunstsammlung und Archiv der Akademie. Die Ellen-Auerbach-Stipendiaten gehören dem Stipendiatenkreis der JUNGEN AKADEMIE an.

Am 14. November 2018 wird das Stipendium verliehen. Annette Frick erhält das Stipendium auf Vorschlag der Akademie-Mitglieder Thomas Florschuetz, Ulrike Ottinger und Michael Ruetz. Die Jury lobt »die Kompromisslosigkeit, mit der sie in ihren Fotos das Nonkonforme, Nicht-Fixierbare, Unabgeschlossene von Mensch und Stadt in den Blick nimmt und ihnen eine radikale künstlerische Form gibt.«

Annette Frick hat ihr fotografisches Werk inhaltlich und ästhetisch konsequent dem Marginalen und Experimentellen gewidmet. In analogen Schwarzweißbildern und Diareihen porträtiert sie seit den 1990er Jahren Personen der Berliner Subkultur und fotografiert das architektonische Berlin im Umbruch. Mit großer Empathie begegnet sie dabei den Protagonistinnen und Protagonisten der international vernetzten Queer Community, deren politisch-künstlerische Attitüden und Aktionen sie in ihrem Langzeitprojekt »Masken der Identität« begleitet. Kritisch hingegen nähert sie sich den urbanen Maskeraden der deutschen Hauptstadt, an deren Fassaden sie sowohl die Spuren der Geschichte aufspürt wie auch die Versuche, diese wieder zu beseitigen.

Annette Frick wurde 1957 in Bonn geboren, von 1978 bis 1988 studierte sie Freie Kunst in Köln bei Arno Jansen, Daniel Spoerri und Robert van Ackern, wo sie 1988 auch Meisterschülerin der künstlerischen Fotografie bei Arno Jansen war. Parallel arbeitete sie als Fotografin für verschiedene wissenschaftliche Institute, veröffentlichte Texte über Kunst und Fotografie und gründete zusammen mit Achim Riechers und Doris Frohnapfel den Hafensalon in ihrem Kölner Atelier. 1996 zog Frick nach Berlin um. 2006 erhielt sie den Emprise Art Award Düsseldorf, ferner u. a. 2008 das Recherche Studium der DEFA Stiftung für ihren Film über Herbert Tobias, der 2011 im Panorama Programm der Berlinale gezeigt wurde, 2016/2017 das Cité Internationale des Arts Stipendium Paris. Einzelausstellungen von ihr waren in den letzten Jahren in Frankfurt, Köln, Berlin, Bremen und Leipzig zu sehen.

Ellen-Auerbach-Stipendiaten der letzten Jahre waren Stephanie Kiwitt (2016), Julian Röder (2014), Natalie Czech (2012) und Anastasia Khoroshilova (2010).

Verleihung des Ellen-Auerbach-Stipendiums für Fotografie 2018

Mittwoch, 14. November 2018, 19 Uhr, Eintritt frei
Mit u. a. Hubertus von Amelunxen, Helke Misselwitz, Maren Lübbke-Tidow und der Preisträgerin Annette Frick.
Im Anschluss: Buchvorstellung Máj/My von Stephanie Kiwitt, Ellen-Auerbach-Stipendiatin von 2016
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Belinda Kazeem-Kamiński erhält Cathrin-Pichler-Preis 2018

Der mit 2.500 Euro von der Stadt Wien geförderte Cathrin-Pichler-Preis wird seit 2017 zur Erinnerung an die Denkerin, Kuratorin und Autorin Cathrin Pichler von der Akademie der bildenden Künste Wien verliehen. Die Preisträger_innen sind Studierende oder Absolvent_innen der Kunstuniversität, die ­– im Sinn der ehemals an der Akademie lehrenden Cathrin Pichler – spezifisch künstlerische Methoden und Praktiken als Beitrag und Intervention zu einem wissenschaftlichen Diskurs denken.

Der Cathrin-Pichler-Preis 2018 geht an die 1980 in Wien geborene Künstlerin und Autorin Belinda Kazeem-Kamiński. Ihr Werk kreist um Erinnerung, Trauma und Schwarze radikale Imagination und führt Schwarze feministische Theorien mit einer visuellen Praxis zusammen. Die im Zuge der Preisverleihung präsentierte Arbeit The Letter (2018) bewegt sich zwischen Video, Performance, Sound und Text. Sie nimmt ihren Ausgangspunkt in den nachhallenden Erinnerungen einer Gruppe von Westafrikaner_innen im Wien des 19. Jahrhunderts. Dabei wird eine Analyse des Prinzips »Archiv« im Allgemeinen sowie den sich in diesem befindlichen Spuren eröffnet.

Belinda Kazeem-Kamiński, geb. 1980, ist eine in Wien lebende Künstlerin, kunstbasierte Forscherin und Autorin. Im Rahmen des PhD-in-Practice an der Akademie der bildenden Künste Wien forscht sie zur Performativität von Schwarzsein in Verbindung zu österreichischer Kolonialität. Dabei interessiert sie sich, ausgehend von Szenen aus der österreichischen Geschichte, für Raum und Zeit überschreitende Erinnerung und Schwarze radikale Imagination. Kazeem-Kamińskis Arbeiten wurden national und international gezeigt. 2016 wurde sie mit dem Theodor Körner Preis für Kunst ausgezeichnet. 2017 erhielt sie ein Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Market Photo Workshop Wins 2018 Principal Prince Claus Award

The 29 year old Market Photo Workshop has been announced as the winner of the prestigious 2018 Principal Prince Claus Award. The Award honours outstanding achievements in the field of culture and development and is presented annually to individuals, groups and organisations whose cultural actions have a positive impact on the development of their societies. The Market Photo Workshop was selected by an esteemed international panel that adjudicated 85 nominations from across the globe.

Founded in 1989 by the recently deceased legendary South African photographer, David Goldblatt, the Market Photo Workshop—a training institution of the Market Theatre Foundation—instills and promotes the ideals of socially committed photography. It was the first South African institution to provide photographic training, equipment and support to black South African photographers during the apartheid era, giving huge impetus to the visual expression of black perspectives on local realities, expositing discrimination, injustices and oppression in powerful images. Its graduates which include Zanele Muholi, Jodi Bieber and Sabelo Mlangeni are among the most influential photographers on the African continent.

“The Market Photo Workshop stands to honour the legacy of its founder, David Goldblatt, and now under the leadership of Lekgetho Makola, the Market Photo Workshop continues to break new ground as it develops innovative methodology that combines technical training with social consciousness raising and extends its presence through collaborations and exchanges that extend into the continent”, said Ismail Mahomed, the Chief Executive Officer of the Market Theatre Foundation.

Last year, the Head of Market Photo Workshop, Lekgetho Makola participated in a number of international events including a three-day conference on Art, Public Space and Closing Societies in Morocco. He was a member of the curatorial advisory committee for the 11th edition of Bamako Encounters 2017 and was invited to the 2017 Lubumbashi Biennale in the DRC as part of stakeholder relationship building between like-minded photography organisations in order to enhance the growth of the practice collaboratively in the SADC region. Makola also sits on the International Advisory Committee to the Board of the California based visual story telling organisation CatchLight.

Under Makola’s leadership, the Market Photo Workshop offers critical photography courses to communities, weekend classes, an interactive module on archiving photography to practitioners and intensive incubator programmes for emerging artists. Many of its students and alumni explore complex issues such as state violence, migration, homelessness, memory and identity in a transitional society, capturing post-apartheid realities.

“This Award gives the Market Photo Workshop and its community of photographers the ultimate recognition of the impact of its intensive relevant programmes and energies on both Continental and Global levels. The outstanding creative and administrative contributions and funding support from progressive individuals and organizations has created a new type of artistic knowledge cultivation realm, championed by critical compelling young minds and attitudes inspired by lived dynamic experiences of this Continent and we are delighted that the Prince Claus Fund has honoured us with this glorious accolade”, Lekgetho Makola said.

The award presents the Market Photo Workshop with the opportunity to further diversify its programmes and solidify its activities by investing in the research, development and activation of a critical post-apartheid Pan-African photography archive that represents the artistic and advocacy energies of the 25 years of South Africa’s constitutional democracy. Through its three decades of revolutionary work, the Market Photo Workshop has created a vast image archive of unique historical and social importance.

The verdict from the Prince Clause Awards is that the “Market Photo Workshop is honoured for its political courage and historically significant act of opening photography to black South Africans during apartheid; for sustaining the radical spirit and ideals that grew out of the struggle against apartheid, stimulating critical reflection and enabling a continuing evolution of photogrtaphic expression of social realities and injustices; for creating a dynamic education process that propagates the role of photography as a proactive agent in social development; for providing access to essential storytelling tools and supportive networks, enabling young people, including the marginalized and disadvantaged, to envision and share their experiences; and for its integrity over 30 years of dedication as a catalyst and springboard for talent, consistently empowering generations of remarkable photographers.”

The Award, which carries a prize of 100 000 Euros, will be presented to the Market Photo Workshop on 6 December at the Royal Palace in the Netherlands, in the presence of the Royal Family.

The Market Theatre Foundation also extends its congratulations to internationally acclaimed South African dancer and choreographer, Dada Masilo who will also be awarded the 2018 Prince Claus Next Generation Award. Known to deconstruct the all-time classic ballets into powerfully grounded, hip-shaking, moves of African dance, Dada Masilo has created a unique choreographic signature of challenging prejudice by turning race, class and gender stereotypes on their heads through her modern interpretations of the classics.

“I would like congratulate both the Market Photo Workshop and Dada Masilo on this incredible achievement. They were selected out of a group of 85 other individuals and projects – all equally deserving. Ms Masilo and the Market Photo Workshop are shining examples of the richness of South Africa’s cultural and artistic expression and possibility” says Han Peters, the Ambassador Designate of the Netherlands to South Africa.

Arne Schmitt erhält den Kunstpreis der Böttcherstraße 2018

Die Jury des Kunstpreises der Böttcherstraße in Bremen spricht im Jahr 2018 ARNE SCHMITT (vorgeschlagen von Eva Schmidt, Museum für Gegenwartskunst Siegen) den mit 30.000 Euro dotierten Preis zu. Die Preisverleihung ist am Sonntag, dem 23. September, um 11 Uhr in der Kunsthalle Bremen. Die Werke des Preisträgers sowie der weiteren neun nominierten Künstlerinnen und Künstler sind noch bis zum 30. September in der Kunsthalle zu sehen.

Die Begründung der Jury: »Die Jury entscheidet sich für Arne Schmitt. Das Werk mit dem Titel Der heiße Friedenüber die chemische Industrie und eine deutsche Stadt behandelt das Thema multinationale Wirtschaft und Globalisierung am Beispiel eines Unternehmens, das großen Einfluss auf eine urbane Entwicklung und ihre Kultur genommen hat. Die scharfe und dabei trockene Analyse, die Verwendung historischer Dokumente in Form von Bildern und Texten haben in den Augen der Jury höchste Aktualität. Es geht um die Archäologie der Ökonomie unserer Gegenwart.«

Radek Krolczyk erhält den ADKV-ART COLOGNE-Preis für Kunstkritik 2018

Der Bremer Kritiker Radek Krolczyk wird mit dem Preis für Kunstkritik 2018 ausgezeichnet. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wird von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) in Kooperation mit der ART COLOGNE verliehen und richtet sich an freie Journalistinnen und Journalisten.

Mit Radek Krolczyk zeichnet die Jury einen Kritiker aus, der stets seine Distanz zu den Zentren des Kunstbetriebs bewahrt hat und die Binnenperspektive des Kunstbetriebs immer wieder durchbricht. Dabei greift er häufig politische Themen auf, ohne sie gegen die Kunst auszuspielen. So entsteht eine präzise, unaufgeregte Kritik, die große Gesten zugunsten einer beharrlichen Auseinandersetzung vermeidet. Vor die schnelle Meinung stellt Krolczyk die konkrete Beobachtung und weicht dabei auch unbequemen Fragen nicht aus.

Weiter heißt es in der Begründung der Jury: »Krolczyk ist ein Kritiker, der sich eine unabhängige Haltung bewahrt, ohne Distanz mit Neutralität zu verwechseln. Er schreckt nicht davor zurück, auch die großen Namen des Kunstbetriebs einer pointierten Kritik zu unterziehen und sich, wenn nötig, selber angreifbar zu machen. Dabei spricht er mit klarer Stimme und persönlichem Standpunkt. Seine Texte folgen nicht vorgefertigten Formeln, sondern entwickeln auf eine für den Leser nachvollziehbare, uneitle Weise ihre Argumentation. Sie zeigen damit auch, wie wichtig eine solche journalistische Klarheit für das Feuilleton weiterhin ist – und vielleicht künftig noch wichtiger wird.«

Seit 1999 wird der Preis durch die ADKV ausgelobt und seit 2006 in Kooperation mit der ART COLOGNE, die auch das Preisgeld stiftet, vergeben. Die Auszeichnung würdigt das Engagement freier Kunstkritikerinnen und -kritiker, die sich in der Fach- und Tagespresse oder in anderen Medien mit zeitgenössischer Kunst und ihrem sozialen Kontext auseinandersetzen.

Die Mitglieder der Jury 2018 waren: Swantje Karich (Redakteurin u.a. im Feuilleton DIE WELT, Dozentin), Stefan Kobel (freier Kritiker, u.a. für das Handelsblatt), Alexander Koch (Kurator, Galerist (KOW)), Astrid Mania (Professorin für Kunstkritik und Kunstgeschichte der Moderne an der HFBK Hamburg, freie Kritikerin, u.a. für die Süddeutsche Zeitung), Hili Perlson (Kunstkritikerin u.a. für artnet, Modejournalistin und Dozentin) sowie Gerrit Gohlke als Vertreter der ADKV (ohne Stimmrecht).

Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger: Kito Nedo (2017); Jörg Scheller (2016); Stefan Kobel (2015); Barbara Buchmaier und Christine Woditschka (2014); Astrid Mania (2013); Kolja Reichert (2012); Jens Kastner (2011); Jennifer Allen (2009); Rudolf Schmitz (2008); Ludwig Seyfarth (2007); Catrin Lorch (2006); Dominic Eichler (2005); Gregory Williams (2004); Raimar Stange (2003); Renate Puvogel (2002); Jan Verwoert (2001); Stefan Römer (2000); Hans-Christian Dany (1999).

Der Preis wird zusammen mit dem ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstvereine am Samstag, 21. April 2018 um 15 Uhr in der TALK LOUNGE in Halle 11.3 der ART COLOGNE verliehen.
Begrüßung: Daniel Hug, Direktor der ART COLOGNE und Gerrit Gohlke, Vorstandsmitglied der ADKV.

Der ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstvereine 2018 geht nach Köln an die Temporary Gallery

Eine unabhängige Jury wählte die Temporary Gallery in Köln zum diesjährigen Gewinner des mit 8.000 Euro dotierten Preises für Kunstvereine, der seit 2006 von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) in Kooperation mit der  ART COLOGNE verliehen wird.

Die Jury hat entschieden, den diesjährigen Art Cologne Preis für Kunstvereine an die Temporary Gallery in Köln zu vergeben. Damit wird vor allem das Programm dieser Institution gewürdigt, das im Kontext der dichten Kunstszene im Rheinland unübersehbar und eigenständig ist. Der Temporary Gallery gelingt es, sowohl historisch fundierten als auch zeitgenössischen Positionen einen Rahmen zu geben, fernab des Kunstmarkts oder modischer Strömungen, die sorgfältig vermittelt und an aktuelle Diskurse angeschlossen werden.

Die Temporary Gallery, die im Jahr 2009 als Verein gegründet wurde, um auswärtigen Galerien als Spielstätte in Köln zu dienen, hat dieses ursprüngliche Konzept mutig verlassen zugunsten einer Folge von Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen, die auch überregional Beachtung finden und den Diskurs über aktuelles Kunstschaffen und die jüngere Kunstgeschichte entschieden bereichert haben. So hat der Kunstverein Temporary Gallery zwischen den bedeutenden Museen, den großen historischen Kunstvereinen und Off-Spaces ein eigenes Format entwickelt, das auch international hervorragend vernetzt ist. Mitglieder der Jury 2018 waren: Friederike Feldmann (Künstlerin, Kunsthochschule Berlin-Weißensee), Christina Lehnert (Kuratorin, Portikus, Frankfurt/Main), Catrin Lorch (Kunstkritikerin, Süddeutsche Zeitung, München) und Barbara Thumm (Galeristin, Berlin).

Insgesamt 21 Kunstvereine wurden dieses Jahr für den Preis nominiert: Kunstverein Grafschaft Bentheim; Schinkelpavillon, Berlin; Kunstverein Braunschweig; riesa efau, Dresden; TMA Trans-Media-Akademie Hellerau, Dresden; Kunstverein Freiburg; Kunstverein in Hamburg; Kasseler Kunstverein; Temporary Gallery, Köln; Künstlerhaus Lauenburg; D21 Kunstraum Leipzig; Overbeck Gesellschaft – Verein von Kunstfreunden, Lübeck; Oldenburger Kunstverein; Kunstverein Reutlingen; Kunstverein zu Rostock; Neuer Saarbrücker Kunstverein; Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern, Schwerin; Württembergischer Kunstverein, Stuttgart; Künstlerhaus Stuttgart; Shedhalle Tübingen. Forum für zeitgenössische Kunst und Brandenburgischer Kunstverein, Potsdam, der wegen der Zugehörigkeit seines Direktors Gerrit Gohlke im ADKV-Vorstand vom Preiserhalt ausgeschlossen ist.

Bisherige Preisträger sind: HartWareMedienKunstVerein, Dortmund (2017); Kunstverein Arnsberg und Kunstverein Harburger Bahnhof in Hamburg (2016); Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf (2015); Bielefelder Kunstverein (2014); Neuer Berliner Kunstverein (2013); Badischer Kunstverein, Karlsruhe (2012); Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft (2011); Kölnischer Kunstverein (2010); Heidelberger Kunstverein (2009); Salzburger Kunstverein und Westfälischer Kunstverein, Münster (2008); Kunstverein Wolfsburg (2007); ACC Galerie Weimar (2006).

Der Preis wird gemeinsam mit dem ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstkritik am Samstag, 21. April 2018, um 15 Uhr in der TALKS LOUNGE in Halle 11.3 der ART COLOGNE verliehen.

Begrüßung: Daniel Hug, Direktor der ART COLOGNE und Meike Behm, Vorsitzende der ADKV.

Julia Gaisbacher Receives the Erste Bank ExtraVALUE Art Recognition Award 2018

The Erste Bank ExtraVALUE Art Recognition Award, endowed with 1.500 euros and the realization of a solo exhibition at das weisse haus in Vienna at the end of September 2018 will be awarded to Julia Gaisbacher.
Her reflections on how Belgrade’s cityscape is transformed on a socio-political scale by a real estate development project in form of her ongoing series “One Day You Will Miss Me” convinced the Erste Bank ExtraVALUE Award
’s jury. The jury’s statement reads:

“… Above all, the well-founded research, which is based on critical media reports and discussions with supporters of the protest movement, was particularly impressive. The project uses Belgrade as an example to deal with the corrupt real estate business, in which quite often – and all over the world – members of the government are involved. Moreover, it points to prevailing asymmetries when such large-scale projects occur for an emerging middle class and investors from abroad, while socially disadvantaged urban residents are forcibly pushed out to the fringes.”

In a text created during a joint visit to Belgrade the author Barbi Markovic also took up the theme. “Eagle Hills Vertigo” was published together with pictures by Julia Gaisbacher in Lichtungen, a literature and art magazine, and on ZEIT ONLINE’s Freitext. At the moment recent works from the series can be seen at the Akademie Graz.
With “One Day You Will Miss Me” Julia Gaisbacher focuses on a process exemplary for an expanding practice of socially segregated city development fueled by international investments. Her ongoing research and documentation capture processes usually hidden by the long timescales they take to unfold.

Thomas Demand erhält den Großen Kunstpreis Berlin 2018

Der Bildhauer und Fotograf Thomas Demand erhält den Großen Kunstpreis Berlin 2018. Die Akademie der Künste vergibt den mit 15.000 Euro dotierten Preis jährlich und im Turnus ihrer sechs Sektionen im Auftrag des Landes Berlin. Demand mache uns klar, »dass die größte Täuschung das Abbilden der Realität ist und unser kaum erschütterbarer Glaube daran, dass es die Wirklichkeit wiedergeben und darstellen kann«, so die Jury, der die Akademie-Mitglieder Tacita Dean, Wulf Herzogenrath und die Kunsthistorikerin und Direktorin der Staatlichen Kunstsammlung Dresden, Marion Ackermann, angehören. Die Akademie vergibt außerdem sechs Kunstpreise Berlin in Höhe von jeweils 5.000 Euro.

Thomas Demand fertigt aus Papier detailgetreue Modelle von (Tat-)Orten an, die auf Pressefotos dokumentiert sind, um diese Papiermodelle wiederum zu fotografieren. Mit der Fotografie seines Nachbaus des Oval Office gelangte er auf den Titel des New York Time Magazine in der wirklichen Medienwelt, derer er sich sonst bedient.
Der 1964 in München geborene, seit 1996 in Berlin und seit einigen Jahren auch in Los Angeles lebende Künstler studierte Ende der 1980er Jahre an der Akademie der Bildenden Künste in München und anschließend an der Kunstakademie Düsseldorf Bildhauerei bei Fritz Schwegler. 1994 absolvierte er einen Master-Abschluss am Goldsmiths College in London. Von 2010 bis 2011 war er Getty Scholar am Getty Research Institute in Los Angeles. Seit 2011 ist er Professor an der HFBK Hamburg im Studienschwerpunkt Bildhauerei mit Schwerpunkt Fotografie. Bereits seit Mitte der 1990er Jahre stellt Demand international aus. 2005 zeigte das MoMA in New York anlässlich der Eröffnung seines Neubaus eine Solo-Ausstellung. Große Einzelausstellungen richteten ihm außerdem die Fondazione Prada im Rahmen der Biennale von Venedig (2007), die Hamburger Kunsthalle (2008) und die Neue Nationalgalerie in Berlin (2009/10) aus. Das Nouveau Musée National in Monaco beauftragte ihn 2010 als Kurator der ersten Ausstellung in dem neu eröffneten Museum. 2014 war er mit seinen Arbeiten Kontrollraum und Vault in der Ausstellung »Schwindel der Wirklichkeit« der Akademie der Künste vertreten.

Den Kunstpreis Berlin in der Sparte Bildende Kunst erhält der in Danzig geborene Maler und Videokünstler Dominik Lejman, in der Baukunst der an der ETH Zürich lehrende Architekt und Ingenieur Philippe Block, in der Musik die ukrainische Komponistin Anna Korsun, in der Literatur Daniela Danz, in der Darstellenden Kunst der australische Regisseur Simon Stone und in der Film- und Medienkunst der Fotograf und Videoinstallateur Christoph Brech.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, zur Vergabe des Preises: »Unsere Stadt ist eine europäische Kulturmetropole, die sich als Ort künstlerischer Produktion und zugleich als Ort von Wahrnehmung und Wertschätzung künstlerischer Leistung anderer begreift. Dafür steht der Kunstpreis Berlin. Ich beglückwünsche alle, die 2018 diese Ehrung erfahren. Thomas Demand, der Träger des Großen Berliner Kunstpreises, pendelt zwischen Berlin und unserer ältesten Partnerstadt Los Angeles. In seinem kreativen Schaffen verwirklicht er so die kulturelle Verbindung mit den USA. Er setzt sich mit Realität und ihrer Vermittelbarkeit auseinander. Sein Stoff ist die medial dargestellte Wirklichkeit. Kaum eine andere Problematik ist gegenwärtig betreffender und aktueller.«

Der Kunstpreis Berlin Jubiläumsstiftung 1848/1948 wurde 1948 in Erinnerung an die März-Revolution von 1848 vom Berliner Senat gestiftet. Seit 1971 wird er von der Akademie der Künste im Auftrag des Landes verliehen. Preisträger des Großen Kunstpreises der letzten Jahre waren Emin Alper (2017), Frank Castorf (2016) und Sherko Fatah (2015).
Die diesjährige Preisverleihung findet am Sonntag, dem 18. März, um 19 Uhr, im Akademie-Gebäude am Pariser Platz statt.

Karl-Anton-Wolf-Preis 2017 an Nicole Six & Paul Petritsch

Die 1987 gegründete Stiftung des bildenden Künstlers Karl Anton Wolf (1908 – 1989) wurde 2016 durch die Stadt Wien übernommen und wird in seinem Sinne weitergeführt. Mit ihr verbunden ist der Karl-Anton-Wolf-Preis. Er honoriert Kunstschaffende, deren Werk über hohe Innovationskraft sowie Eigenständigkeit verfügt und/oder sich gesellschaftsrelevanten Themen widmet. 2017 wird er dem Künstlerduo Nicole Six & Paul Petritsch verliehen.

Damit wird eine künstlerische Position gewürdigt, deren Werk sich durch Kompromisslosigkeit sowie die Fähigkeit auszeichnet, sich selbst und in weiterer Folge auch den/die BetrachterIn aus der unbewussten Selbstverständlichkeit heraustreten zu lassen. Die existentielle Bedeutung von Raum und Zeit und deren Wirksamkeit für den Menschen, zieht sich dabei wie ein roter Faden durch ihre Installationen, performativen Arbeiten und Videos. Mittels konkreter Experimente erforschen und durchmessen Six und Petritsch ihre Umwelt, wobei unterschiedliche Aspekte wie etwa die Angst vor dem Fall, die Schwerkraft als Naturgegebenheit oder die Ausgesetztheit des Menschen im Raum hinterfragt werden. Ihre zum Teil ins Absurde kippenden Versuchsanordnungen zielen darauf ab, menschliches Handeln und Wahrnehmen – kurz: die uns vertraute Sicherheit – in provozierten Extremlagen auf die Probe zu stellen.

Kardinal König Kunstpreis 2017 an Kerstin von Gabain

Die in Wien lebende Kerstin von Gabain, geb. 1979 in Palo Alto (US), wurde aus 23 nominierten KünstlerInnen zur Preisträgerin des Kardinal König Kunstpreises 2017 gewählt.

Der Mensch heute – ein fragiles Wesen
Ausschlaggebend für die Entscheidung war die aktuelle Thematik, der sich die Künstlerin in besonderer Weise widmet: Die Unversehrtheit der menschlichen Existenz ist nicht selbstverständlich; prekäre Lebenssituationen, Verletzung, Verlust werden von der Künstlerin in Form von wächsernen Gliedmaßen, Kunststoff-Knochenteilen, Bildern von mutierten Konsumgütern visualisiert. Zwischen zuckerlrosa Verführung und erschreckender Irritation changieren die skulpturhaften Objekte und gleichsam museal vorgeführten Versatzstücke aus Kerstin von Gabains plastischem Repertoire

Begründung der Jury 
Die Jury würdigt mit dem Werk von Kerstin von Gabain eine komplexe künstlerische Position, die von der Integrität und Bedrohtheit von Körpern, Menschen und Objekten handelt. Ihren Objekten und Fotografien verleiht die Künstlerin einen ambivalenten Charakter zwischen Verletztheit und Verführung, zwischen ansprechender Ästhetisierung und abgründiger Irritation.
Sie gestaltet Installationen und Ensembles, mit denen sie motivische Bezüge zur Kunst-und Wissenschaftsgeschichte freilegt. Wachsabgüsse und Gipsbandagen geben u.a. Körperteile, Möbelstücke, Knochenquerschnitte wider und lösen beim Betrachter Gefühle zwischen Unbehagen und Faszination aus. Mit ihren Artefakten bezieht sie sich neben medizinischen Präparaten und Designobjekten auch auf Konsumartikel, Reliquien und Votivgaben, um damit aktuelle gesellschaftspolitische und existenzielle Fragestellungen zu berühren. Ihre Vermenschlichung von Gegenständen verweist zugleich auf die pure Materialität und Hinfälligkeit alles Menschlichen und Organischen. Kerstin von Gabain deutet Bild-Traditionen radikal um; sie spielt auf den Objekt- und Fetischcharakter von musealen Exponaten ebenso an wie auf den manipulativen Charakter von Ausstellungen.

Der Kardinal König Kunstpreis ist, so wie der in Wien vergebene Msg. Otto-Mauer-Preis, mit 11.000 Euro dotiert, wird allerdings nur alle zwei Jahre vergeben.

Eine Ausstellung mit Werken aller 23 nominierten KünstlerInnen wird am 27. November 2017, dem Tag der Preisverleihung im Kunstraum St. Virgil in Salzburg eröffnet.

Tatiana Lecomte und Sara-Lena Maierhofer sind Stipendiatinnen 2017/18 der DZ BANK Kunstsammlung

Die DZ BANK Kunstsammlung hat erneut zwei Arbeitsstipendien an herausragende Künstlerinnen vergeben, die mit dem Medium Fotografie arbeiten.

Einvernehmlich kam die Jury zu dem Ergebnis, dass die eingereichten Projektideen von Tatiana Lecomte und Sara-Lena Maierhofer aus den rund 45 Bewerbungen am stärksten überzeugten. Zu den ersten fünf Kandidaten der Auswahl zählen zudem Ketuta Alexi-Meskhishvili, Gwenneth Boelens und Eiko Grimberg.

Die diesjährige Jury setzte sich zusammen aus Stefanie Böttcher (Künstlerische Leitung, Kunsthalle Mainz), Florian Ebner (Kustos für Fotografie, Centre Pompidou, Paris), Dr. Astrid Ihle (Ausstellungskuratorin, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen), Dr. Christina Leber (Leiterin DZ BANK Kunstsammlung, Frankfurt am Main), Maren Lübbke-Tidow (Autorin, Kritikerin, Kuratorin, Berlin), Christoph Tannert (Geschäftsführer, Künstlerhaus Bethanien, Berlin) und Matthias Wagner K (Direktor, Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main).

Alle zwei Jahre schlägt eine wechselnde siebenköpfige Jury Kandidatinnen und Kandidaten vor, die für das Projektstipendium f/12.2 der DZ BANK Kunstsammlung in Frage kommen. Sie werden eingeladen, sich mit Arbeitsproben und Projektideen zu bewerben, die im weitesten Sinne mit fotografischen Bildern zu tun haben. Mit dem Stipendium wird den auserwählten Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit geboten, ein Jahr lang intensiv an einem künstlerischen Projekt zu arbeiten.

Tatiana Lecomte (*1971, Bordeaux, lebt und arbeitet in Wien) setzte sich bereits in früheren Arbeiten mit vorgefundenen Fotografien auseinander, die historische Ereignisse und Orte dokumentieren, so u.a. in den Serien »Die El-Alamein-Stellung« oder »Zement«. Durch ihre künstlerische Umformung und Überblendungen wirft Lecomte Fragen zum Umgang mit Geschichte auf. Auch in dem Projekt, das sie während ihres Stipendiums durchführen wird, arbeitet sie mit einer historischen Quelle, dem sogenannten »Stroop-Bericht«. Jürgen Stroop, Befehlshaber der SS sowie verschiedener Polizei- und Wehrmachtseinheiten, protokollierte in diesem Bericht anhand von täglichen Aufzeichnungen und Bildmaterial die Auslöschung des Warschauer Ghettos. Lecomte will sich der Sprache und den Bildern dieses Dokuments auf eine analytische und zugleich demontierende Weise nähern. So möchte sie u.a. die Amtssprache Stroops durch Abschrift einzelner Wörter in einer von Hitler 1941 gegen die »jüdische« (vormals als »urdeutsch« geltende) Fraktur erlassenen »deutschen Normalschrift« ad absurdum führen.

Sara-Lena Maierhofer (*1982, Freudenstadt/ Schwarzwald, lebt und arbeitet in Berlin) untersucht in ihrem Projektvorhaben den Umgang mit der kolonialen Vergangenheit Deutschlands, wie er sich in Völkerkundemuseen und ethnologischen Sammlungen niederschlägt. Der aktuelle Diskurs soll durch eine verkleinerte Wiedergabe der Museumsräume sichtbar gemacht werden, die von Fotografien der Artefakte und Darstellungen der Objektbiografien überblendet werden. Die Abbildungen erscheinen durch die Projektion auf dreidimensionale Flächen fragmentiert, wodurch eine ästhetische Ähnlichkeit mit dem Kubismus entsteht. Damit werden zugleich die Einflüsse außereuropäischer Kunst auf die Moderne zum Thema. Bereits in bestehenden Arbeiten wie den Serien »Dear Clark« oder »The Great« gelingt es Maierhofer, mit unterschiedlichsten künstlerischen und fotografischen Herangehensweisen virulente Themen zu visualisieren und dadurch beim Betrachter neue Gedankengänge wachzurufen.

Neben der monatlichen Projektförderung von 1.000 € für die Dauer von 12 Monaten werden ausgewählte Werke aus dem realisierten Projekt für den Bestand der DZ BANK Kunstsammlung angekauft. Die Arbeitsergebnisse der beiden Stipendiatinnen werden ab dem 2. November 2018 gemeinsam mit ausgewählten Werken von Ketuta Alexi-Meskhishvili, Gwenneth Boelens und Eiko Grimberg im ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung gezeigt. Die Ausstellung wird durch eine Broschüre ergänzt.

DZ BANK Kunstsammlung
Im ART FOYER zeigt die DZ BANK Kunstsammlung in Frankfurt am Main auf rund 300 qm Ausstellungsfläche drei wechselnde Ausstellungen im Jahr. Die Sammlung des Spitzeninstituts der Volks- und Raiffeisenbanken umfasst mehr als 7.500 Werke von rund 800 Künstlerinnen und Künstlern und widmet sich dem fotografischen Bild in der internationalen zeitgenössischen Kunst.

Dagmar Chobot Skulpturenpreis 2017 geht an Sofie Thorsen

Sofie Thorsen erhält den mit 10.000 Euro dotierten »Dagmar Chobot Skulpturenpreis 2017«. Preisstifterin Dagmar Chobot und Günter Schönberger, Geschäftsführer der Stiftungspartnerin Bildrecht, ehrten die Künstlerin am 16. Oktober 2017 im Leopold Museum Wien mit diesem in Österreich einzigartigen Nominierungspreis für zeitgenössische Skulptur.

Neben Sofie Thorsen waren Manfred Erjautz, Sophie Hirsch, Markus Jeschaunig, Bernd Oppl und Werner Reiterer für den ‚Dagmar Chobot Skulpturenpreis 2017’ vorgeschlagen.

»Es freut mich sehr, dass der von mir ins Leben gerufene Skulpturenpreis auf so reges Interesse stößt. Die vielen positiven Rückmeldungen haben meine Initiative im Nachhinein nochmals bestätigt. Ich freue mich auch für Sofie Thorsen, – mit ihr als Preisträgerin erfährt die zeitgenössische Skulptur jene Wertschätzung und öffentliche Aufmerksamkeit, die ihr zusteht,« kommentiert die Initiatorin und Preisstifterin, Dagmar Chobot, bei der Preisverleihung.

Sofie Thorsen, geb. 1971 in Århus, lebt und arbeitet in Wien. Sie ist Absolventin der Akademie der Bildenden Künste Wien und der Königlich Dänischen Akademie der Bildenden Künste Kopenhagen. Von 2005 bis 2009 lehrte sie an der Akademie der Bildenden Künste Wien. In ihren Werken setzt sich die Künstlerin mit den politischen, sozialen und kunsthistorischen Kontexten von Orten auseinander mit dem Ziel, ihre »stummen und verstummten« Strukturen wieder zum Sprechen zu bringen. Ihre Methode erinnert an eine Spurensuche, die Sofie Thorsen von der Aneignung und Adaption vorgefundener Bilddokumente bis hin zu deren Auflösung führt. Mit ihren Arbeiten erforscht Thorsen formale, materielle und haptische Parameter, Formen und Körper und kombiniert in raumgreifenden Installationen die für ihren Skulpturenbegriff charakteristischen Materialien Stahl, Aluminium und Papier.

Ein Themenkomplex analysiert die Bereiche Skulptur, Architektur und Design in ihrem Verhältnis zu Gesellschaft und kommunaler Verantwortung. In der mehrfach präsentierten Werkserie »Spielplastiken« (2010 – 2016) rückt Sofie Thorsen ein bislang kaum gewürdigtes Phänomen der österreichischen Nachkriegszeit – bespielbare Skulpturen aus den 1950er Jahren – in den Mittelpunkt. Diese kleinen, abstrakten Utopien inmitten nüchterner Architektursprache greift die Künstlerin für ihre Installationen auf. Darin vergrößert sie Reprografien von Zeitdokumenten, eliminiert figurative Bestandteile, reduziert die Konstruktionen auf ihre Geometrie und Linearität. Die fragilen Papierobjekte auf den Metallgerüsten geben den Bildquellen ihre einstige skulpturale Präsenz zurück und geraten zu einem in den Raum gestellten, begehbaren Archiv der Formen.

In ihrer Werkserie »Precious Things That Come Out of the Ground« (2017) analysiert Sofie Thorsen mittels abstrakter Zeichenhaftigkeit die An- und Abwesenheit von zerstörtem und/oder geraubtem Kulturgut aus archäologischen Fundstätten. Auffällig ist auch hier die Gestaltung mit filigranem Papier, das Sofie Thorsen über die gebogenen Stahlrohre ihrer Installation mäandern lässt. Mit punktuellen Unschärfen und Unterbrechungen der skulpturalen Form irritiert die Künstlerin und betont damit unterschiedliche Ebenen und Formen der Realitätswahrnehmung. Ihre Arbeiten eröffnen so ein Feld ambivalenter Sichtbarkeiten und changieren zwischen erkennbarer Realitätsabbildung und möglicher Fiktion. Ab 20. Oktober 2017 ist diese Werkserie in der Gruppenausstellung »Spuren der Zeit« im Leopold Museum Wien zu sehen.

Modalitäten
2017 haben sechs NominatorInnen jeweils eine Position aus dem Bereich zeitgenössische Skulptur, Plastik, Objektkunst oder Installation für den ‚Dagmar Chobot Skulpturenpreis’ eingereicht. Aus diesen Vorschlägen ermittelte die Jury Sofie Thorsen als Preisträgerin für 2017.

NominatorInnen 2017
Silvie Aigner (Chefredakteurin Parnass), Katrin Bucher-Trantow (Chefkuratorin Kunsthaus Graz), Berthold Ecker (Direktor MUSA Wien), Elsy Lahner (Kuratorin Albertina Wien), Genoveva Rückert (Kuratorin OK – Offenes Kulturhaus Linz) und Christoph Thun-Hohenstein (Direktor MAK Wien)

Jury 2017
Dagmar Chobot (Preisstifterin und Juryvorsitzende), Heike Eipeldauer (Kuratorin BA Kunstforum Wien), Edelbert Köb (Kurator), Günter Schönberger (Geschäftsführer Bildrecht)und Hans-Peter Wipplinger (Direktor Leopold Museum Wien)

Dagmar Chobot Skulpturenpreis
Der »Dagmar Chobot Skulpturenpreis« wurde 2016 von der Wiener Galeristin Dagmar Chobot und der Stiftungspartnerin Bildrecht, der Urheberrechtgesellschaft für Bildende Kunst, ins Leben gerufen. Die Auszeichnung geht jährlich an eine/n zeitgenössische/n Bildhauer/in, die/der in Österreich lebt und arbeitet. Als erster Preis seiner Art in Österreich ist er explizit dem Medium Skulptur gewidmet und berücksichtigt neben klassischen Zugängen auch experimentelle Ansätze und Installationen. Der Preis unterliegt keiner Altersbeschränkung.

Trevor Paglen is MacArthur Fellow 2017

Photographer Trevor Paglen has been announced as one of twenty-four recipients of the MacArthur Fellowship 2017.

The MacArthur Fellows Program is intended to encourage people of outstanding talent to pursue their own creative, intellectual, and professional inclinations. In keeping with this purpose, the Foundation awards fellowships directly to individuals rather than through institutions. Recipients may be writers, scientists, artists, social scientists, humanists, teachers, entrepreneurs, or those in other fields, with or without institutional affiliations. They may use their fellowship to advance their expertise, engage in bold new work, or, if they wish, to change fields or alter the direction of their careers.

Although nominees are reviewed for their achievements, the fellowship is not a lifetime achievement award, but rather an investment in a person’s originality, insight, and potential. Indeed, the purpose of the MacArthur Fellows Program is to enable recipients to exercise their own creative instincts for the benefit of human society.

The Foundation does not require or expect specific products or reports from MacArthur Fellows and does not evaluate recipients‘ creativity during the term of the fellowship. The MacArthur Fellowship is a “no strings attached” award in support of people, not projects. Each fellowship comes with a stipend of $625,000 to the recipient, paid out in equal quarterly installments over five years.

Internationaler Folkwang-Preis 2017 an Okwui Enwezor

Der Kurator, Kritiker und Wissenschaftler Okwui Enwezor (* 1963) erhielt am 9. Oktober 2017 den Internationalen Folkwang-Preis 2017, die Laudatio hielt Sir David Adjaye, OBE. Enwezor, Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Haus der Kunst in München, gehört zu den produktivsten Kuratoren und Theoretikern moderner und zeitgenössischer Kunst und war Leiter zahlreicher wichtiger internationaler Großausstellungen wie der documenta 11 in Kassel (2002) oder der Biennale in Venedig (2015).

Dr. Ulrich Blank, Vorsitzender des Folkwang-Museumsvereins: »Okwui Enwezor hat enorm viel zur Vermittlung zwischen den unterschiedlichen Kulturen der Welt beigetragen. Dies steht als verbindende Klammer über all seinen herausragenden kuratorischen Erfolgen. Seine Arbeit liegt im Respekt begründet, mit dem er die westlich geprägten Kulturen ebenso ernst nimmt wie diejenigen asiatischer, südamerikanischer und afrikanischer Völker. Dies steht ganz in der von Karl Ernst Osthaus begründeten Tradition.«

Mit dem mit 25.000 Euro dotierten Internationalen Folkwang-Preis zeichnet der Folkwang-Museumsverein e.V. seit 2010 Personen und Institutionen aus, die sich im Sinne des Museums-gründers Karl Ernst Osthaus (1874 – 1921) in besonderer Weise für die Förderung und Vermittlung von Kunst an eine breite Öffentlichkeit verdient gemacht haben.

Erstmals wurde er im Herbst 2010 an Neil MacGregor, Direktor des British Museum in London vergeben. Im Oktober 2013 erhielt ihn der Mäzen und Unternehmer Reinhold Würth und 2015 der Kurator Hans Ulrich Obrist.

Otto-Breicha-Preis für Fotokunst – Museum der Moderne Salzburg 2017 an Lisl Ponger

Das Museum der Moderne Salzburg hat sich als eines der ersten Museen in Österreich für Fotografie engagiert und seit 1981, somit zwei Jahre vor seiner Eröffnung im Jahre 1983, eine umfangreiche Sammlung aufgebaut. Gemeinsam mit der ebenfalls am Museum angesiedelten Fotosammlung des Österreichischen Bundes verwaltet das Museum der Moderne Salzburg den größten Bestand österreichischer künstlerischer Fotografie. Eine Auswahl aus den Beständen ist laufend im Museum auf der Sammlungsebene zu sehen und wird von regelmäßigen Sonderausstellungen zu Fotografie flankiert.

»Gemeinsam mit unseren einzigartigen Beständen und Ausstellungen sowie dem neu errichteten Kunstdepot, zählt der Otto-Breicha-Preis für Fotokunst zu einer der Hauptstützen, die das Museum der Moderne Salzburg als Kompetenzzentrum für Fotografie etablieren. Ich danke der Familie Breicha für ihre großzügige Unterstützung des Preises, mit der an die Arbeit des Gründungsdirektors des Museums erinnert wird. Mit Lisl Ponger wird nun eine herausragende zeitgenössische Fotokünstlerin Österreichs für ihr außergewöhnliches, interdisziplinäres Werk ausgezeichnet«, so Sabine Breitwieser, Direktorin Museum der Moderne Salzburg. »Ich freue mich sehr über die Verleihung des Otto-Breicha-Preis für Fotokunst durch das Museum der Moderne Salzburg und bedanke mich herzlich bei den Jury Mitgliedern, der Familie Breicha sowie Sabine Breitwieser«, so die diesjährige Preisträgerin Lisl Ponger.

Die Jury, bestehend aus Christa Breicha, Leo Kandl (Otto-Breicha-Preisträger 2015), Monika Faber (Institut Bonartes, Wien) und Christiane Kuhlmann (Museum der Moderne Salzburg), hat Lisl Ponger als diesjährige Preisträgerin nominiert. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass das Werk von Lisl Ponger durch die Vielfalt der Themen und Techniken besticht. Ponger ist Fotografin, Experimentalfilmerin, Medienkünstlerin und Autorin und untersucht sowohl mit der Fotokamera, als auch mit der Filmkamera die Kultur des »Fremdseins«. Sie setzt sich mit unterschiedlichen Vorstellungen von Heimat auseinander und hinterfragt die Darstellung von ethnologischen Zusammenhängen in Museen und Ausstellungen. Ihre Arbeit ist durch ihre Originalität und Bildästhetik einzigartig im Kanon österreichischer Kunst.

Das Museum der Moderne Salzburg vergibt seit 1983 alle zwei Jahre einen Preis für Fotokunst, der seit 2007 von der Familie Breicha gefördert und als »Otto-Breicha-Preis für Fotokunst – Museum der Moderne Salzburg« an einen österreichischen oder in Österreich lebenden Fotokünstler oder an eine Fotokünstlerin verliehen wird. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und mit einer Einzelausstellung der Preisträgerin vom 21. April bis 8. Juli 2018 im Museum der Moderne Salzburg am Standort Rupertinum verbunden. Zusätzlich erscheint ein Katalog zur Ausstellung. Bisherige Preisträger_innen sind u. a. Friedl Kubelka, Seiichi Furuya, Peter Dressler, Margherita Spiluttini, Ilse Haider, Matthias Herrmann und zuletzt Leo Kandl.

Spector Books erhält zwei Auszeichnungen beim DAM Architectural Book Award

Die Frankfurter Buchmesse und das Deutsche Architekturmuseum (DAM) haben 2017 zum neunten Mal den Internationalen DAM Architectural Book Award vergeben. Der in seiner Art einmalige und inzwischen hoch angesehene Preis zeichnet die besten Architekturbücher eines Jahres aus. Dem gemeinsamen Aufruf sind 89 Architektur- und Kunstbuchverlage weltweit gefolgt. Eine Fachjury aus externen Experten sowie Vertretern des DAM hat sich am 13. September 2017 getroffen und aus 215 Einsendungen nach Kriterien wie Gestaltung, inhaltliche Konzeption, Material- und Verarbeitungsqualität, Grad an Innovation und Aktualität die zehn besten Architekturbücher des Jahres ausgewählt.

Der Leipziger Verlag Spector Books erhielt dabei gleich zwei Auszeichnungen: für die anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im ZKM Karlsruhe erschienene Publikation Frei Otto. Denken in Modellen und für Hybrid Modernism. Movie Theatres in South India von Haubitz+Zoche.

Die anderen Preisträger 2017 sind:

50 60 70 / Architektur aus drei Jahrzehnten im Münchner Stadtbild \ Verlag: Dölling und Galitz Verlag, Hamburg

Baukunst im Archiv. Die Sammlung der Akademie der Künste \ Verlag: DOM publishers, Berlin

Bezahlbar. Gut. Wohnen: Strategien für erschwinglichen Wohnraum \ Verlag: JOVIS Verlag, Berlin

The City between Freedom and Security. Contested Public Spaces in the 21st 
Century \ Verlag: Birkhäuser Verlag

Fifty English Steeples. The Finest Medieval Parish Church Towers and Spires in England \ Verlag: Thames & Hudson Ltd, London

Leistungen der Architektur \ Verlag: Quart Verlag, Zürich

Patchwork. The Architecture of Jadwiga Grabowska-Hawrylak \ Verlag: Muzeum Architektury we Wrocławiu

What’s so great about the Eiffel Tower? 70 questions that will change the way you think about architecture \ Verlag: Laurence King Publishing, London

Der externen Fachjury gehörten in diesem Jahr an: Nicola Ammon (Designerin), Christina Bösel (Lektorin), Amber Sayah (Kulturredakteurin Stuttgarter Zeitung), Gregor Theune (Fotograf) und Marietta Andreas (Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft der Freunde des DAM).

Die internen Juroren waren: Peter Cachola Schmal (Direktor DAM), Andrea Jürges (stellv. Direktorin DAM), Annette Becker (Kuratorin DAM) und Oliver Elser (Kurator DAM)

Das breite Spektrum der Themen und das hohe Niveau der Einsendungen hat die Jury vor eine große Herausforderung gestellt. Zum wiederholten Mal haben daher die Juroren entschieden, nicht nur zehn Preisträger zu bestimmen, sondern auch zehn weitere Einsendungen für die Shortlist des DAM Architectural Book Awards 2017 auszuwählen.

Sämtliche Preisträger werden vom 12. bis 15. Oktober 2017 auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert (Halle 4.1, Zentrum Bild, Stand K 109) und zusätzlich bis 14. Januar 2018 in der Ausstellung »Best of DAM Architectural Book Award« im 3. Obergeschoss des DAM.

Das Deutsche Architekturmuseum dankt der Gesellschaft der Freunde des DAM e.V. für ihre großzügige Unterstützung.